New Work

Selbstbewusstsein gesunken

Ausgabe-Nr.: 9/2018

sipgate-Gründer Tim Mois: „Die Entwicklung neuer Arbeitskonzepte geschieht rasant. Auffallend ist, dass die Akzeptanz des Modernisierungs-Prozesses seitens der Mitarbeiter für Unternehmen immer wichtiger wird.“

Das Düsseldorfer Telekommunikations-Unternehmen sipgate führte gemeinsam mit dem Umfrage-Institut IDG Research Services eine neue Studie zum ‚Arbeitsplatz der Zukunft‘ durch. Die Ergebnisse legen offen, dass im Vergleich zum Vorjahr weniger Unternehmen einen Fortschritt in ihrer Entwicklung zur Modernisierung sehen. Zu den größten Herausforderungen gehören die IT-Infrastruktur sowie die Akzeptanz der Mitarbeiter.

 

„Die Entwicklung neuer Arbeitskonzepte geschieht rasant, hier mitzuhalten ist weder einfach noch unbedingt nötig. Auffallend ist, dass die Akzeptanz des Modernisierungs-Prozesses seitens der Mitarbeiter für Unternehmen immer wichtiger wird. Ein weitere positive Tendenz, die zeigt, dass beim Wandel zum Arbeitsplatz der Zukunft die richtigen Punkte im Fokus stehen”, erklärt Tim Mois, CEO und Gründer der sipgate GmbH in Düsseldorf.

In Ergänzung zur Studie zum Arbeitsplatz der Zukunft aus dem vergangenen Jahr ist es nun möglich, aufzuzeigen, wie sehr sich Unternehmen und Mitarbeiter im Bereich New Work weiterentwickelt haben. Dazu wurden im Juni 2018 Top-Manager, IT-Manager, Führungskräfte anderer Abteilungen und weitere Mitarbeiter von 628 Unternehmen aus der DACH-Region zu ihren Vorstellungen über den Arbeitsplatz der Zukunft befragt und dazu, wo sie Herausforderungen und Lösungsansätze sehen.

Mois betont, dass sich in 2017 noch 20 Prozent der Unternehmen als Vorreiter im Bereich New Work sahen. Heute sind es dagegen nur noch zehn Prozent. Rund 28 Prozent der befragten Unternehmen sehen sich heute als „relativ weit fortgeschritten” bei der Entwicklung zum Arbeitsplatz der Zukunft. Dies sind weitaus weniger Unternehmen als noch im vergangenen Jahr. In 2017 gaben rund 40 Prozent der Unternehmen dieses Statement ab.

Der Arbeitsplatz der Zukunft steht bei Unternehmen ganz weit oben auf der Agenda

Betrachtet man jedoch nur die Antwort der Top-Manager, zeigt sich diese Berufsgruppe weiterhin optimistisch. Von ihnen gaben rund 44 Prozent an, ihr Unternehmen sei auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft weit fortgeschritten. Sie sind auch diejenigen, bei denen größtenteils die Verantwortung für die Entwicklung und Umsetzung der Konzepte liegt. Denn: In jedem dritten Unternehmen sind die Top-Manager federführend beim Thema New Work.

Der Arbeitsplatz der Zukunft steht bei vielen Unternehmen nach wie vor ganz weit oben auf der Agenda. Das Thema ist den Unternehmen auch dieses Jahr weitaus wichtiger als Themen wie Internet of Things. Im Schnitt ist New Work demnach direkt nach der IT-Sicherheit die wichtigste Herausforderung der befragten Unternehmen. Auf Platz drei der wichtigsten Herausforderungen steht die Personalentwicklung.      Für jüngere Mitarbeiter bis 29 Jahre hat das Thema New Work jedoch eine höhere Bedeutung als für Mitarbeiter ab 50. Für sie ist die IT-Sicherheit wichtiger.

Befragt man Unternehmen nach dem Vorhandensein einer dezidierten Strategie zur Umsetzung der neuen Arbeits- und Mobilitätskonzepte, so ergibt sich eine starke Diskrepanz zwischen den Antworten der Top-Manager, der IT-Manager und der Führungskräfte anderer Fachbereiche. So sagen knapp 60 Prozent der Top-Manager, dass es eine Strategie für den Arbeitsplatz der Zukunft gibt. Dieses Statement geben jedoch nur jeder fünfte IT-Manager und jede fünfte Führungskraft aus den Fachabteilungen ab.

Bei einer Befragung von Führungskräften, welche Herausforderungen auf dem Weg zum Arbeitsplatz der Zukunft zu bewältigen sind, ergaben sich zwei Schwerpunkte: Als größte technologische Aufgabe sehen sie die IT-Infrastruktur (51 Prozent). Als größte organisatorische Aufgabenstellung nennen sie die Akzeptanz des Modernisierungs-Prozesses bei den Mitarbeitern (43).

Da die Zustimmung der Mitarbeiter für Veränderungen wichtiger denn je geworden ist, müssen sie in den Prozess der Transformation eingebunden werden. Schaut man sich an, wie regelmäßig Mitarbeiter über die Transformation zum Arbeitsplatz der Zukunft informiert werden, wird deutlich, dass sich in diesem Bereich im vergangenen Jahr etwas getan hat. Nur rund 31 Prozent der Unternehmen gaben vor zwölf Monaten an, dass sie ihre Mitarbeiter regelmäßig und fortlaufend über den Transformations-Prozess zum Arbeitsplatz der Zukunft informieren. Heute sind es bereits knapp 38 Prozent der befragten Betriebe.

Für rund 55 Prozent der befragten Mitarbeiter überwiegen die Vorteile und Chancen gegenüber den Risiken, die mit dem Wandel zum Arbeitsplatz der Zukunft einhergehen. Die wichtigsten Chancen sind eine bessere Work-Life-Balance und mehr Freiheit, gefolgt von zeitlich ungebundenem Arbeiten und dem einfachen Zugriff auf alle Informationen. Das größte Risiko sehen die Befragten nach wie vor mit rund 46 Prozent in der Abhängigkeit von IT und Internetverbindung, gefolgt von der Angst vor permanenter Verfügbarkeit als Erwartungshaltung der Kunden (-> Grafik 1).

Ganz generell gilt, dass die Work-Life-Balance und die zeitliche Flexibilität nach wie vor ganz oben auf der Wunschliste der Mitarbeiter stehen. Nine-to-five ist kaum noch reizvoll. Vor allem Ältere sind an mehr Flexibilität interessiert. Knapp 60 Prozent der über 40-Jährigen ordnen das Thema auf den obersten zwei von acht Prioritätsstufen ein. Bei den Mitarbeitern unter 40 sinkt der Wert auf 50 Prozent. Jüngere wünschen sich dagegen eine exzellente IT-Ausstattung und schnellere Netzanbindung.

 

 

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