Nachfolge-Regelung bei Elanders

Gelungener Generations-Wechsel

Ausgabe-Nr.: 5/2020

Wechsel in der Elanders-Geschäftsführung: Peter Sommer (Mitte) übergibt den Führungsstab an Christopher Sommer (links) und Sven Burkhard (rechts).

Wie eine geglückte Übergabe aussehen kann, zeigt der Druckspezialist Elanders: Das Unternehmen ernannte zu Jahresbeginn Sven Burkhard und Christopher Sommer zum neuen Führungsduo. Der Generations-Wechsel in der Geschäftsführung wurde von langer Hand geplant. Der bisherige Geschäftsführer Peter Sommer steht der Firma weiterhin als Berater zur Seite.

„Eine neue Generation an Kunden ist herangewachsen – daher ist es auch an der Zeit für eine neue Generation in der Elanders-Geschäftsführung. Wir stehen jetzt vor der vermutlich größten Herausforderung – nämlich der Frage, was in Zukunft überhaupt noch gedruckt wird“, betont der frisch gebackene Geschäftsführer Sven Burkhard.

Die Elanders GmbH ist in Waiblingen ansässig. Im Druckkompetenz-Zentrum mit mehr als 260 Mitarbeitern laufen die Fäden für die europäischen Standorte zusammen. Zu den Angeboten des Digitaldruck- und Mediendienstleisters gehören ebenfalls die Bereiche Offsetdruck, Verpackungsdruck und buchbinderische Weiterverarbeitung. Die Firma ist seit dem Jahr 2008 eine hundertprozentige Tochter des börsennotierten, global operierenden schwedischen Unternehmens Elanders. Der Konzern beschäftigt knapp 7.000 Mitarbeiter in rund 20 Ländern auf vier Kontinenten und erzielt einen Jahresumsatz von 1,1 Milliarden Euro.

Die Süddeutschen haben nach eigener Aussage die Veränderungen in der Druckindustrie „seit jeher nicht nur angenommen, sondern konstruktiv mitgestaltet“. Mit dieser Philosophie tritt ebenfalls das neue Führungsduo an. Burkhard (Jahrgang 1985) bringt nicht nur Erfahrungen aus einer der größten europäischen Online-Druckereien ‚Flyeralarm‘ mit, sondern bewies sich in den vergangenen drei Jahren auch als Geschäftsführer der Schmid Druck + Medien GmbH, eines Unternehmens der Elanders-Gruppe. In dem ursprünglich inhabergeführten Betrieb in Kaisheim (Bayern) führte er bereits einen Generations-Wechsel und den digitalen Umbau durch.

In seiner neuen Rolle bei Elanders ist er für den kaufmännischen Bereich zuständig. Im Zuge der neuen Aufgaben übernahm er zusätzlich die weltweite Verantwortung als Vorstand der Elanders Print & Packaging. Burkhard setzt auf optimierte interne Strukturen und auf eine feste Vertrauensbasis über alle Hierarchieebenen hinweg. „Ich möchte die Menschen im Unternehmen dazu bewegen, selbst zu denken und zu entscheiden – im Sinne der Firmenphilosophie, der wirtschaftlichen Ziele und der Zukunftsausrichtung.“

Der zweite Geschäftsführer Christopher Sommer (Jahrgang 1988) will neue strategische Weichen stellen. Er verantwortet den Bereich Technik und sieht spannende Themen für die nächsten Jahre: „Wir wollen nicht nur in schweres Eisen und in Maschinen, sondern auch in digitale Lösungen und smarte IT-Leistungen investieren. Ich gehe mit großem Respekt an die neuen Aufgaben heran – jedoch ohne Angst, schließlich bin ich schon sehr lange in der Firma und trage hier Verantwortung.“

Sommer kannte schon als Kind den Druckereibetrieb des Vaters. Der ausgebildete Mediengestalter absolvierte das Studium der Druckereitechnik, bevor er erst Abteilungsleiter der Vorstufe, dann stellvertretender technischer Leiter wurde. Seit 2015 war er als technischer Leiter, ab 2017 mit Prokura, für das Unternehmen tätig. Für ihn ist das Thema ‚interne Kommunikation‘ sehr wichtig. Als Mitglied einer jüngeren Generation möchte er einen offenen Führungsstil leben und sich vor wichtigen Entscheidungen immer wieder auch die Meinungen seiner Mitarbeiter einholen.

Das Duo steht demnach nicht nur für eine neue Führungskultur im Betrieb, sondern teilt auch verschiedene Visionen: Elanders will sich künftig breiter aufstellen, zusätzliche Branchen bedienen und sich auf neue Märkte fokussieren. Das Unternehmen setzt es sich zum Ziel, auch künftig die „Schlagzahl in der Druckbranche vorzugeben und als Vorreiter im Print-Business zu fungieren“.

„Ich bin fit genug und könnte noch weitermachen, doch der richtige Zeitpunkt hat etwas mit Intuition und Bauchgefühl zu tun“, erklärt der ausgeschiedene Geschäftsführer Peter Sommer (Jahrgang 1957). Diesem ist es wichtig gewesen, sich rechtzeitig über die Generations-Übergabe Gedanken zu machen und alles in die Wege zu leiten.

 

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