Digitale Weiterbildung

Sträfliche Vernachlässigung

Ausgabe-Nr.: 3/2019

Die Digitalisierung der Wirtschaft bedingt einen hohen Weiterbildungsbedarf. Aber nur in den wenigsten Unternehmen wird ein entsprechendes Budget dafür zur Verfügung gestellt. Ein festes Budget für Weiterbildungen zu digitalen Kompetenzen haben nur 22 Prozent der Unternehmen. 75 Prozent der Betriebe stellen kein Geld für die entsprechenden Fortbildungen ihrer Mitarbeiter zur Verfügung.

„Es gibt einen breiten Konsens darin, dass lebenslanges Lernen im Beruf immer wichtiger wird – und dennoch scheitert es oft am Budget für entsprechende Weiterbildungen. Dabei gibt es in Sachen Digitales Nachholbedarf genug. Das können Kurse zur richtigen Bedienung von Standard-Office-Software sein, aber auch Fortbildungen zu technischen Grundlagen wie Programmiersprache und rechtlichen Grundlagen im Internet wie Urheberrecht oder Datenschutz“, sagt Bitkom-Bildungsexpertin Juliane Petrich.

In einer gemeinsamen Studie des Digitalverbands Bitkom und des TÜV-Verbands für 504 Unternehmen ab zehn Mitarbeitern wurden die oben genannten Zahlen ermittelt. Auf die Frage, welche Hürden den Weiterbildungen allgemein entgegenstehen, antworten über 40 Prozent der Befragten, dass ein finanzieller Rahmen fehlt und die Maßnahmen zu teuer sind.

Noch häufiger (52 Prozent) wird als Hemmnis nur Zeitmangel genannt, weil es keine Zeit für entsprechende Freistellungen gibt. Bezogen auf die Weiterbildung von Mitarbeitern zur Erlangung und Vertiefung von digitalen Kompetenzen sagen 27 Prozent der Unternehmen, sie könnten die Qualität der Angebote schlecht beurteilen. Für 26 Prozent sind die Offerten nicht ausreichend auf die eigenen Bedürfnisse abgestimmt. Ebenso viele haben keine Kapazitäten für die Freistellung der Mitarbeiter in der Zeit der Weiterbildung. 24 Prozent sind die Angebote zu teuer.

Der Studienbericht „Weiterbildung für die digitale Arbeitswelt“ mit allen Ergebnissen kann kostenfrei beim Bitkom heruntergeladen werden.

 

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