Digitale Arbeit

Veränderte Unternehmenskultur

Ausgabe-Nr.: 6/2018

Dr. Eric Schott, Geschäftsführer von Campana & Schott: „Inzwischen dienen SC-Tools vor allem zur Förderung von Innovationen sowie zur Verstärkung der firmenübergreifenden Zusammenarbeit.“

Immer mehr Mitarbeiter nutzen die Tools der Social-Collaboration (SC). Das ergab die 3. Deutsche Social Collaboration Studie 2018* von Campana & Schott und dem Fachbereich Wirtschaftsinformatik der Technischen Universität Darmstadt. Demnach stieg der Reifegrad deutscher Firmen auf einer Skala von 1 bis 7 im Vergleich zum Vorjahr von knapp über 3 auf fast 4. Das heißt, es kommen erstmals mehr aktuelle digitale Technologien zum Einsatz als analoge Lösungsansätze oder etablierte Technologien wie das Versenden von E-Mails. Wer öfter SC-Tools einsetzt, arbeitet um bis zu 30 Prozent effizienter als seine Kollegen.

 

„Dass der Einsatz von Social-Collaboration-Tools die Arbeitseffizienz erhöht, zeigte sich bereits in den vergangenen beiden Studien. Inzwischen dienen SC-Tools vor allem zur Förderung von Innovationen sowie zur Verstärkung der firmenübergreifenden Zusammenarbeit. Um von den Vorteilen zu profitieren, müssen Unternehmen aber weiterhin bestehende Hemmnisse wie unzureichende Usability der Tools oder mangelnden mobilen Zugriff beheben“, erklärt Dr. Eric Schott, Mitautor der Studie und Geschäftsführer von Campana & Schott in Frankfurt.

Der zunehmende Einsatz von SC-Tools macht sich in Unternehmen immer mehr bemerkbar. So berichtet etwa jeder zweite Mitarbeiter von einer veränderten Unternehmenskultur. Insbesondere die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Teams, Abteilungen und Hierarchie-Ebenen hat sich demnach verbessert, sodass auch Innovationen spürbar leichter realisiert werden konnten. Gleichzeitig erhöhen optimierte Prozesse die Motivation der Mitarbeiter.

Indes: Mit der technischen Ausstattung ihres Arbeitsplatzes sind nur knapp 10 Prozent der Befragten vollständig zufrieden. Dies gilt für Konzerne wie auch für Mittelständler gleichermaßen. Es fehlt vor allem an einfachen, intuitiv bedienbaren Anwendungen. Auch ein mobiler Zugriff auf Informationen wird häufig vermisst. Zudem wünschen sich die Mitarbeiter eine verbesserte Work-Life-Balance, mehr Spaß an der Arbeit und eine flexiblere Erreichbarkeit. Gerade diese Anforderungen können moderne SC-Tools erfüllen.

Mehr als ein Drittel der Unternehmen setzen auf Technologien aus den Bereichen Big Data/Data Analytics

Der digitale Arbeitsplatz wird sich durch aktuelle Trends und zukunftsträchtige Technologien ohnehin stark verändern. So setzen schon jetzt mehr als ein Drittel der Unternehmen auf Technologien aus den Bereichen Big Data/Data Analytics und über ein Fünftel aus dem IoT-Umfeld. Dieser Anteil wird sich in den kommenden Jahren deutlich erhöhen: Die Mehrheit der Führungskräfte erwartet in den kommenden fünf Jahren sehr große Veränderungen durch Big Data, durch das Internet der Dinge (IoT), die Künstliche Intelligenz (KI) sowie Augmented und Virtual Reality.

„Damit die Einführung von SC-Tools gelingt, ist eine Unterstützung des Managements und eine klare Vermittlung der Vorteile an die Mitarbeiter nötig“, meint Boris Ovcak, Director Social Collaboration bei Campana & Schott. „Dies geschieht nicht in allen Unternehmen. So berichten knapp 30 Prozent der Teilnehmer von einer geringen Unterstützung durch das Management und sogar 36 Prozent von einer nicht ausreichenden Kommunikation der Mehrwerte. Um diese zu verdeutlichen, können Unternehmen Use Cases nutzen. Dazu gehören Informationen zu aktuellen Themen und Projekten, das Stellen inhaltlicher Fragen, schnelles Feed­back zu neuen Ideen oder das Finden von Experten zu bestimmten Bereichen.“

Digitalisierungsprojekte zahlen sich in Form einer stärkeren Technologienutzung und damit auch einer höheren Arbeitseffizienz aus. Vor allem große Unternehmen haben in den letzten Jahren intensiv an digitalen Strategien gearbeitet und diese umgesetzt.

Der Mittelstand hinkt dagegen bei der Planung und Umsetzung derartiger Projekte noch hinterher. Dementsprechend ist der Reifegrad in Unternehmen mit abgeschlossenen Digitalisierungsvorhaben mit 4,5 deutlich höher als der Reifegrad von 3,4 bei Teilnehmern, für die Digitalisierungsprojekte bislang keine Rolle spielten. Zudem zeigen sich deutliche Branchenunterschiede: Während IT-Unternehmen mit erwartungsgemäß den höchsten Reifegrad aufweisen, gefolgt von der Chemie- und Pharmaindustrie, liegen der Fahrzeugbau und das Gesundheitswesen unter dem Durchschnitt.

* Als mehrjährige Zeitreihenuntersuchung liefert die Deutsche Social Collaboration Studie einen tool- und herstellerunabhängigen Gesamtüberblick über die Entwicklung digital vernetzter Zusammenarbeit in deutschsprachigen Unternehmen. An der diesjährigen Erhebung beteiligten sich quer durch ein breites Branchenspektrum 1.418 Mitarbeiter großer und mittelständischer Unternehmen aus Deutschland und der Schweiz.

 

 

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