Digital Leadership

„Klassische Tugenden gefragt“

Ausgabe-Nr.: 10/2017

Dr. Carlo Mackrodt, Partner bei Rochus Mummert: „Die Unternehmen benötigen für ihre digitale Transformation viel mehr Manager mit ganz unterschiedlichen Stärken.“

Vorstände und Geschäftsführer sind sich darin einig, dass Werteorientierte Führung und Mitarbeiterentwicklung auch in Zeiten der Digitalisierung die wichtigsten Kompetenzen eines Top Managers sind. Dennoch gibt es kein schablonenartiges ‚Digital-Profil‘ für Führungskräfte. Die digitale Reise eines Unternehmens erfordert Manager mit unterschiedlichen Stärken, um diese Transformation entweder vorzudenken oder im konkreten Unternehmensalltag umzusetzen.

 

„Die digitale Führungskraft lässt sich nicht in eine Schablone pressen. Die Unternehmen benötigen für ihre digitale Transformation vielmehr Manager mit ganz unterschiedlichen Stärken. Die einen sind eher die strategischen oder technologischen Vordenker, die anderen kümmern sich um die reibungslose Umsetzung der Strategie im Geschäftsalltag“, sagt Dr. Carlo Mackrodt, Partner bei der Rochus Mummert Beteiligungs- und Dienstleistungs GmbH in München.

Der Manager fasst die Ergebnisse der Studie ‚Digital Leader­ship 2017‘ zusammen, für die im Auftrag der Personalberatung Rochus Mummert mehr als 100 Top-Manager aus deutschen Unternehmen interviewt wurden.

Weiche Kriterien gehören zu Top-Ten-Kompetenzen

Für die Untersuchung wurden die Teilnehmer konkret befragt, wie sich vor dem Hintergrund der Digitalisierung die wichtigsten Kompetenzen von Top Managern (CEO, Geschäftsleitung etc.), Führungskräften der zweiten und dritten Ebene sowie sogenannter ‚Digital Leader‘ (beispielsweise Chief Digital Officer) unterscheiden.

Während auf Ebene der Geschäftsleitung die ‚Entwicklung digitaler Szenarien‘ den beiden Kompetenzen ‚Werteorientierte Führung‘ und ‚Mitarbeiterentwicklung‘ recht deutlich den Vortritt lassen muss, rangiert diese Anforderung bei den Digital Leadern fast gleichauf mit der ‚Entwicklung digital gestützter Geschäftsmodelle‘ an der Spitze. Dahinter folgt eine ‚hohe Affinität zu High-Tech- und digitalen Themen‘.

Dieses technologische Interesse wird zwar auch von den Managern der zweiten und dritten Ebene erwartet, ihre wichtigsten Stärken sollten aber bei den Kompetenzen ‚Initiative und Verantwortung‘, ‚Umsetzungsstärke‘ sowie ‚Mitarbeiterentwicklung‘ liegen.

„Dass die sogenannten weichen Kriterien auch bei CDO und Co. zu den Top-Ten-Kompetenzen gehören, zeigt deutlich die Vielschichtigkeit der Anforderungsprofile. Ein Digital Leader sollte also kein reiner Techniker oder Visionär sein, sondern muss auch immer die klassischen Management-Tugenden mitbringen“, folgert Mackrodt.

 

 

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