Chancengleichheit

„Durchmischte Teams erfolgreicher“

Ausgabe-Nr.: 2/2019

Eine Studie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) macht deutlich: Die Unterschiede zwischen Mann und Frau in der Arbeitswelt sind nach wie vor groß. Nur halb so viele Frauen wie Männer arbeiten in einer Leitungsposition. Erstere fühlen sich zudem häufiger bei Personal-Entscheidungen benachteiligt als Männer. Das Ziel, den Anteil von Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, verfolgen jedoch nur wenige: Lediglich ein Viertel der deutschen Betriebe hat sich die Förderung von Frauen auf die Agenda gesetzt. Angestoßen wurde die Studie von der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), um erstmals eine valide Datengrundlage zu schaffen.

„Die Ergebnisse des Monitors zeigen, dass wir noch lange nicht da sind, wo wir hinwollen“, erklärt Prof. Dr. Jutta Rump, Direktorin des Instituts für Beschäftigung und Employability und Themenbotschafterin für Chancengleichheit & Diversity der INQA. „Dabei können wir es uns gesellschaftlich auf lange Sicht nicht leisten, auf einen Großteil unserer (weiblichen) Talente zu verzichten und die Führungsebene homogen zu besetzen. Durchmischte Teams sind in der Regel erfolgreicher – durch ihre unterschiedlichen Eigenschaften, Perspektiven und Fertigkeiten.“

Dass es für Frauen nach wie vor schwierig ist, in die Führungs­ebene aufzusteigen, zeigen die Ergebnisse des vom BMAS veröffentlichten Monitors „Chancengleichheit von Frauen und Männern am Arbeitsplatz“. Während 32 Prozent der Männer in einer Leitungsposition arbeiten, sind es unter den Frauen lediglich 14 Prozent. Letztere erfahren zudem weitere Benachteiligungen: Im Durchschnitt leiten weibliche Führungskräfte 18 Mitarbeiter weniger als Männer und fühlen sich bei Beförderungen oder Gehaltserhöhungen häufiger übergangen.

Die Absicht, etwas an dem geringen Anteil an Frauen in Leitungspositionen zu ändern, äußerten jedoch nur wenige: Lediglich ein Viertel der deutschen Betriebe will es fördern, ihre Führungsebene mit mehr Frauen zu besetzen. Dabei handelt es sich vor allem um größere Unternehmen, die dieses Ziel verfolgen. Gelingen soll dies vor allem durch Maßnahmen wie flexible Arbeitszeiten (50%), Aufstiegsmöglichkeiten auch für Teilzeitkräfte (32%) und spezielle Weiterbildungen (31%).

Vor allem in Hinblick auf die Branchen-Zugehörigkeit lassen sich große Unterschiede feststellen. Fällt der Anteil der weiblichen Führungskräfte in der Informations- und Kommunikationsbranche mit 43 Prozent vergleichsweise hoch aus, ist er in der Branche Metall, Elektro und Fahrzeugbau mit 8 Prozent besonders gering. Insgesamt hängt der Anteil von Frauen in Führungspositionen stets mit dem Anteil von Frauen an allen Beschäftigten zusammen.

 

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