Arbeitsmarkt/Corona

Trendwende oder kurzes Aufflackern?

Ausgabe-Nr.: 10/2020

Für den Monat September meldet die Bundesagentur für Arbeit einen leichten Rückgang der Arbeitslosen-Zahlen. Damit sinkt die Arbeitslosen-Quote erstmals seit Beginn der Corona-Krise im März 2020. Auch die Kurzarbeit geht zurück. Doch angesichts der wieder steigenden Fallzahlen und der Gefahr eines zweiten Lockdowns bleibt es abzuwarten, ob diese Entwicklung von Dauer ist.

„Die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Arbeitsmarkt sind nach wie vor deutlich sichtbar. Es zeigen sich aber leichte Zeichen der Besserung“, erklärt Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Die Arbeitslosigkeit sank im September aufgrund der „einsetzenden Herbstbelebung“. Mit 2,84 Millionen liegt die Zahl der Arbeitslosen um 108.000 niedriger als im Vormonat (-> Grafik 3). Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Arbeitslosenzahl allerdings um 613.000. Die Arbeitslosen-Quote ging von August auf September um 0,2 Prozent-Punkte auf 6,2 Prozent zurück. Sie fällt dennoch um 1,3 Prozent-Punkte höher aus als im Vergleichs-Zeitraum 2019.

Zur Kurzarbeit: Nach aktuellen Daten zu geprüften Anzeigen wurde vom 1. bis einschließlich 24. September für 85.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt, nach 184.000 im August, 254.000 im Juli, 387.000 im Juni, 1,14 Millionen im Mai, 8,02 Millionen im April und 2,64 Millionen im März, aber nur 41.000 im Februar. Damit geht die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wird, weiter zurück.

Informationen zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Juli zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Juli für 4,24 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt. Damit nimmt die Inanspruchnahme des Kurzarbeitergelds nach dem bisherigen Höchststand im April mit 5,95 Millionen sukzessive ab (-> Grafik 4). Insgesamt stabilisiert sich die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften auf einem niedrigen Niveau. Im September waren 591.000 Arbeitsstellen gemeldet. Das sind 197.000 weniger als noch vor einem Jahr.

 

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