Arbeitsmarkt 2018

Extrem gute Beschäftigungslage

Ausgabe-Nr.: 3/2018

Die Auftragsbücher in der deutschen Wirtschaft sind nach wie vor prall gefüllt, die Stimmung in den Betrieben ist hervorragend. Deutlich mehr Unternehmen als in den Vormonaten planen daher, auf die Suche nach neuen Mitarbeitern zu gehen. Vor allem mittelständische Unternehmen halten Ausschau nach Fachkräften; allen voran aus dem ITK-Umfeld. Da lohnt es sich, bei der Personalakquise auf die Pirsch zu gehen. Etwa in der Kreditwirtschaft, die gegen den Trend ihre Belegschaft abbauen will. Dort kann die allgemeine Verunsicherung den Wechsel in eine andere Arbeitswelt bei Bankern mit einer Affinität zur Technologie sicherlich begünstigen.

 

„Der Mittelstand wird seiner Rolle als Motor der Wirtschaft gerecht“, sagt Herwarth Brune, Vorsitzender der Geschäftsführung der Manpower Group GmbH in Eschborn. Allerdings wird sich die bislang positive Stimmung im kommenden Quartal nicht nur auf einzelne Firmengrößen, Branchen und Regionen beschränken. Denn „schon lange war das Bild im Arbeitsmarkt-Barometer nicht mehr so einheitlich gut“, sagt der Manpower-Chef.

Aufgrund der guten Auftragsbücher plant die deutsche Wirtschaft deutlich mehr neue Mitarbeiter einzustellen als in den Vormonaten. Das geht aus dem aktuellen Arbeitsmarkt-Barometer des Eschborner Unternehmens hervor. Demzufolge wird die Beschäftigungslage im zweiten Quartal voraussichtlich bei plus acht Prozent liegen. Im Vergleich zum  vorherigen Quartal sowie zum zweiten Quartal 2017 entspricht dieser Wert einem Anstieg um zwei Prozent. Jedes achte Unternehmen will zwischen April und Juni 2018 die Personaldecke erweitern.

Im Mittelstand liegt die saisonbereinigte Prognose für die Beschäftigung bei einem Plus von 29 Prozent

Treiber dieser Entwicklung ist vor allem der Mittelstand. Hier liegt die saisonbereinigte Prognose für die Beschäftigung bei einem Plus von 29 Prozent. Das ist die stärkste Vorhersage dieser Gruppe seit zehn Jahren. Im ersten Quartal 2018 lag der Wert noch bei einem Zuwachs von 17 Prozent. Mehr als jedes dritte mittelgroße Unternehmen will im genannten Zeitraum neues Personal engagieren.

Auch kleine Unternehmen steigerten ihre Absicht in Sachen Neueinstellungen: von sieben Prozent im ersten Quartal auf ein Plus von 14 Prozent im zweiten Quartal 2018. Bei den großen sowie den sehr kleinen Firmen herrscht ebenfalls ein positiver Trend, jedoch ist dieser deutlich schwächer. Zwar sind Großunternehmen mit einem Wert von plus 35 Prozent vertreten, aber das entspricht nur einem Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum.

„Der deutsche Mittelstand zeigt einmal mehr, dass er mit solider Kapitalbasis und einer nachhaltigen Personalstrategie gut auf die Zukunft vorbereitet ist. Auch viele Firmen der Digitalwirtschaft sind dem Start-up-Status entwachsen und gehören zu den mittelständischen Triebfedern. Hier werden stetig und dringend Fachkräfte aus IT und Telekommunikation gesucht“, sagt Brune.

Auch der Handel stabilisiert sich auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Die Branche legte gegenüber dem vorherigen Quartal in 2018 um ein Prozent zu und mit Blick auf den Zeitraum im Vorjahr sogar um drei Prozent. „In der Vergangenheit gab es im Handel einige schmerzliche Einbrüche. Zum Beispiel Ende 2016, wo der Wert auf ein Minus von zehn Prozent fiel. Davon hat sich der Einzelhandel dank einer starken Binnennachfrage gut erholt. Und auch die Exporte kletterten 2017 auf einen Rekordstand“, kommentiert Brune die vorliegenden Daten.

In der Kreditwirtschaft wirkt sich die fortschreitende Digitalisierung auf die Belegschaften aus. Sechs Prozent der Arbeitgeber planen eine Reduzierung ihres Personalbestandes. Bei den Großbanken dürften sich der digitale Umbau und die stärkere Automatisierung vor allem auf das Personal in den Filialen auswirken. Allerdings entstehen mit der Digitalisierung auch Chancen für Arbeitnehmer mit einem technologischen Verständnis. Im Übrigen ergeben sich gerade in dieser Branche für die ITK Möglichkeiten, dort das dringend benötigte neue Personal abzugreifen und von einem Wechsel in eine neue Arbeitswelt zu überzeugen.

Im Rahmen des Arbeitsmarkt-Barometers wurden auch Arbeitgeber aus den neuen Bundesländern befragt. Der Ausblick für das zweite Quartal 2018 liegt hier bei einem Zuwachs von vier Prozent nach einem negativen Wert von minus vier Prozent im ersten Quartal 2018 und Rückgang von zwei Prozent im zweiten Quartal 2017.

 

 

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