it-sa 2019

„Es droht der Kontrollverlust“

Ausgabe-Nr.: 36/2019

it-sa-Fachmesse mit begleitendem Kongress in Nürnberg 2019: „Das klare Plus bei den Aussteller- und Besucherzahlen und die erneut vergrößerte Ausstellungsfläche bestätigen die Relevanz der Messe als führende internationale Plattform für Cybersicherheit.“

Über 750 Aussteller aus 25 Ländern und mehr als 15.600 internationale Fachbesucher machten das Messezentrum Nürnberg vom 8. bis 10. Oktober dieses Jahres zum Treffpunkt der internationalen IT-Sicherheitsgemeinschaft. In rund 350 Forenbeiträgen und 30 Veranstaltungen im begleitenden Kongress bot die weltweit größte IT-Sicherheitsfachmesse Entscheidern und Experten Informationen zu allen Aspekten von Informationssicherheit und Datenschutz.

„Die it-sa ist die Messeheimat für alle, die sich dem Thema IT-Sicherheit professionell widmen. Das klare Plus bei den Aussteller- und Besucherzahlen und die erneut vergrößerte Ausstellungsfläche bestätigen die Relevanz der Messe als führende internationale Plattform für Cybersicherheit“, erklärt Petra Wolf, Mitglied der Geschäftsleitung beim Veranstalter NürnbergMesse.

So nahmen an der diesjährigen Veranstaltung 1.342 Besucher mehr als im Vorjahr teil. Auch die Zahl der Aussteller erhöhte sich um 65 Unternehmen (-> Tabelle 1). Die Teilnahme der Besucher entwickelte sich parallel zur gestiegenen Aussteller-Beteiligung. „Der Zuwachs an Messegästen aus dem Ausland lag dabei mit 20 Prozent noch höher als das Wachstum innerhalb Deutschlands. Damit setzt sich ein klarer Trend aus den Vorjahren fort: Die it-sa wird auch immer internationaler. Sie deckt neben dem deutschsprachigen Raum zahlreiche weitere Länder in Europa umfassend ab“, konkretisiert der Leiter der it-sa, Frank Venjakob.

Seitens der Aussteller war die it-sa 2019 ebenfalls sehr international aufgestellt. Unternehmen aus dem Baskenland, den Niederlanden, Österreich und der Tschechischen Republik präsentierten sich jeweils auf eigenen Gemeinschafts-Ständen. Die Bedeutung der Messe für die länder­übergreifende Zusammenarbeit in Sachen Cybersicherheit zeigte sich beispielsweise auch beim „Deutsch-Niederländischen IT-Sicherheitsfrühstück“ mit Beteiligung des Generalkonsuls Paul Ymkers, zu dem der Bundesverband IT-Sicherheit TeleTrusT einlud, sowie an Delegationsreisen aus Österreich und der Tschechischen Republik.

Fünf offene Foren, darunter das englischsprachige International Forum, boten mit rund 350 Beiträgen Einblicke in die IT-Sicherheit. Höhepunkt war die Special Keynote des britischen Investigativ-Journalisten und „McMafia“-Autors Misha Glenny am letzten Messetag. Er nahm die Zuschauer mit auf eine Reise durch die Welt der organisierten Kriminalität, das Darknet und verschiedene Formen der Cyberkriminalität. Heute, so seine These, bedeute die zunehmende Vernetzung sowie der Einsatz von maschinellem Lernen für automatisierte Entscheidungen im Bereich der Cybersicherheit eine neue Herausforderung: Der Mensch könne die Dimension der eingesetzten Algorithmen oft nicht mehr begreifen, es drohe deshalb der Kontrollverlust. Mit anderen Worten: Das digitale Wettrüsten zwischen der kriminellen Szene und den Unternehmen geht in die nächste Runde (-> INFO-MARKT Nr. 35/2019).

Auch das begleitende Kongress-Programm Congress@it-sa unterstrich mit 30 Veranstaltungen die Relevanz der Veranstaltung als Dialogplattform für Cybersicherheit. Fachwissen zu Themen wie IT-Security für den Mittelstand oder in der industriellen Produktion wurde hier ebenso geboten wie Informationen zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz. Auch in diesem Jahr fanden der IT-Grundschutz-Tag und die Jahrestagung der IT-Sicherheitsbeauftragten in Ländern und Kommunen zur it-sa in Nürnberg statt.

Im Pitch der Start-ups beim CyberEconomy Match-up UP19@it-sa konnte sich das Münchner Unternehmen IDEE durchsetzen. Nach einem Kurzpitch und der Networking-Phase mit Investoren und Vertretern aus der IT-Sicherheitsbranche durfte das Unternehmen den UP@it-sa Award entgegennehmen.

 

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