Zukunft der Arbeit

Bene: Future Report 2018

Ausgabe-Nr.: 34/2018

Künstliche Intelligenz: Die Digitalisierung hält Einzug in alle Lebensbereiche und wird unser Zusammenleben zunehmend revolu­tionieren. KI wird die Generation der „Digital Natives“ verstärkt dabei unterstützen, intuitive und zukunftsträchtige Lösungen zu finden.

Der österreichische Büromöbel-Hersteller führte im Rahmen einer Studie Interviews und Diskussionen mit mehr als 40 ausländischen Experten aus Forschung, Kultur sowie internationalen Unternehmen. Mit der Untersuchung sollten aktuelle Strömungen aufgespürt sowie ein Überblick über Auswirkungen auf die Arbeitswelt geschaffen werden. Die Ergebnisse dieses Forschungs-Projektes veröffentlichte der Anbieter in seinem ‚Future of Work Report‘ und diskutierte diese im Rahmen einer Veranstaltung in Saudi-Arabien mit rund 50 Designern und Consultants.

 

„Kreative, produktive und zukunftsorientierte Arbeitskräfte müssen zusätzlich kooperativ, technologisch wettbewerbsfähig und visionär sein. Zudem müssen wir daran arbeiten, Räume für eine solche Arbeitskultur zu schaffen, sodass sie über alle Branchen hinweg eine lebendige Realität werden“, lautete der Konsens der 50 Teilnehmer bei dem Symposium in Riad, welche den ‚Future Report 2018‘ gemeinsam mit dem Büromöbel-Anbieter als laufenden Diskurs weiterentwickeln wollen.

Dieser Diskurs wurde in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad im Rahmen des Symposiums „The Future of Work“ bei AMS Architectural Metal Solutions, dem größten Bene-Händler im Nahen und Mittleren Osten, fortgesetzt. Unter der Leitung von Andrea Hildwein, Bene-Expertin in Future of Work aus Wien, setzten sich die Teilnehmer sowie Mitarbeiter von AMS mit unternehmerischen Zukunftsfragen, die sich aus der von Saudi-Arabien definierten „Vision 2030“ ergeben werden, auseinander.

Bene nahm die digitale Revolution zum Anlass, um aktuelle Entwicklungen und deren Auswirkungen auf die Arbeitswelt intensiv zu beleuchten. Die Erkenntnisse aus zahlreichen Interviews und Round-Table-Diskussionen mit mehr als 40 internationalen Experten und Meinungsbildnern aus Forschung, Kultur sowie aus internationalen Unternehmen – von Start-ups über Consulting- bis hin zu großen Industrie-Betrieben aus unterschiedlichsten Branchen – veröffentlichte der Anbieter in seinem aktuellen Report. Dieser zeigt ein Bündel an relevanten Meinungen über Trends und Entwicklungen, die das Arbeitsleben der Zukunft beeinflussen sollen. Der Report besteht aus den vier Kapiteln, die wir im Folgenden vorstellen und inhaltlich zusammenfassen.

Digitale Transformation: Die Digitalisierung wird alle Lebensbereiche zunehmend verändern. Die technologischen Weiterentwicklungen von 3-D-Printing, 3-D-Projektoren, 3-D-Brillen etc. werden den Alltag nachhaltig prägen. Während die einen sie als sinnvolle Ergänzung in einer globalisierten, mobilen Arbeitswelt betrachten, befürchten andere, dass unser Leben zunehmend von neuen Technologien wie diesen diktiert werden wird.

Es wird die These vertreten, dass die erfolgreichen Anbieter der Zukunft nicht die Unternehmen mit den besten Produkten werden. Sondern jene, die die besten Daten generieren und daraus resultierend die besten Dienstleistungen anbieten können. Die „Sharing Economy“ mit Tendenz zur „Gratis-Ökonomie“ bringt jedoch auch absolute Transparenz und steigende Manipulierbarkeit mit sich.

Von der jungen Generation der „Digital Natives“ werden intuitive, zukunftsträchtige Lösungen erwartet. Künstliche Intelligenzen werden sie dabei verstärkt unterstützen. Demgegenüber übernehmen Roboter künftig immer mehr Routineaufgaben in der Produktion, aber auch in der Administration. Optimisten meinen, dass dadurch mehr Menschen die Freiheit genießen werden, das zu tun, was sie wirklich möchten. Weniger zuversichtlich wird dabei die schwierige Übergangsphase gesehen, da die Sorge besteht, dass viele ihre Arbeit verlieren.

In der Welt des Internets der Dinge (IoT) kommunizieren nicht nur Smartphones und Tablets, sondern technische Geräte, die Daten sammeln und diese verarbeiten. Diese führen ein Eigenleben und sind darauf programmiert, den Menschen unbemerkt zu unterstützen. Die nachhaltigen Veränderungen werden von vielen als atemberaubend, von anderen aber als Angst einflößend empfunden.

Führungskultur: Laut einer Studie des Zukunftsinstitutes sind 77 Prozent der deutschen Führungskräfte überzeugt, dass es einen Paradigmenwechsel in der Führungskultur geben muss. Die Netzwerk-Ökonomie funktioniert nicht nach traditionellen hierarchischen Mustern, sondern basiert auf Kooperation, Selbstorganisation und Teamarbeit auf Augenhöhe.

Dass Unternehmen nicht statisch sind, sondern wie fluide Systeme agieren, wird oft vernachlässigt. Vieles ist weder vorherseh- noch planbar, da menschliche Interaktionen einem steten Wandel unterliegen. Als „Smart Leader“ gilt es, die Dynamiken dieser „Co-Evolution“ zu verstehen und die Mitarbeiter im Lernen und in der Teamarbeit zu unterstützen.

Wenn Arbeitsabläufe komplexer werden und schwer zu standardisieren sind, ändert sich die Erwartungshaltung der Führung in Richtung zunehmend eigenverantwortlich handelnder Mitarbeiter. Einig ist man sich unter Experten darüber, dass Vertrauen und Verantwortung dabei die Schlüsselfaktoren sind und sich darüber hinaus auch positiv auf Motivation und Stabilität auswirken.

In einer unberechenbaren, immer komplexer agierenden globalen Welt funktionieren die alten Mechanismen von Weisung und Kontrolle nicht mehr. Die Führungskräfte stehen vor der Herausforderung, Mitarbeiter auf ein Ziel unter Berücksichtigung der individuellen Fähigkeiten zu koordinieren. Es muss zudem eine neue Durchlässigkeit der Unternehmensstrukturen abseits klassischer Kommunikationswege und Hierarchien entstehen.

Die Experten sind sich einig, dass das Wohlbefinden der Mitarbeiter als Einflussfaktor für den Unternehmenserfolg oft zu wenig beachtet wird. Das steigende Bedürfnis nach Work-Life-Balance und die Tatsache, dass Extrovertierte unter einem motivierenden Arbeitsumfeld etwas anderes verstehen als Introvertierte, muss wesentlich stärker berücksichtigt werden.

Sinn und Zweck der Arbeit: Obwohl die Sinnstiftung der Arbeit für jeden Menschen sehr unterschiedlich ist, gewinnt sie tendenziell an Bedeutung. Die Erwartungen der Mitarbeiter gegenüber den Unternehmen werden zunehmend differenzierter, die Ansprüche vor allem junger Talente größer. Die Politik steht vor der Herausforderung, das Bildungssystem und die Arbeitsgesetze diesen neuen Bedürfnissen anzupassen.

Die Generation Y stellt hohe Ansprüche an ihre Arbeitgeber. Arbeit soll nicht nur Spaß machen, sondern einem höheren Zweck dienen. Bei Kunden, aber auch bei Mitarbeitern wird die soziale und die ökologische Nachhaltigkeit von Produkten und Services zu einem ausschlaggebenden Auswahlkriterium.

Wer die Talente von morgen an sich binden möchte, muss mehr bieten als gute Bezahlung und andere Benefits. Unternehmenskultur und individuelle Entwicklungs-Möglichkeiten sind wichtige Entscheidungskriterien. Auch eine ausgewogene Work-Life-Balance spielt eine immer bedeutsamere Rolle.

Digitalisierung und Globalisierung sowie der Trend, dass Arbeitnehmer freier arbeiten und entsprechend ihren Leistungen bezahlt werden wollen, führen zu einer Flexibilisierung der Arbeitsbedingungen. Workshifting beschreibt ein Modell, das darauf basiert, Arbeit unabhängiger von Ort und Zeit zu gestalten. Was die Führung von Mitarbeitern und die Kommunikation innerhalb und außerhalb der Organisation betrifft, bringt das Modell Veränderungen mit sich.

Dass Roboter immer öfter Routinearbeiten übernehmen, ist mittlerweile Alltag. Durch die Weiterentwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI), so die Befürchtung, werden in Zukunft viele der heute bekannten Aufgaben verloren gehen. Andererseits entstehen neue Jobprofile, die neue Fähigkeiten und Kompetenzen erfordern. Immer lauter ertönt daher der Ruf, das Bildungssystem, aber auch die Arbeitsgesetze dementsprechend zügig weiterzuentwickeln.

Zusammenarbeit: Die Digitalisierung und das globale Agieren von Unternehmen führen zunehmend zur Entpersonalisierung. Dennoch muss es Orte geben, an denen Menschen als soziale Wesen ihrem Bedürfnis nach persönlichem Austausch nachkommen können. Das gilt für Büros ebenso wie für Anlaufstellen für Kunden.

Künftig wird KI in nahezu allen Branchen verstärkt zum Einsatz kommen. Vor allem die Fragen, die an den Schnittstellen von Menschen und Maschinen entstehen, müssen so schnell wie möglich beantwortet werden. Das Silicon Valley lebt beispielhaft vor, wie gewinnbringend es sein kann, Perfektionsansprüche über Bord zu werfen und Kunden rechtzeitig in den Entwicklungsprozess einzubinden. Im Zuge der zunehmenden Öffnung des Innovationsprozesses wird es notwendig, Impulse und Know-how von externen Partnern und Experten einfließen zu lassen.

 

 

 

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