Streit/Office nach Corona

Büro als „Kultur-Tankstelle“

Ausgabe-Nr.: 29/2020

Andreas Schubert, geschäftsführender Gesellschafter bei Great place to Work: „Wir werden eine neue, veränderte Unternehmenskultur mit und nach Corona benötigen. Digitalisierung und eine neue Art der Führung sind zentrale Themen, um auch in der Zukunft erfolgreich zu agieren.“

Der Hausacher Bürodienstleister und das Forschungsinstitut ‚Great place to Work‘ veranstalteten jüngst einen gemeinsamen Workshop zum Thema ‚New Work‘. Die Online-Veranstaltung war mit über 100 Teilnehmern vollständig ausgebucht. Im „online-Roundtable“ diskutierten Experten über die Arbeitswelt der Zukunft. Sie waren sich darin einig, dass die aktuelle Krise eine Chance für neue Arbeitsmodelle bietet.

„Wir werden eine neue, veränderte Unternehmens-Kultur mit und nach Corona benötigen. Digitalisierung und eine neue Art der Führung sind zentrale Themen, um auch in der Zukunft erfolgreich zu agieren“, eröffnete Andreas Schubert, geschäftsführender Gesellschafter bei der Great place to Work Deutschland GmbH in Köln, das Event. Aus mehreren Studien geht hervor, dass sich die Arbeitnehmer künftig weitere Home-Office-Möglichkeiten wünschen. Schubert stellt hierzu fünf Thesen auf:

(1) Das Home-Office wird „New Normal“ und ein echter Konkurrent zur Büro-Arbeit. Ein fehlendes Home-Office-Angebot kann in Zukunft ein Wettbewerbs-Nachteil am Arbeitsmarkt sein.

(2) Abgestimmte digitale Tools und Infrastruktur sind Voraussetzung: Die Systeme müssen das hybride Arbeiten (Home-Office und Büro) unterstützen.

(3) An die Stelle von Präsenzkultur tritt Vertrauenskultur: Die Führung durch Kontrolle wird in der neuen dezentralen Struktur nicht mehr funktionieren. Agile Arbeitsweisen sind daher mehr denn je gefordert. Unternehmen müssen Führungskräfte unterstützen, eine neue Kultur zu etablieren, die Mitarbeiter zu einer höheren Eigenverantwortung ermutigt.

(4) Das schönste Büro wird zur leeren Hülle, wenn die Kultur dazu nicht stimmt. New Work und neue Raumkonzepte müssen mit der Entwicklung der Unternehmens-Kultur einhergehen. Parallel zur Konzeption neuer Räume muss auch die Kultur systematisch entwickelt werden. Mitarbeiter gilt es hierbei zu befragen und einzubinden.

(5) Das Büro muss zur ‚Kultur-Tankstelle‘ werden, wo die Werte des Unternehmens durch gute Interaktion erlebbar werden. Hierzu sollte der Raum die Qualität der Beziehungen (Begegnung, Austausch, Raum für vertrauliche Gespräche) fördern und die Unternehmenskultur sollte im Raum spürbar sein (Architektur, Mö­blierung, Arbeitsplatzgestaltung, Raumangebote, Bilderwelt).

„Wir brauchen unsere Büros als Kultur-Tankstelle und soziale Heimat der Arbeitnehmer. Wir sehen die Zukunft in Multispace-Büros. Büroflächen, welche je nach Anforderung einfach und flexibel auf die jeweiligen Bedürfnisse adaptiert werden können“, ergänzte Clemens Imberi, Leiter der Business Unit Streit inhouse bei der Streit Service & Solution GmbH & Co. KG in Hausach.

Weiterhin ist das Thema Digitalisierung zwingend für ein stimmiges Gesamtkonzept erforderlich. Angefangen bei einer perfekten WLAN-Ausleuchtung im gesamten Raum über Datensicherheits-Konzepte und workflowbasiertes Dokumenten-Management bis hin zu digitalen Raumbuchungs-Systemen und Collaboration-Tools.

Im Rahmen des Workshops wurde den Teilnehmern eine Roadmap an die Hand gegeben, wie das Office nach Corona erfolgreich im Unternehmen implementiert werden kann. Aufgrund der großen Resonanz ist bereits ein Folgetermin für den Oktober dieses Jahres angedacht.

 

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