Soennecken

„Liquidität als Mutter aller Schlachten“

Ausgabe-Nr.: 1/2021

Soennecken-Vorstands-Sprecher Dr. Benedikt Erdmann: „Soennecken ist nicht in einer Krisensituation, aber vielleicht ist die Branche in einer.“

Die Genossenschaft aus Overath hielt zum zwanzigsten Mal ihren Lieferantentag ab. Rund 120 Teilnehmer folgten der digitalen Übertragung aus dem Soennecken-WorkLab. Die Botschaft der Referenten: Die Pandemie ist eine „Chance für Neues“. Wirtschaftlich kommt das Unternehmen mitsamt den Mitgliedern bislang „gut durch die Krise“. Außerdem schloss das in 2019 vorgestellte Warenwirtschafts-System ‚SoLution‘ die Pilotphase erfolgreich ab und soll in 2021 weiteren Genossen zur Verfügung stehen.

„Wir sind zufrieden, dass wir es so gut durch das Jahr geschafft haben. Soennecken ist nicht in einer Krisensituation, aber vielleicht ist die Branche in einer. Die Veränderungen werden teilweise dauerhafter Natur sein. Die Pandemie war eine Art Vorschau für das, was uns in Zukunft erwartet“, betonte Dr. Benedikt Erdmann, Vorstands-Sprecher der Soennecken eG in Overath, auf der Lieferanten-Veranstaltung.

Das für 2020 erwartete Ergebnis von minus 7,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2019: 679 Millionen Euro Umsatz) liegt Erdmann zufolge über den Erwartungen (-> INFO-MARKT Nr. 9/2020). Zudem konnte das Geschäftsjahr 2020 mit einer „schwarzen Null“ beendet werden. Für 2021 planen die Overather einen Umsatz auf dem Niveau von 2020. Allerdings mit einer deutlichen Steigerung im Geschäftsfeld ‚LogServe‘ und einem Jahresüberschuss von 1,1 Millionen Euro – jeweils nach Ausschüttung an die Mitglieder.

„In der Krise ist die Mutter aller Schlachten die Liquidität, nicht der Umsatz“, vermerkt Interims-Vorstand Frank Esser und hebt die solide finanzielle Basis auch für 2021 hervor. Die Bonität ist gut, das Banken-Rating im obersten Bereich. Er erklärt, dass auch die Fachhändler ohne Ausfälle die Krise gut bewältigt haben. Seit 2015 konnte die Genossenschaft über 130 neue Mitglieder gewinnen.

Frank Esser, Interims-Vorstand bei Soennecken: „In der Krise ist die Mutter aller Schlachten die Liquidität, nicht der Umsatz.“

„Wer in der Krise gelernt hat, ohne Papier zu arbeiten, holt das nach der Krise nicht wieder hervor. Home-Office steht noch nicht im Fokus der Händler – aber das wird nicht mehr weggehen“, ergänzt Georg Mersmann, der am 12. April 2021 sein Amt als neuer Vorstand für LogServe und IT antreten wird. Der neue Mann will seinen Fokus von Beginn an auf Themen der Digitalisierung richten, wie etwa Shop-Systeme und Anwendungen für die Warenwirtschaft.

Darüber hinaus bestand das unternehmenseigene Warenwirtschafts-System ‚SoLution‘ die Pilotphase. Das Tool wurde von Mitgliedern für Mitglieder entwickelt und in den letzten Monaten von drei Fachhändlern eingeführt. Es orientiert sich an den unterschiedlichen Bedürfnissen der Branche. Mit den Erfahrungen als Basis soll das Projekt in 2021 an Fahrt aufnehmen und 15 weitere Anwender sollen ins Boot geholt werden.

 

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