IT-Mittelstand

„Große Chancen und Potenziale“

Ausgabe-Nr.: 25/2020

Die mittelständischen Unternehmen stemmen sich gegen die Corona-Krise und blicken wieder zuversichtlicher in die Zukunft. Das Geschäftsklima für die knapp 12.000 Betriebe und ihre mehr als eine halbe Million Beschäftigten hellt sich auf. Der Bitkom-ifo-Digitalindex für den IT-Mittelstand notierte im Mai 2020 bei 11,7 Punkten, das waren 12,6 Zähler mehr als im Vormonat, so dass die Zeichen auf Wachstum stehen: Die Unternehmen erwirtschafteten 2018 einen Umsatz von 84 Milliarden Euro (plus 15 Prozent). Auch die Beschäftigung stieg deutlich an auf 543.472 sozialversicherungspflichtige Jobs. 2018 kamen 47.838 neue Arbeitsplätze dazu.

Diese Daten stehen im neuen IT-Mittelstandsbericht des Digitalverbands Bitkom e. V. in Berlin. In diesem Jahr sind digitale Plattformen und die Herausforderungen der Corona-Krise die Schwerpunkte. „Die Corona-Pandemie hat die Wirtschaft in eine tiefe Krise gestürzt, aber zugleich die großen Chancen und Potenziale der Digitalisierung aufgezeigt. Im Windschatten der Digital-Giganten sind es die Unternehmen des IT-Mittelstands, die diesen Epochen-Wechsel vorantreiben und gestalten. Mittelständische IT-Unternehmen sind Rückgrat und Erfolgsgarant der digitalen Wirtschaft“, betont Bitkom-Mittelstandssprecher Dirk Röhrborn. Die 11.834 deutschen mittelständischen IT-Unternehmen stehen für 37 Prozent des Umsatzes und 57 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Informationstechnik (-> Grafik 1).

Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie sind aktuell die größten Herausforderungen für den IT-Mittelstand. Bei den Unternehmen löste die krisenbedingt eingebrochene Nachfrage den Fachkräfte-Mangel als das lange Jahre mit Abstand dominierende Hemmnis für die Geschäfts-Abwicklung ab. „Mittelfristig wird der Bedarf an IT-Fachkräften wieder steigen. Wie sich der Arbeitsmarkt in den kommenden Monaten entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, wie gut das Konjunktur-Paket wirkt und wie schnell die Wirtschaft wieder reaktiviert werden kann“, sagt Röhrborn.

Kurzfristig müsse das Arbeitsrecht an die Erfordernisse und Möglichkeiten des digitalen Zeitalters angepasst werden. Etwa, um der im Zuge der Corona-Krise massiv gewachsenen Home-Office-Kultur Rechnung zu tragen. So kollidiert die vorgeschriebene elfstündige Ruhepause mit den Tages-Abläufen vieler Homeworker. Sinnvoll ist zudem die Umstellung von der täglichen auf eine wöchentliche Höchstarbeitszeit.

Der oft in ländlichen Gebieten ansässige IT-Mittelstand steht in manchen Regionen wegen unzureichender digitaler Infrastrukturen vor erheblichen Herausforderungen. Die Politik muss daher optimale Rahmenbedingungen für den zügigen Ausbau von Breitband- und 5G-Mobilfunknetzen schaffen. Bis 2025 sollten Gigabit-Infrastrukturen auf Basis eines Technologie-Mixes verfügbar sein. In Gebieten, in denen sich ein privatwirtschaftlicher Ausbau nicht rechnet, ist die öffentliche Hand gefragt. Um die Mobilfunknetze auf den neuesten Standard aufzurüsten und Funklöcher zu schließen, braucht es einfachere, standardisierte Antrags- und Genehmigungs-Verfahren.

Weitere mittelstandspolitische Forderungen sind die Verbesserung der Wettbewerbs-Bedingungen für Rechenzentren und eine mittelstandsfreundliche Anwendung des Vergaberechts für mehr Chancen-Gleichheit bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. – Der vollständige IT-Mittelstandsbericht 2020 ist auf der Bitkom-Homepage abrufbar.

 

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