Digitalisierung/Blockchain

Basistechnologien des Digitalzeitalters

Ausgabe-Nr.: 35/2017

Bitkom-Präsident Achim Berg: „Blockchain wird nicht nur die Finanz- oder Energiewirtschaft verändern, Verwaltungsvorgänge oder etwa die Logistik revolutionieren.“

Einer der wichtigsten Tech-Trends ist weitgehend unbekannt. Beispiel Automobil-Industrie. Gerade einmal ein Drittel der Hersteller und Zulieferer (34 Prozent) dieser Branche hat bislang von der Blockchain als Technologie für den Unternehmenseinsatz gehört. Zum Vergleich: Bei Big Data (96 Prozent), 3-D-Druck (92 Prozent) oder Internet of Things (73 Prozent) liegen die Anteile deutlich darüber. Das ist das Ergebnis einer Umfrage im Auftrag des Digitalverbands Bitkom unter Vorständen und Geschäftsführern von Unternehmen der Automobilindustrie mit 20 und mehr Mitarbeitern in Deutschland.

 

 

„Blockchain wird nicht nur die Finanz- oder Energiewirtschaft verändern, Verwaltungsvorgänge oder etwa die Logistik revolutionieren“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. „Gerade im Verkehrssektor gibt es faszinierende Einsatzszenarien. Viele der aktuellen Herausforderungen der Automobilindustrie können mit Blockchain leichter bewältigt werden. Jedes Unternehmen sollte ,digital first‘ denken und handeln. Die Entscheidungsträger sollten die Chancen der Blockchain-Technologie für ihre jeweiligen Unternehmen ausloten.“

Aktuell wird die Blockchain-­Technologie häufig auf ihren Einsatz bei sogenannten Kryptowährungen wie Bitcoin reduziert. Der dezentrale Ansatz der Blockchain-Technologie ermöglicht aber Transaktionen ohne zentrale Vertrauensinstanz in vielen anderen Bereichen. So können damit nicht nur Finanztransaktionen sicher gestaltet werden, sondern künftig zum Beispiel Beurkundungen ohne Notar erfolgen, Verträge als Smart Contracts abgewickelt werden oder die komplette Lieferkette eines Produkts transparent dargestellt und ins Internet of Things (IoT) eingebunden werden.

Mit Blockchain lässt sich der Parkraum in Innenstädten bewirtschaften, Fahrzeugflotten lassen sich verwalten und das Elektrofahrzeug bezahlt autonom den Strom mit der eignen digitalen Brieftasche. In der Produktion von Fahrzeugen macht Blockchain-Technologie im Zusammenspiel mit KI-Lösungen genauere Fehleranalysen möglich. Im Service lassen sich Schäden oder Materialermüdung festhalten, es kann punktgenau vorausschauend gewartet und eine Unfallhistorie nachgehalten werden.

Größter Hinderungsgrund für eine Einführung im eigenen Unternehmen sind die Kosten, die unklare rechtliche Situation, etwa beim Datenschutz, sowie das fehlende Know-how im Unternehmen. Nach Ansicht von Bitkom sollte die nächste Bundesregierung dafür sorgen, dass sich Deutschland weltweit führend in der Blockchain-Technologie positioniert. Dazu gehört die Aufnahme von Blockchain-Projekten in geeignete Förderprogramme und die Etablierung von entsprechenden Bildungs- und Weiterbildungsangeboten ebenso wie ein aktives Vorangehen der öffentlichen Verwaltung, die Blockchain-Technologien einsetzen und ausprobieren sollte. Unternehmen und Verbraucher benötigen zudem Rechtssicherheit, wenn sie Blockchain-Technologien nutzen wollen. In der kommenden Legislaturperiode muss daher ein geeigneter Rechtsrahmen geschaffen werden. „Blockchain ist eine der wichtigsten Basistechnologien des Digitalzeitalters“, so Berg. „Wer hier bei der Entwicklung vorne mit dabei ist, kann sich enorme Wettbewerbsvorteile verschaffen.“

Das Bitkom-Policy-Paper „Blockchain-Technologie – Wegbereiter des nächsten digitalen Evolutionsschritts“ ist abrufbar unter: https://digitalwahl.de/bitkom/org/Digitalwahl/Positionen-Was-zu-tun-ist/Positionen/Blockchain.html. Die Blockchain und ihre konkreten Einsatzmöglichkeiten sind auch ein Schwerpunkt der hub.berlin, die der Bitkom am 28. November in Berlin veranstaltet.

 

 

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