Digital-Report/Cloud-Studie

Sehr hohe Investitions-Bereitschaft

Ausgabe-Nr.: 24/2020

Der Non-Profit-Sektor ist einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland – und trotzdem steht er in Sachen Digitalisierung selten im Mittelpunkt. Das will der ‚Digital-Report 2020‘ ändern. Hierbei soll es sich um die aktuell größte Erhebung in Deutschland zur Digitalisierung im gemeinnützigen Sektor im Bereich der Vereine handeln. Rund 5.000 deutsche Non-Profit-Organisationen (NPO) gaben außerdem Auskunft darüber, welche IT-Investitionen sie planen und in welchen digitalen Zukunfts-Technologien sie die größten Potenziale sehen.

„Der Non-Profit-Sektor ist einer der größten Wirtschaftszweige in Deutschland – und trotzdem steht er in Sachen Digitalisierung selten im Mittelpunkt. Das will der Digital-Report 2020 ändern“, sagt der Herausgeber und Projektträger Haus des Stiftens GmbH und verweist zudem auf die Förderung des Bundesministeriums des Inneren, für Bau und Heimat. Die wissenschaftliche Leitung übernahm der Lehrstuhl für Corporate Social Responsibility der Universität Mannheim.

Der gemeinnützige Sektor trägt mit 3,7 Millionen Beschäftigten 4,1 Prozent zum Brutto-Inlandsprodukt bei – so viel wie die deutsche Autoindustrie. Digitalisierung wird auch hier als Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit angesehen, wenn auch die Ausgangslage in vielen Fällen noch rudimentär ist. Aktuell betreiben 96 Prozent aller NPOs eine eigene Website. 85 Prozent nutzen Anti-Viren-Software, 74 Prozent Lösungen für die Mitgliederverwaltung und 65 Prozent webbasierte E-Maildienste. Auch Speziallösungen für die Generierung von Spenden sind im Einsatz, wenn auch deutlich seltener: Tools für Crowdfunding verwenden 14 Prozent, Fundraising-Software nur 11 Prozent der NPOs.

Im Laufe des aktuellen Jahres wollen 38 Prozent der befragten Non-Profit-Organisationen ihr IT-Budget erhöhen. Konkret streben drei Viertel aller befragten NPOs Investitionen in Software-Lösungen an. 11 Prozent davon planen sogar hohe oder sehr hohe Investitionen. 46 Prozent der Organisationen beabsichtigen außerdem, IT-Schulungen zu finanzieren. Ein Drittel der Organisationen will in externe Dienstleister und Personal investieren.

Dieser Sektor greift zunehmend auf Technologien wie Künstliche Intelligenz, Cloud-Computing oder
Virtual Reality zurück. Derzeit haben 34 Prozent der NPO mindestens eine dieser Technologien im Einsatz. Bei der Frage, welche Anwendungen ein großes oder sehr großes Potenzial haben, ergab sich folgendes Ranking: Cloud-Computing (41 Prozent), Virtual Reality/Augmented Reality (15 Prozent), Künstliche Intelligenz (12 Prozent), 3D-Druck und Internet of Things (jeweils 11 Prozent), Chatbots (8 Prozent) und Blockchain (4 Prozent).

Besonders groß ist das Vertrauen in Cloud-Lösungen – 61 Prozent der befragten NPOs nutzen sie. Aktuell setzen etwa 87 Prozent Cloud-Lösungen für das Teilen von Dokumenten ein, 59 Prozent für die Datensicherung und 45 Prozent verwenden Cloud-basierte E-Mail-Programme (-> Grafik 1).

Bis Ende 2021 wollen NPOs massiv in diese Technologie investieren. Entsprechend prognostizieren die befragten NPOs einen deutlichen Rückgang von On-Premise-Lösungen: Aktuell werden sie noch von knapp der Hälfte der Organisationen genutzt. Bis Ende 2021 wird sich der Anteil auf 24 Prozent halbieren.

Das Potential von Virtual Reality (VR) und Augmented Reality (AR) sowie Künstlicher Intelligenz (KI) wird aktuell noch zurückhaltend eingeschätzt. Vereinzelt sind sie bereits im Einsatz, vor allem bei sogenannten Social Start-ups, da diese einen überdurchschnittlichen digitalen Reifegrad besitzen. Die Initiatoren rechnen damit, dass die Nachfrage nach Lösungen rund um VR, AR und KI in den nächsten drei bis fünf Jahren stark zunehmen wird.

 

Weitere Artikel dieser Ausgabe