Weiterbildung 4.0

„Wir müssen umdenken“

Ausgabe-Nr.: 04/2017

Hermann Arnold, Verwaltungspräsident von Haufe-umantis: „In Zukunft gilt: Jeder muss führen, jeder muss folgen und jeder muss wissen, wann was angebracht ist.“

Die Digitalisierung mischt den Weiterbildungsmarkt kräftig auf. Immer mehr Beschäftigte bilden sich heute selbstverantwortlich, vernetzt mit Gleichgesinnten und direkt am eigenen Arbeitsplatz weiter. Die aktuellen Trends in Weiterbildung und Personalentwicklung umreißt die Fachmesse Personal Nord am 25. und 26. April. Zudem referieren auf der Start-up Stage erstmals Experten für ‚Corporate Learning & Working‘.

 

„Wir müssen umdenken. In Zukunft gilt: Jeder muss führen, jeder muss folgen und jeder muss wissen, wann was angebracht ist“, sagt Hermann Arnold, Mitgründer und Verwaltungspräsident der Haufe-umantis AG in St. Gallen (Schweiz). Der Manager ist einer der Hauptredner der neuen Vortragsreihe ‚Corporate Learning & Working‘ der Personal Nord.

Während sich technische Innovationen mit atemberaubender Geschwindigkeit und Taktfrequenz entwickeln, verändert sich die Arbeitswelt nur in kleinen Schritten. Organisation, Führung und Personalentwicklung entsprechen oft noch sehr klassischen Vorstellungen. Arnold zufolge war die Diskrepanz in der Geschichte der Wirtschaft noch nie so groß. Der Gründer trat freiwillig als Geschäftsführer zurück und arbeitete nach einer Auszeit bald wieder für den Softwarehersteller, in einem Projekt unter dem neuen CEO, der inzwischen demokratisch gewählt wird. Arnold fungiert beim Unternehmensumbau, der dieser Entwicklung zugrunde liegt, als aktiver „Ermutiger“.

Dies gilt auch für die betriebliche Weiterbildung, die sich im Zuge der Digitalisierung stark verändert. Statt Weiterbildung Top-down anzuordnen, nehmen Eigenverantwortung der Beschäftigten für ihre Weiterentwicklung und soziales Lernen direkt am Arbeitsplatz einen immer größeren Raum ein. Hinzu kommen Forderungen nach digitalen Kompetenzen für Industrie 4.0 und Arbeit 4.0. Offene Lernszenarien sollen digitale Lernressourcen frei zugänglich machen und eine Kultur des Teilens schaffen. Inwiefern Organisationen diese selbstgesteuerten und kollaborativen Lernprozesse als Open Education alltagstauglich gestalten können, führt Kerstin Mayrberger, Professorin für Lehren und Lernen an der Universität Hamburg, in der Vortragsreihe ‚Corporate Learning & Working‘ aus.

Weitere Anregungen, wie Betriebe Learning 4.0 unterstützen können, geben Ulrich Ude, Geschäftsführer von tts, und Jenny Pomino von den Carl Duisberg Centren. Besondere Aufmerksamkeit wird bei der neuen Themenreihe den Beschäftigten 40plus zuteil. Denn: viele Betriebe sehen es als Herausforderung, diese Arbeitnehmergruppe auf dem Weg in eine digitale Zukunft mitzunehmen. Unter dem Motto ‚älter – und cooler‘ skizziert Christian Stamov-Roßnagel, Professor für Organisationspsychologie an der Jacobs University Bremen, Anforderungen und hilfreiche Werkzeuge.

Auch auf weiteren Bühnen der Fachmesse für Personalmanagement erfahren Unternehmensvertreter mehr über neue Weiterbildungskonzepte. Im Trend liegen unter anderem Projekteinsätze, bei denen sich Mitarbeiter „on the Job“ persönlich oder fachlich weiter entwickeln können. So berichtet Helene Prölß, Geschäftsführerin der Stiftung managerohnegrenzen, wie Corporate Volunteering zur Führungskräfteentwicklung beitragen kann. Ein Ansatz für strategische Personalentwicklung ist außerdem die wissenschaftliche Qualifizierung. Norina Wolf und Mario Ganz von der Technischen Universität Kaiserslautern stellen dazu ihre Ansätze vor.

 

 

 

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