Video-Recruiting/Personalarbeit

„Ins Jahr 2025 katapultiert“

Ausgabe-Nr.: 11/2020

viasto-Co-Founder Sara Lindemann: „Die Begleiterscheinungen der Corona-Krise haben unter anderem dazu geführt, dass die Personalarbeit in Deutschland innerhalb von nur gut fünf Monaten hinsichtlich der digitalen Entwicklung ins Jahr 2025 katapultiert wurde.“

Ein Konsortium mit Mitgliedern aus dem Anbieter- und Arbeitgeber-Umfeld sowie aus der Wissenschaft definierte Standards und praxisorientierte Qualitäts-Richtlinien für die videogestützte Personalauswahl. Der Hintergrund: In den vergangenen Monaten erfuhr die HR (Human Resources)-Branche einen beschleunigten Digitalisierungs-Schub. Für die Vielfalt an unterschiedlichen Anwendungen existierten noch keine spezifischen, einheitlichen Leitlinien für deren Einsatz. Diese sind für eine faire Beurteilung von Bewerbern allerdings notwendig.

„Die Begleiterscheinungen der Corona-Krise haben unter anderem dazu geführt, dass die Personalarbeit in Deutschland innerhalb von nur gut fünf Monaten hinsichtlich der digitalen Entwicklung ins Jahr 2025 katapultiert wurde. Dieser wuchtige Innovations-Wandel benötigt umso dringender verlässliche Leitplanken. Aktuell herrscht Unklarheit und Wildwuchs. Die DIN Spec soll Unternehmen und Organisationen dabei unterstützen, keine Schäden durch nicht-fachgerechte Anwendung videogestützter Methoden zu erleiden. Sie erhalten nun endlich die notwendige Orientierung“, erklärt Sara Lindemann, Co-Founder der viasto GmbH in Berlin, ein Anbieter von Video-Recruiting-Lösungen (-> Stellenmarkt Nr. 8/2019), und Leiterin des DIN-Konsortiums.

Die neue DIN Spec (Standard-Dokument) richtet sich an alle Unternehmen, Behörden und Organisationen, die sicherstellen wollen, dass sie in ihrer Personalarbeit nach den neuesten, gesicherten Erkenntnissen aus Wissenschaft und Technik arbeiten. Mit ihr können Personal-Verantwortliche Video-Recruiting-Tools und damit verbundene Prozesse ab sofort zertifizieren lassen.

Die Norm klärt Fragen rund um den Einsatz von Features auf Basis künstlicher Intelligenz (KI) im Video-Recruiting. Das ist für Arbeitgeber vor allem deshalb wichtig, weil die Anwendung von nicht abgesicherter KI ethische und rechtliche Gefahren hervorruft, die sich unter anderem negativ auf die Wahrnehmung einer Arbeitgeber-Marke auswirken können. Zudem nimmt die neue Regelung die Kandidaten in den Fokus und regelt neben wichtigen Maßnahmen zum Schutz vor Diskriminierung im Bewerbungs-Prozess auch deren Informations-Anspruch beim Einsatz von KI-Technologie zur Personalauswahl.

„Gerade in Zeiten von hohem Innovationsdruck ist es wichtig, dass alle schnellstmöglich eine gute Orientierung haben, welche videogestützten Interview-Prozesse tatsächlich gute Entscheidungen ermöglichen und welche eher zu Fehlentscheidungen oder gar zu systematischer Diskriminierung von Kandidat/-innen führen. Ab sofort können Unternehmen ihre videogestützten Prozesse und Methoden zertifizieren lassen – das ist ein Meilenstein für die innovative Personalauswahl in Deutschland“, ergänzt Lindemann.

 

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