Total Workforce Management (TWM) 4.0

Strategie für HR-Digitalisierung

Ausgabe-Nr.: 10/2017

Für den Personal-Bereich hat sich der Fachkräftemangel zu einer negativen Konstante entwickelt. Gleichzeitig wächst mit der steigenden Zahl der externen Mitarbeiter in Projekten und Services der Teil der Workforce, der für die meisten HR-Verantwortlichen außerhalb ihres Einflussbereichs arbeitet. Welche Vorteile sich durch das Management-Modell TWM für die strategische Personalplanung und Steuerung des Dienstleister-Ökosystems erzielen lassen, analysierte die aktuelle Lünendonk-Trendstudie.

 

„Angesichts der immer kürzeren und schlecht planbaren Wirtschaftszyklen wird eine effektive Steuerung der internen Personalbedarfe in Abstimmung mit den externen Personalbedarfen zu einem wichtigen Wettbewerbsvorteil“, sagt Hartmut Lüerßen, Partner bei der Lünendonk & Hossenfelder GmbH in Mindelheim. Das Unternehmen bedient Menschen Wirtschaft und Medien mit Rankings, Studien und Beratung im professionellen Dienstleistungssektor (B2B).

Überstunden und Projektverzug als Konsequenz

Von den analysierten Unternehmen können die meisten nicht alle offenen Stellen besetzen. Die Folgen sind in 70 Prozent der Fälle Überstunden für die anderen Mitarbeiter und in 45 Prozent Projektverzug. Zudem dauert es in 47 Prozent der Fälle länger als sechs Monate, bis die offenen Stellen besetzt sind. Bei 21 Prozent der Stellen sind die neuen Mitarbeiter sogar erst nach mehr als einem Jahr im Einsatz.

Vor diesem Hintergrund verwundert es nicht, dass die Unternehmen seit Jahren verstärkt auf externe Mitarbeiter und Projektunterstützung setzen. Lüerßen zufolge verdeutlicht die Studie, dass die Zahl der externen Mitarbeiter deutlich dynamischer wächst, obwohl die meisten Unternehmen parallel auch die Zahl der internen Mitarbeiter erhöht haben. Dabei zeige sich auch, dass die Unternehmen, die heute bereits Total Workforce Management einsetzen, insgesamt schneller rekrutieren und ihre Ziele besser erfüllen.

Das Konzept von TWM ist nicht neu, jedoch durch moderne Software-Architekturen inzwischen reif für eine integrierte HR-Digitalisierungsstrategie. Aufgrund der modernen, Cloud-basierten Software-Architekturen, die in den Lösungen zur Dienstleistersteuerung (Vendor Management Systeme, VMS) und inzwischen auch bei den führenden HR-Lösungen zum Einsatz kommen, reduziert sich der technologische Aufwand für die Implementierung von TWM erheblich.

Bei 56 Prozent der analysierten TWM-Anwender liegt die fachliche Führung im HR-Bereich. Für den Einkauf ergeben sich vor allem operative Vorteile für Verhandlungen durch die funktionsübergreifenden Vergleichsdaten. Zudem können externe Projektmitarbeiter frühzeitig angefragt werden, wenn anhand der Anforderungsprofile von intern zu besetzenden Stellen klar ist, dass aufgrund von Kandidatenmangel schnell Übergangslösungen gefunden werden müssen, um einen Projektverzug zu vermeiden.

Bisher führen 58 Prozent der TWM-Anwender Reports von unterschiedlichen Quellen zusammen, 34 Prozent der Unternehmen haben eigene Entwicklungen implementiert, um die erforderlichen Systeme zusammenzuschalten. „Dass die Implementierung von TWM auf Basis von Micro-Cloud-Services die sehr aufwändigen Individualsoftware-Projekte ablöst, soll laut Experten die Umsetzung mittlerweile enorm erleichtern.

 

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