Sprachgesteuerte Anwendungen

Auf dem Vormarsch

Ausgabe-Nr.: 10/2017

Timm Lutter, Bitkom-Experte für Consumer Electronics & Digital Media: „Zukünftig werden wir Teile unserer Technik freihändig per Sprachbefehl steuern.“

Aufgrund von intelligenter Lautsprecher wie Amazon Echo und Google Home lassen sich Haushaltsgeräte wie Lampe, Musikanlage, Fernseher oder Heizung per Sprachbefehl steuern, wenn sie mit dem WLAN verbunden sind. Ein Viertel der Bundesbürger ab 14 Jahren würde Sprachassistenten zu diesem Zweck nutzen. Das hat eine Befragung im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom ergeben.

 

„In der Bevölkerung wird die Technik auch dank Sprachassistenten in Smartphones immer bekannter. Für immer mehr Menschen wird deutlich, wie digitale Sprachassistenten den Alltag erleichtern können“, sagt Timm Lutter, Experte für Consumer Electronics & Digital Media beim Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. in Berlin.

So würden rund 14 Prozent der Befragten per Stimme Verkehrsnachrichten abrufen, 13 Prozent möchten sich E-Mails oder Kurznachrichten vorlesen lassen. Elf Prozent der Befragten würden digitale Sprachassistenten einsetzen, um allgemeine Informationen von Suchmaschinen abzurufen. Ebenso viele möchten Sportergebnisse per Stimme erfahren. Jeder elfte Bundesbürger würde Waren im Internet bestellen und ebenso viele würden die intelligenten Lautsprecher nutzen, um Musik abzuspielen.

Ähnlich wie der Sprachassistent im Smartphone nehmen die Geräte die Anweisungen über eingebaute Mikrofone auf, wenn zuvor das entsprechende Aktivierungswort genannt wurde. Der Assistent antwortet per Computerstimme auf die Fragen und Befehle. Rund sieben von zehn Bundesbürgern ab 14 Jahren (69 Prozent) haben laut Befragung bereits von den digitalen Sprachassistenten gehört. Vier von zehn Befragten ab 14 Jahren (39 Prozent) können sich vorstellen, die Sprachassistenten zu nutzen. „Die Anwendungsmöglichkeiten von digitalen Sprachassistenten werden täglich mehr. Zukünftig werden wir Teile unserer Technik freihändig per Sprachbefehl steuern“, ergänzt Lutter.

Sorgen um Datenschutz sinken

Weniger Sorgen als im vergangenen Jahr machen sich die Befragten um den Datenschutz bei den Sprachassistenten. So sagen 52 Prozent der Befragten, die kein Interesse an einem Sprachassistenten haben, dass sie Angst haben, dass Dritte die Sprachassistenten hacken. Im vergangenen Jahr waren es noch 61 Prozent. Den Experten des Bitkom zufolge sind – wie bei jedem Gerät, das mit dem Internet verbunden ist – entsprechende Schutzmaßnahmen sinnvoll und notwendig, etwa im Router. Wer die Sprachassistenten nicht nutzen möchte, nennt auch andere Gründe. Knapp die Hälfte sagt, dass sie die Sprachassistenten nicht brauchen. Jeder Fünfte möchte seine technischen Geräte generell nicht per Sprache steuern. Zwölf Prozent geben an, dass ihnen bereits der Funktionsumfang des digitalen Sprachassistenten im Smartphone genügt.

 

 

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