Ricoh

Vier-Tage-Woche im Visier

Ausgabe-Nr.: 8/2019

David Mills, CEO von Ricoh Europe: „Unsere Studie untermauert, dass sich die bedeutende Herausforderung der Produktivitäts-Steigerung nicht meistern lässt, indem man Druck auf die Arbeitnehmer ausübt, dass diese härter arbeiten, oder indem man halbherzig Innovationen verfolgt.“

Nach einer aktuellen Studie des japanischen Herstellers vertritt die Mehrheit der Arbeitnehmer die Ansicht, dass in naher Zukunft durch moderne Technologien eine Vier-Tage-Woche möglich sein wird. Das geht aus einer von Ricoh Europe in Auftrag gegebenen Studie hervor, die die Einstellung der Arbeitnehmer zur Produktivität untersucht. Unabhängig von einer solchen Arbeitsregelung sind Arbeitnehmer angeblich dazu bereit, ihre Effizienz durch Weiterbildungen und Technologien zu verbessern.

„Unsere Studie untermauert, dass sich die bedeutende Herausforderung der Produktivitäts-Steigerung nicht meistern lässt, indem man Druck auf die Arbeitnehmer ausübt, dass diese härter arbeiten, oder indem man halbherzig Innovationen verfolgt. Stattdessen kann die Unterstützung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Erlernen neuer Fähigkeiten und beim Einsatz Technologie-getriebener Effizienz-Steigerungen zu signifikanten Produktivitäts-Ergebnissen führen – und vielleicht sogar zu einer kürzeren Arbeitswoche“, äußert sich David Mills, CEO von Ricoh Europe Ltd. in London, zu den Erkenntnissen der genannten Untersuchung.

Sie fand heraus, dass 57 Prozent der Arbeitnehmer in Europa damit rechnen, in Zukunft nur noch vier Tage pro Woche arbeiten zu müssen. Als Begründung für ihren Standpunkt führen die Befragten die steigende Produktivität durch immer fortschrittlichere Technologien an. Auch ganz unabhängig von digitalen Tools ist ‚Produktivität‘ das Schlüsselwort in den Debatten rund um die Vier-Tage-Woche. In unserem E-Paper Stellen@Markt Ausgabe Nr. 3/2019 berichteten wir bereits über eine von Arbeitsmarkt-Forschern durchgeführte Studie zu diesem Thema. Die Mitarbeiter sind produktiver und gleichzeitig weniger gestresst, wenn man der gesamten Belegschaft einen Tag pro Woche bei gleichem Gehalt schenkt, lautet eine der Erkenntnisse.

Trotz solcher Ergebnisse liegt eine generelle Abkehr von dem Fünf-Tage-Modell wohl noch in weiter Ferne. Dennoch steigt die Anzahl der Organisationen mit lediglich vier Werktagen. Planio, ein in Berlin ansässiges Unternehmen, das Projekt-Management-Software entwickelt, ist im vergangenen Jahr auf dieses Modell umgestiegen.

Die Ricoh-Umfrage verdeutlicht, dass der Großteil der Arbeitnehmer den Wunsch hat, die eigene Produktivität durch Weiterbildungen und Technologien zu optimieren. Fast drei Viertel der Arbeitnehmer (72 Prozent) geben an, mehr zur Gestaltung ihres Arbeitsplatzes beitragen zu wollen.

Bemerkenswert ist, dass sich in den Studien generationsübergreifend* kaum Meinungsverschiedenheiten bei den genannten Punkten zeigten, was andeutet, dass Diskussionen über widersprüchliche Ansichten oder Forderungen unter den Babyboomern, der Generation X, der Generation Y und der Generation Z nicht angebracht sind*.

Um eine Steigerung der Produktivität zu erreichen, glauben sieben von zehn Arbeitnehmern, sich im Laufe ihrer Karriere immer wieder weiterbilden zu müssen. Andererseits vertreten 63 Prozent die Auffassung, dass die Technologie eine zentrale Rolle spielen sollte, sie zu unterstützen, nach besten Kräften zu arbeiten. Diesbezüglich erklärten vier von zehn Arbeitnehmern, dass eine Automatisierung (44 Prozent) sowie eine KI (39 Prozent) ihnen wahrscheinlich bei ihrer Arbeit helfen würden. Zudem sind mehr als zwei Drittel der Arbeitnehmer davon überzeugt, dass sich Spitzenunternehmen durch Investitionen in digitale Technologien auszeichnen.

* Baby Boomer: 1946 bis 1964, Generation X: 1965 bis 1980, Generation Y: 1981 bis 1995, Generation Z: 1996 bis heute.

 

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