Ricoh

Späte Einsichten

Ausgabe-Nr.: 6/2019

David Mills, CEO von Ricoh Europe Ltd.: „Die Arbeitnehmer von heute sind vereinter denn je in der Forderung nach einer grundlegenden Veränderung der Art, wie wir zukünftig unsere Geschäfte führen.“

Höhere moralische und ethische Standards fordern Arbeitnehmer ­aller Generationen von ihren Arbeitgebern. Sie suchen ihren Job auf Basis von Visionen und Werten und wollen, dass sich die Unternehmen für Veränderungen in der Welt einsetzen. Das zeigt eine Studie, die von Ricoh Europe in Auftrag gegeben wurde.

„Die Arbeitnehmer von heute sind vereinter denn je in der Forderung nach einer grundlegenden Veränderung der Art, wie wir zukünftig unsere Geschäfte führen. Es reicht nicht mehr aus, nur den finanziellen Erfolg zu messen. Arbeitnehmer aller Generationen* verlangen von Unternehmen, sich für das Gute und für positive Veränderungen in der Welt einzusetzen“, erklärt David Mills, CEO von Ricoh Europe Ltd. in London, anlässlich der Veröffentlichung einer neuen, im Auftrag von Ricoh durchgeführten Studie.

Als Grund für die Untersuchung gibt der Anbieter die zunehmende Entwicklung in der Arbeitswelt und der Gesellschaft an, bei der die Grenzen zwischen den privaten und beruflichen Welten verschwimmen. „Die Technologie befreit uns von den traditionellen Nine-to-five-Bürojobs“, lautet die These. Die Wahl des Berufes und die Entscheidung, wie wir arbeiten, wird immer mehr zu einem definierenden Faktor dafür, wer wir als Menschen sind. Das bringt Arbeitnehmer aller Altersgruppen zu der Frage, ob ihr Arbeitgeber auch perfekt zu ihnen passt, was ihre Vision und Werte angeht.

Die Untersuchung basiert auf einer Befragung von 4.580 Büro­angestellten in 24 EMEA-Ländern, die von dem englischen Marktforschungs-Unternehmen Coleman Parkes Research Ltd. in London durchgeführt wurde. Sie lieferte unter anderem folgende Ergebnisse: 64 Prozent der Arbeitnehmer befürworten, dass Nachhaltigkeit für Geschäfts- und Produktstrategien in den nächsten fünf bis zehn Jahren im Mittelpunkt stehen muss. 65 Prozent der Teilnehmer über alle Generationen hinweg glauben an die Werte und Ideale ihres Unternehmens. 59 Prozent der Beschäftigten betrachten ihre Arbeit als einen zentralen Faktor für ihre persönliche Identität und nehmen persönlich Anteil an ihren Arbeitsplätzen. Und durchschnittlich 63 Prozent der Befragten vertreten die Meinung, dass die Art, wie wir Geschäfte abwickeln, sich in den nächsten fünf bis zehn Jahren dramatisch verändern wird.

Die Arbeitnehmer glauben außerdem, dass die Rolle eines verantwortungsvollen Arbeitgebers auch darin bestehen sollte, digitale Arbeitskräfte zu qualifizieren und Innovationen in ihren Branchen zu entwickeln. Sie bewerten neue Technologien als unerlässlich für diese Veränderung, wobei 63 Prozent der Technologie eine zentrale Bedeutung zuordnen. Sie erwarten, dass die Technik sie dabei unterstützt, ihre Fähigkeiten bei der Arbeit voll auszuschöpfen. Gleichzeitig glauben 69 Prozent, dass die besten Arbeitgeber in digitale Technologien für die Weiterqualifizierung der Mitarbeiter investieren.

Mills fügt hinzu: „Nicht nur die jüngeren Generationen wünschen sich, dass die Unternehmen handeln. Wir sehen, dass alle Altersgruppen übereinstimmend fordern, mehr nachhaltige und verantwortungsvolle Arbeitspraktiken umzusetzen. Dazu gehört auch, umweltfreundlich zu arbeiten und Respekt gegenüber den Menschen und dem Umfeld, in dem ein Unternehmen tätig ist, zu zeigen. Wir bei Ricoh tun das, indem wir die Nachhaltigkeitsziele der UN annehmen und unterstützen, einschließlich der Verpflichtung, unsere CO2-Emissionen bis 2050 auf null zu reduzieren. Als Führungskräfte haben wir die Aufgabe, unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zuzuhören, und wir hören sie laut und deutlich, wenn es um das große Ganze geht.“

Das sagt nun ausgerechnet ein Manager, der dafür mit verantwortlich zeichnet, dass in der deutschen Ricoh-Vertriebsgesellschaft der Geschäftsführer wie eine Axt im Walde wütete, in einem cholerischen Habitus auf der Geschäftsführer-Etage mit dem Fuß eine Tür eintrat, Mitarbeitern die vor Gericht erstrittenen Abfindungen nicht fristgerecht auszahlte und auch ansonsten in seinen Auftritten in Betriebs-Versammlungen alles andere als ein „Bewusstsein pflegte, dass die kollektive Wirkung, die Unternehmen haben können, entscheidend dafür ist, eine bessere Zukunft für kommende Generationen zu schaffen“ (Mills). – Immerhin: Inzwischen ist es um Deutschland-Chef Niculae Cantuniar und seine speziellen Aus- und Einfälle sehr ruhig geworden. Und er scheint sich offenbar den von Ricoh proklamierten Regeln angepasst zu haben. Bleibt zu hoffen, dass keine Rückfälle entstehen.

* Die Generationen wurden nach dem Geburtsjahr wie nachstehend definiert:  Baby Boomer: 1946 bis 1964, Generation X: 1965 bis 1980, Generation Y: 1981 bis 1995 und Generation Z: 1996 bis heute.

 

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