Recruiting/Job-Start

Große Defizite

Ausgabe-Nr.: 4/2019

Eine gute Einarbeitung und regelmäßige konstruktive Feedback-Gespräche zählen bei den Arbeitgebern keineswegs zur Selbstverständlichkeit. Dabei führt ein gelungener Start in den neuen Job nicht nur zu zufriedeneren Mitarbeitern, sondern auch zu größerer Leistungsfähigkeit des Unternehmens.

„Eine erfolgreiche Rekrutierung endet nicht mit der Unterschrift unter den Vertrag. Sondern erst dann, wenn der neue Kollege im Team integriert und fachlich eingearbeitet ist. Um langfristig erfolgreich zu sein, müssen Unternehmen nicht nur schnell die richtigen Mitarbeiter finden, sondern diese auch schnell in die Lage versetzen, ihre Fähigkeiten im Sinne der Unternehmensziele einzubringen“, sagt Stepstone-Geschäftsführer Dr. Sebastian Dettmers anlässlich der Vorstellung einer neuen Studie des Stellenportals Stepstone.

Stellen Sie sich vor, Sie kommen an Ihrem ersten Arbeitstag ins Büro und weder ein eingerichteter Computer noch ein einsatzbereites Telefon stehen Ihnen zur Verfügung. Mehr als ein Drittel der Fachkräfte in Deutschland hat diese Situation schon einmal erlebt. Das ergab eine Untersuchung der Online-Plattform, bei der  rund 13.000 Fach- und Führungskräfte nach ihren Erfahrungen im neuen Job befragt wurden. Die Ergebnisse zeigen: Nur die Hälfte der neuen Mitarbeiter wird an ihrem ersten Tag von ihrem neuen Vorgesetzten persönlich begrüßt. Bei jedem sechsten Teilnehmer verläuft der Start in den neuen Job sogar noch misslicher. Hier ist noch nicht mal das Team über den Arbeitsbeginn des neuen Kollegen informiert.

Obwohl der neu besetzte Arbeitsplatz in der Regel veränderte Aufgaben und Verantwortlichkeiten mit sich bringt, erhalten der Studie zufolge nur 37 Prozent der Mitarbeiter innerhalb der ersten zwei Wochen eine Einführungs-Schulung zur Unterstützung bei der inhaltlichen Einarbeitung. Unter den so genannten Young Professionals liegt die Zahl mit 41 Prozent sogar noch etwas höher. Dabei ist eine gute Einarbeitung wichtig: Immerhin bekommen 31 Prozent der neuen Mitarbeiter spätestens nach vier Wochen Verantwortung für eigene Projekte übertragen.

Die ersten Wochen im neuen Job als Phase des Kennenlernens sind entscheidend: Jeder dritte Mitarbeiter hat in der Probezeit schon einmal auf eigenen Wunsch das Unternehmen verlassen. Ein möglicher Grund: Die Diskrepanz zwischen Stellenbeschreibung und der erlebten Realität am Arbeitsplatz. Für rund ein Drittel der Befragten stimmten die vorher kommunizierten Aufgaben nicht mit dem tatsächlichen Stellenprofil überein. Eine weitere potenzielle Ursache ist der mangelhafte Austausch zwischen Mitarbeiter und Vorgesetztem.

Laut Stepstone-Studie hatte nur die Hälfte der Befragten in ihrer Probezeit ein Feedback-Gespräch – 70 Prozent fanden dieses hilfreich. „Unternehmen sollten die Bedeutung eines strukturierten Onboardings nicht unterschätzen. Spezialisierte Fachkräfte können sich heute zwischen verschiedenen Angeboten entscheiden. Ein zielgerichtetes Onboarding ist ihnen dabei sehr wichtig. Wer das nicht bietet, riskiert nicht nur den Erfolg der neuen Mitarbeiter, auch im Bewerbungs-Prozess kann es dafür Minuspunkte vom Bewerber geben“, sagt Dettmers.

 

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