Personalarbeit in der IT

Flexibilität ist entscheidend

Ausgabe-Nr.: 07/2017

Christian Umbs, Managing Director bei Robert Half Deutschland: „Unter IT-Fachkräften gibt es im Moment auch unter zufriedenen Arbeitnehmern eine außergewöhnlich hohe Wechselbereitschaft.“

Deutschlands Traumjobs sind aktuell am ehesten im IT-Umfeld zu finden. Mehr als drei Viertel aller in einer Studie befragten IT-Profis geben an, glücklich im Job zu sein. Damit sind sie deutlich zufriedener als Arbeitnehmer anderer Berufsgruppen. IT-Spezialisten finden ihre Vergütung und die Wertschätzung für ihre Leistung öfter angemessen und beurteilen ihre Work-Life-Balance positiver. Dennoch kann sich etwa jeder Vierte von ihnen vorstellen, seinen Job bald zu wechseln – insbesondere dann, wenn zusätzliche Benefits angeboten werden oder die Vergütung flexibel gestaltet wird.

 

„Am ehesten wechseln Arbeitnehmer ihren Job, wenn sie im Team unglücklich sind oder der nächste Karriereschritt beim aktuellen Arbeitgeber nicht möglich ist. Unter IT-Fachkräften gibt es im Moment aber auch unter zufriedenen Arbeitnehmern eine außergewöhnlich hohe Wechselbereitschaft“, sagt Christian Umbs, Managing Director bei der Robert Half Deutschland GmbH & Co. KG in Frankfurt. Das Personaldienstleistungs-Unternehmen untersuchte in seiner Studie ‚Die Zeit ist reif. Glücklich Arbeiten‘, wie Arbeitgeber die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter noch verbessern und mit welchen Methoden Fachkräfte gewonnen und gehalten werden können.

Gute Verhandlungsposition für IT-Fachleute

Grund für die Wechselbereitschaft ist der enorme Bedarf an Fachleuten im IT-Sektor in Deutschland. Die Arbeitnehmer haben offensichtlich verstanden, dass ihre Verhandlungsposition bestens ist und Unternehmen ihnen in vielerlei Hinsicht entgegenkommen. Bei den Verhandlungen spielt das Gehalt oft nur eine untergeordnete Rolle. Denn: Mit ihrer Entlohnung sind viele IT-Fachkräfte schon zufrieden. 63 Prozent von ihnen geben an, ihre Bezahlung als angemessen zu empfinden. Auch in diesem Punkt liegen sie weit über dem Durchschnitt aller befragten Arbeitnehmer in Deutschland (47 Prozent). Hingegen ist fast die Hälfte (45 Prozent) der ITler bereit, ihre Stelle zu kündigen und einen vergleichbaren Job anzunehmen, wenn ihnen Zusatzleistungen oder flexible Vergütungsbestandteile angeboten werden.

Umbs betont, dass je nach Lebenssituation unterschiedliche Benefits den Ausschlag für einen Jobwechsel geben können. Während für den einen Arbeitnehmer ein Dienstwagen besonders relevant sei, freue sich ein anderer über die Möglichkeit, viel Arbeit aus dem Home-Office erledigen zu können. „Entscheidend sei, sich viel Zeit für jeden einzelnen Mitarbeiter zu nehmen und herauszufinden, welche Wünsche der Arbeitnehmer hat. Das gilt unabhängig davon, ob ein Kandidat für das Unternehmen gewonnen oder ein Mitarbeiter an den Arbeitgeber gebunden werden soll.

Vertragliche Vereinbarungen sind aber nur ein Weg, um die Zufriedenheit der Mitarbeiter zu steigern. Es ist für Unternehmen ebenso wichtig, an der Kommunikation mit den Mitarbeitern in ihren IT-Abteilungen zu arbeiten. In der Studie geben 83 Prozent der IT-Spezialisten an, sie wüssten was im Job von ihnen erwartet wird. Bei dem Durchschnitt aller Befragten sind es mit fast 90 Prozent deutlicher mehr, die mit den Anforderungen an sie vertraut sind. Letztendlich ist ein Mitarbeiter mehr als doppelt so wahrscheinlich glücklich und damit auch seinem Arbeitgeber stärker verbunden, wenn die Erwartungen an ihn klar sind.

 

 

 

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