Microsoft/Arbeitswelt

„Resilienter aufstellen“

Ausgabe-Nr.: 9/2020

Microsoft-Deutschland-Geschäftsführerin Sabine Bendiek: „Schon seit 1998 gilt bei uns die ‚Vertrauensarbeitszeit‘ und seit 2014 haben wir bei Microsoft eine Betriebsvereinbarung zum ‚Vertrauensarbeitsort‘ – sprich, jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter entscheidet selbst, wo und wann sie oder er arbeitet.“

Im Vorfeld der #futurework20 in Berlin gab Microsoft-Deutschland-Chefin Sabine Bendiek in einem Interview Einblicke, wie ihr Unternehmen mit der ‚Neuen Normalität‘ zurechtkommt. Sie sprach auf der unternehmenseigenen Medien-Plattform über die neuen Arbeitsformen, das Event ‚#futurework20‘ sowie die Herausforderungen für Kunden und ging ebenfalls darauf ein, wie Deutschland die aktuelle Rezession überwinden kann. – Ein Auszug.

Microsoft-News: Welche Erfahrung hat Microsoft als Tech-Unternehmen in den letzten Monaten während der Corona-Krise gesammelt?

Bendiek: Die Umstellung zu „Remote Work“ fiel uns sicher deutlich leichter als anderen, weil flexibles Arbeiten schon lange fester Bestandteil unserer Unternehmenskultur ist. Schon seit 1998 gilt bei uns die ‚Vertrauensarbeitszeit‘ und seit 2014 haben wir bei Microsoft eine Betriebsvereinbarung zum ‚Vertrauensarbeitsort‘ – sprich, jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter entscheidet selbst, wo und wann sie oder er arbeitet. Virtuelle Teamarbeit und Home-Office sind also erprobte Realität.

Microsoft-News: Vor welchen Herausforderungen standen Ihre Kunden?

Bendiek: Die notwendigen digitalen Plattformen auszurollen, funktioniert meist recht unkompliziert. Holprig wird es, wo flexibles Arbeiten bisher nie ein Thema war. In einem Land, dessen Arbeitswelt immer noch weitgehend von Präsenzkultur geprägt ist, mussten Führungskräfte von heute auf morgen die Kontrolle abgeben und darauf vertrauen, dass ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Verantwortung zeigen. Aber die Umstellung lief meist überraschend gut. Aktuellen Umfragen zufolge will mehr als jedes zweite Unternehmen in Deutschland die Beschäftigten auch nach Corona öfter von zu Hause aus arbeiten lassen. Das ist eine gute Nachricht, denn Unternehmen, die flexibles und ortsunabhängiges Arbeiten ermöglichen, sind auch insgesamt produktiver.

Microsoft-News: Was muss aus Ihrer Sicht jetzt geschehen, damit Deutschland die aktuelle Rezession schnell überwindet?

Bendiek: Wie schnell und vor allem wie nachhaltig wir diese Krise überwinden, hängt natürlich von der weiteren Entwicklung der Corona-Pandemie ab.  Aber auch davon, wie konsequent wir jetzt den Umbau der Wirtschaft vorantreiben. Dafür haben wir jetzt gute Voraussetzungen: Mit ihrem Konjunkturpaket hat die Politik ein klares Bekenntnis zur Digitalisierung abgegeben. Das Vertrauen der Bürgerinnen und Bürger in digitale Technologien hat einen historischen Höchststand erreicht. Und die Stimmung in den Unternehmen ist deutlich besser, als es die nackten Zahlen vermuten ließen.

 

Diesen Schwung sollten wir unbedingt nutzen, um Wirtschaft und Gesellschaft innovativer und beweglicher, sprich resilienter aufzustellen. Dafür brauchen wir aus meiner Sicht vor allem breite Allianzen des Wissens, eine neue Offenheit für das Teilen von Daten, große Anstrengungen im Bereich Bildung und Qualifizierung und gezielte Investitionen in Technologien, die uns in dieser und in kommenden Krisen dabei helfen, schnell wieder auf die Beine zu kommen.

Microsoft-News: Was macht die #futurework20 für Sie so besonders?

Bendiek: Das ist vor allem die Vielfalt der Perspektiven. Bei der #futurework20 treffen Tech-Giganten auf KMUs, Start-ups auf Traditionsunternehmen, Politikerinnen und Politiker aus Regierung und Opposition auf internationale Top-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler – und sie alle kommen, um voneinander zu lernen und gemeinsam an konstruktiven Lösungen zu arbeiten.

 

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