ITK-Branche/Frauenanteil

Leichter Anstieg

Ausgabe-Nr.: 3/2018

Der Anteil von Frauen in der ITK-Branche ist seit 2015 leicht gestiegen. 2017 waren 28 Prozent aller Mitarbeiter in der IT Frauen. Das entspricht einem Anstieg von vier Prozent gegenüber 2015. In diesem Jahr lag der Anteil weiblicher Mitarbeiter in der gesamten Belegschaft von IT-Unternehmen bei 24 Prozent.

 

Auch im Top-Management entwickelt sich der Anteil von Frauen zwar kontinuierlich, aber nur schleppend nach oben. In den letzten drei Jahren waren nur fünf Prozent aller Top-Manager Frauen, mittlerweile sind es immerhin sieben Prozent. Um einen Punkt steigerte sich die Präsenz im mittleren Management auf heute acht Prozent.

Unter den IT-Fachkräften finden sich mittlerweile 17 Prozent aus der weiblichen Belegschaft. Gegenüber 2015 mit 15 Prozent. „Dass der Anteil an weiblichen Fachkräften in ITK-Unternehmen in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen ist, zeigt den richtigen Weg. Die Unternehmen erkennen, dass weibliche Fach- und Führungskräfte für einen dauerhaften wirtschaftlichen Erfolg dringend gebraucht werden“, sagt Uta Menges, Vorsitzende des Fachausschusses „Frauen in der ITK“ beim Bitkom*.

Der Berliner ITK-Verband will mit dem Hochschulnetzwerk, das weibliche Studierende in Informatikstudiengängen fördert, einen wichtigen Beitrag leisten. Auch spezielle MINT-Frauenstudiengänge in Deutschland sollen dafür sorgen, dass die Digitalbranche mehr Frauen für Fach- und vor allem auch für Führungspositionen gewinnt.

In den letzten Jahren ist das Interesse von Studienanfängerinnen in den MINT-Fächern (MINT = Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) deutlich gewachsen. Das Statistische Bundesamt und Berechnungen der Geschäftsstelle Nationaler Pakt für Frauen in MINT-Berufen zeigen, dass seit 2008 die Zahl der MINT-Studienanfängerinnen von fast 60.000 auf weit über 100.000 MINT-Studienanfängerinnen geklettert ist. Somit ist von allen Studierenden, die ein MINT-Studium beginnen, fast jede Dritte eine Frau. Der Zuwachs an MINT-Studienanfängerinnen liegt damit deutlich über dem Zuwachs an Studienanfängerinnen insgesamt, der bei 50 Prozent in demselben Zeitraum rangiert.

Im MINT-Bereich fallen die bisherigen Erfahrungen mit Frauenstudiengängen sehr positiv aus, was sich etwa in einer überdurchschnittlichen Erfolgsquote abbildet. Dabei gibt es keine Abstriche bei den Studien- und Prüfungsordnungen im Vergleich zu den klassischen Studiengängen. Die enge Kooperation mit Unternehmen sorgt zudem für einen hohen Praxisbezug. Frauen-Studiengänge stellen die gleichen fachlichen Anforderungen wie sonstige Studiengänge. Aber sie verändern die Spielregeln in den Lernteams und senken die Einstiegshürden für Frauen in die IT. Auch weil sie oftmals Rücksicht auf die spezifischen Bedürfnisse von Studentinnen mit familiärer Verantwortung nehmen. Beispielsweise werden Pflichtveranstaltungen auf Kita-Öffnungszeiten abgestimmt. Damit schaffen sie mehr Chancengleichheit und stellen wieder die fachlichen Fähigkeiten ins Zentrum.

Frauenstudiengänge bieten derzeit unter anderem folgende Universitäten an: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin, Hochschule Bremen, Furtwangen, und die Jade-Hochschule Wilhelmshaven. Der Bitkom hat alle Informationen über die Studiengänge in der Broschüre „MINT-Frauenstudiengänge in Deutschland“ zusammengefasst, die kostenlos zum Download bereitsteht.

 

* Das ist das Ergebnis einer Studie zum Arbeitsmarkt für IT-Fachkräfte des Digitalverbands Bitkom mit einer repräsentativen Befragung von mehr als 1.500 Geschäftsführern und Personalverantwortlichen von Unternehmen aller Branchen.

 

 

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