IT-Freelancer

Der Projekt-Markt boomt

Ausgabe-Nr.: 6/2018

Bernd Sauer, Vorstand der Goetzfried AG: „Für Unternehmen wird es im Zuge der Digitalisierung immer mehr zum Erfolgskriterium, dass es ihnen gelingt, Projekte je nach Umfang und Laufzeit flexibel auszurichten und die hierfür benötigten Teams bedarfsgerecht und schnell zusammenzustellen.“

Immer mehr Unternehmen setzen bei ihren IT-Projekten auf externe Unterstützung. Die Folge: Mittlerweile ist nur noch die Hälfte der in den Projekten eingesetzten IT-Fachkräfte in den Betrieben fest angestellt. Handlungsbedarf wird vor allem bei der Umsetzung großer strategischer Themen in den Bereichen IT-Security, Cloud Computing, Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Machine Learning, Internet of Things und Business Intelligence gesehen. Neben der Arbeitnehmer-Überlassung profitiert davon vor allem der Markt für Freiberufler. Das äußert sich auch in der Honorarhöhe, die weiter steigt.

 

Die Projekt-Aussichten für Freiberufler im IT-Umfeld sind weiterhin gut. 78,5 Prozent der befragten Firmen* arbeiteten im letzten Jahr mit IT-Freelancern zusammen. Das ist ein Anstieg von neun Prozent gegenüber 2016. Besonders hoch ist die Nachfrage nach agiler Software-Entwicklung und Programmierung, Beratung, Data Science und Qualitätsmanagement. Der hohe Bedarf wirkt sich auch auf die Stundensatzentwicklung aus: Im letzten Jahr lag der durchschnittlich erzielte Stundensatz der befragten Freiberufler bei 88,41 Euro. In diesem Jahr wird mit einem weiteren Anstieg von etwa sechs Prozent gerechnet. Den höchsten Stundensatz weisen IT-Experten mit 11 bis 15 Jahren Berufserfahrung auf.

Aufgrund der Vielzahl und der Komplexität der anstehenden IT-Projekte kommt kaum ein Unternehmen mehr ohne externe Unterstützung aus. Nicht verwunderlich ist daher, dass mittlerweile über 90 Prozent der Befragten auf Mixed Teams aus internen und externen Mitarbeitern setzen. Mit Erfolg: Denn 77,3 Prozent der Unternehmen sind mit den gemischten Projektteams „sehr zufrieden“ oder „zufrieden“. Insbesondere in der IT-Sicherheit (54 Prozent), dem Cloud Computing (37,8 Prozent) und rund um das Thema Digitalisierung (36 Prozent) rechnen die Anwender in den nächsten zwei Jahren mit den größten Bedarfen an externer Unterstützung.

„Der Trend zur Aufstellung von Mixed Teams wird sich weiter fortsetzen“, prognostiziert Bernd Sauer, der als Vorstand der Goetzfried AG den Geschäftsbereich Contracting (Freiberufler) von Allgeier Experts verantwortet. „Für Unternehmen wird es im Zuge der Digitalisierung immer mehr zum Erfolgskriterium, dass es ihnen gelingt, Projekte je nach Umfang und Laufzeit flexibel auszurichten und die hierfür benötigten Teams bedarfsgerecht und schnell zusammenzustellen. Eines der größten Hindernisse stellt dabei aktuell vor allem die begrenzte Verfügbarkeit passender Freiberufler am IT-Arbeitsmarkt dar.“

Die Unternehmen greifen daher bei der Suche nach passenden Kandidaten neben der direkten Beauftragung bevorzugt auf Personal-Dienstleister, auf die klassischen IT-Beratungsunternehmen und Online-Portale zurück. Für die Mehrzahl der Auftraggeber sind dabei zwischenmenschliche Werte wie eine „gute Zusammenarbeit bei einem früheren Projekt“ und ein „guter Draht zum Kundenansprechpartner“ die wichtigsten Kriterien bei der Auswahl eines geeigneten Personaldienstleisters.

Das Preis-Leistungs-Verhältnis hingegen steht in der Prioritätenliste anders als in den Vorjahren erst an vierter Stelle. Für Freelancer spielt, neben Kontakten zu bekannten Auftraggebern und dem persönlichen Netzwerk, der Projektvermittler und Personaldienstleister bei der Erlangung von Folgeaufträgen die größte Rolle.

* Die Angaben beruhen auf einer Studie über IT-Freiberufler, die IDG Research Services in Zusammenarbeit mit dem Personal- und Projektdienstleister Allgeier Experts durchführte. Die Ergebnisse wurden im Rahmen einer Onlinebefragung ermittelt. Der Studienband wird von Allgeier Experts auf Anfrage zur Verfügung gestellt.

 

 

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