IT-Freelancer

Steigende Bedeutung

Ausgabe-Nr.: 1/2018

In Zeiten des Fachkräftemangels bieten sie Kompetenz, Erfahrung und sind für Unternehmen eine starke Unterstützung. Viele Unternehmen sagen, dass IT-Freiberufler für sie von großer Bedeutung sind. Allerdings existieren auch Hürden für Unternehmen.

 

„Die Zahl der unbesetzten Stellen für IT-Spezialisten hat die Marke von 50.000 Stellen übersprungen, Unternehmen aller Branchen suchen händeringend IT-Experten. Das sind gute Zeiten für IT-Freelancer, die in diesem Bereich tätig sind“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research. Ohne Digitalexperten, vom Software-Entwickler über den IT-Sicherheitsspezialisten bis zum IT-Berater, wäre die digitale Transformation in Deutschland nicht möglich und „ohne IT-Free­lancer wäre diese für viele Unternehmen nicht zu stemmen“, erläutert Pols.

Sieben von zehn Unternehmen (70 Prozent) sagen, dass IT-Freiberufler für sie von großer Bedeutung sind. Jedes vierte Unternehmen (24 Prozent) schätzt gar, dass die Bedeutung der Freelancer für die eigene Firma sehr groß ist. Besonders wichtig seien Freiberufler derzeit für Unternehmen mit 1.000 bis 1.999 Mitarbeitern. 29 Prozent der befragten Unternehmen mit dieser Mitarbeitergröße sagen, dass sie stark auf Freelancer bauen.

Das geht aus einer repräsentativen Befragung von Unternehmen ab 500 Mitarbeitern hervor, die von Bitkom Research im Auftrag des Personaldienstleisters Etengo (Deutschland) AG durchgeführt wurde.

Viele Unternehmen rechnen damit, dass Freiberufler künftig erheblich an Bedeutung dazugewinnen

Darüber hinaus belegt die Studie, dass Freiberufler auch in Zukunft hoch im Kurs stehen. 51 Prozent aller befragten Unternehmen rechnen damit, dass Freiberufler künftig erheblich an Bedeutung dazugewinnen. Diese Einschätzung spiegelt sich auch im Projektvolumen wider, das Freiberufler heute schon leisten und künftig leisten sollen. Im Durchschnitt geht die Mehrheit der Unternehmen davon aus, dass der Anteil, den Freiberufler an ihren Projekten leisten, steigen wird. In den vergangenen sechs Monaten übernahmen Freelancer 20 Prozent der Projekt-Arbeitsstunden. Für die kommenden sechs Monate erwarten die Unternehmen, dass im Schnitt ein Viertel des Projektvolumens von Freiberuflern bewältigt wird.

„Wie wichtig IT-Freelancer im Zuge der Digitalisierungswelle für die deutsche Wirtschaft sind, zeigt die vierte Messung des Etengo-Free­lancer-Index (EFX). Die Firmen können ihrerseits flexibel auf hochqualifizierte Wissensarbeiter zugreifen und die IT-Freelancer tragen mit ihrem Know-how ganz entscheidend zum Unternehmenserfolg bei. Vorausgesetzt, sie bringen die richtigen Qualifikationen mit“, betont Nikolaus Reuter, Gründer und Vorstandsvorsitzender bei Etengo.

Allerdings gebe es bei der Beauftragung von IT-Freelancern auch Hürden. Unternehmen brauchen etwa viel Zeit und Ressourcen, bis ein passender Freiberufler im Projekt ist. So werden im Durchschnitt vier Termine mit verschiedenen Kandidaten benötigt, bis der oder die Richtige gefunden ist.

42 Prozent brauchen sogar fünf oder mehr Anläufe

42 Prozent der Unternehmen brauchen sogar fünf oder mehr Anläufe. Besonders schwierig wird es laut Bitkom, wenn es nur wenige Kandidaten mit geeigneten Fähigkeiten und Kenntnissen gibt. Dieser Problematik sehen sich 59 Prozent der Befragten ausgesetzt. Und selbst wenn der geeignete Kandidat da ist, gibt es noch eine Reihe anderer Faktoren, die eine Beauftragung erschweren. Dazu zählen unter anderem die Budgets sowie die Budgetprozesse, die oft genug eine Herausforderung darstellen. Darüber hinaus ist für 65 Prozent die Verfügbarkeit des geeigneten Freiberuflers zum geplanten Projektstart eine Hürde. Weiterhin müssen auf dem Weg der Freelancer-Beauftragung rechtliche Hürden sowie interne Compliance-Anforderungen überwunden werden.

 

 

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