IT-Berufe 2018

Gehälter steigen überdurchschnittlich

Ausgabe-Nr.: 13/2017

Sven Hennige, Senior Managing Director bei Robert Half: „Tatsächlich können IT-Experten ein spürbares Gehaltsplus für nächstes Jahr erwarten.“

Über 90 Prozent der Führungskräfte wollen ihren Mitarbeitern in den nächsten Monaten mehr Gehalt zahlen. Während vor allem unter Berücksichtigung der zu erwartenden Inflation das Gros der Angestellten nur eine geringe Steigerung erwarten kann, dürfen sich Fachkräfte im IT-Umfeld über ein deutlich höheres Gehaltsplus freuen. Das prognostiziert der auf Fach- und Führungskräfte spezialisierte Personaldienstleister Robert Half in seiner gerade veröffentlichten Gehaltsübersicht.

 

„Tatsächlich können IT-Experten ein spürbares Gehaltsplus für nächstes Jahr erwarten. Neben dem Gehalt berücksichtigen Arbeitnehmer immer mehr Aspekte wie flexible Arbeitszeiten, Home-Office oder Gesundheitsprogramme bei ihrer Entscheidung – entsprechende Benefits können einen geringen Gehaltszuwachs rechtfertigen“, sagt Sven Hennige, Senior Managing Director bei der Robert Half Deutschland GmbH & Co. KG in Frankfurt.

Dabei hängt der Zuwachs stark von der Spezialisierung ab. Netzwerk- und Security-Administratoren führen die Gesamtliste mit einer erwarteten Gehaltssteigerung von 6,5 Prozent in Deutschland an. Unternehmen verbessern die Sicherheit ihrer Daten und Systeme, müssen Datenschutzvorschriften nachkommen und investieren in ihre Infrastruktur. Deshalb sind Spezialisten mit entsprechendem Know-how händeringend gesucht und können besonders hohe Gehaltsteigerungen erwarten. Entsprechend folgen Netzwerkingenieure und Netzwerk-Administratoren auf den Plätzen zwei und drei (-> Tabelle 1).

Im Fall der IT-Fachkräfte übersteigt die Nachfrage aktuell das Angebot. Von den in der Studie befragten Führungskräften finden es 60 Prozent besonders schwierig, Mitarbeiter für die IT-Sicherheit zu gewinnen. Ein Mangel, den die Gig-Economy zusätzlich verstärkt. Zwar arbeiten IT-Fachkräfte in 56 Prozent der IT-Unternehmen zehn Jahre oder länger. Dennoch ist die Mitarbeiterfluktuation in den vergangenen drei Jahren gestiegen.

Die Gründe dafür sind vielfältig. Auf einem Markt, der händeringend um IT-Fachkräfte buhlt, können sich Experten aus dem Tech-Bereich ihre Jobs inklusive bessere Verdienstmöglichkeiten aussuchen.

Unternehmen müssen IT-Profis Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten

Doch attraktive Gehälter reichen vielen IT-Profis längst nicht mehr aus. Die neue, ambitionierte Generation top-ausgebildeter IT-Spezialisten sucht nach spannenden beruflichen Erfahrungen und Herausforderungen. Unternehmen, die keine Weiterbildungs- und Entwicklungsmöglichkeiten bieten, haben deshalb schlechte Karten.

Der Höhenflug der IT-Experten macht sich aber auch in anderen Bereichen bemerkbar. In der Finanz-Branche können IT-Controller auf ein Gehaltsplus von etwa vier Prozent hoffen. Eine ähnlich satte Gehaltserhöhung ist sonst nur noch für Hauptbuchhalter zu erwarten.

Im Städtevergleich liegt München über die analysierten Branchen (Finance-, IT- sowie Assistenz- und käufmännischer Bereich) hinweg mit einem Gehaltszuwachs von durchschnittlich 4,9 Prozent klar auf Platz eins. Software-Entwickler in München können sogar mit einem Gehaltszuwachs von über zehn Prozent rechnen. Mit großem Abstand dahinter kommt Frankfurt am Main (2,5 Prozent). Die niedrigsten Zuwächse unter den erhobenen Städten gibt es in Stuttgart (0,7 Prozent) und Essen (0,5 Prozent). Ein wichtiger Grund für diese Unterschiede sind die verschiedenen Branchenschwerpunkte der Städte. Ein höherer Anteil an IT-Stellen sorgt – gepaart mit einem entsprechenden Mangel an IT-Fachkräften – für einen größeren Gehaltszuwachs.

 

 

 

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