Heimarbeit

Mit Abstand günstigste Methode

Ausgabe-Nr.: 9/2018

Das Home Office ist bei Arbeitnehmern beliebt und bei Arbeitgebern umstritten. Oft wird der Verdacht gehegt, die Heimarbeiter liegen während der Arbeitszeit zuhause vorwiegend im Sleep-Modus. Außerdem fehle der direkte Austausch mit den Kollegen. Das US-Magazin Inc. hat nun aus diversen Studien gute Gründe zusammengestellt, warum die Chefs von solchen Vorurteilen gegenüber Heimarbeit Abschied nehmen sollten.

 

Die Harvard Business Review berichtete über eine Studie bei der chinesischen Reise-Website Ctrip. Eine Hälfte der Studienteilnehmer durfte wahlweise von zuhause arbeiten, die andere Hälfte musste jeden Tag zum Callcenter ins Büro kommen. Das Ergebnis: Die Heimarbeiter bearbeiteten 13,5 Prozent mehr Anrufe als die Kollegen vor Ort im Callcenter.

Eine andere Studie des Meinungsforschungs-Instituts Gallup kam zum Ergebnis, dass sich Angestellte, die drei bis vier Tage pro Woche von zuhause aus arbeiten dürfen, mit einer Wahrscheinlichkeit von über 30 Prozent eher „engagiert” fühlen als jene, die täglich ins Büro müssen. Mit anderen Worten: Die Produktivität ist am Home-Arbeitsplatz höher.

Die Heimarbeit kann in der Firma neben einem reduzierten Krankenstand und vergleichsweise geringeren Lohnkosten auch zu einem verbesserten Personalmanagement führen und damit die Fluktuation eindämmen. Die Ctrip-Studie ergab nämlich auch, dass die Home-Worker deutlich zufriedener mit ihrem Job sind und nur halb so oft den Job kündigen wie ihre Kollegen im Büro. Zudem kann die Option Home Office dazu führen, dass man freigewordene Stellen leichter neu besetzen kann.

Auch die Bürokosten schlagen zu Buche. Denn die meisten Mitarbeiter mögen keine Großraumbüros und favorisieren Rückzugsmöglichkeiten. Die Heimarbeiter sorgen zuhause oft genug für ihre Büro-Ausstattung und sparen dem Unternehmen während der Heimarbeit Nebenkosten wie Strom, Snacks oder Wasser. Mitarbeitern Heimarbeit zu ermöglichen ist für Firmen die mit Abstand günstigste Methode.

 

 

 

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