Flexible Arbeitsmodelle

„Präsenzkultur hat ausgedient“

Ausgabe-Nr.: 06/2017

Jens Brauer, Area Sales Vice President Central Europe bei Polycom: „In Zukunft findet die überwiegende Zahl der Meetings virtuell statt.“

Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren gleichermaßen, wenn sich Unternehmen von klassischen Arbeitsmodellen verabschieden. Das zeigt die aktuelle Studie im Auftrag von Polycom, einem Anbieter von Voice-, Video- und Content-Collaboration-Lösungen. Für die Erhebung wurden rund 25.000 Teilnehmer in zwölf Ländern befragt, darunter über 2.000 in Deutschland.

 

„Die starre Präsenzkultur hat bald ausgedient, davon sind wir überzeugt. In Zukunft findet die überwiegende Zahl der Meetings virtuell statt. Ein regelmäßiger Video-Austausch mit Kollegen und dem Chef ermöglicht es, trotz Arbeiten abseits des Büros sichtbar zu bleiben“, sagt Jens Brauer, Area Sales Vice President Central Europe bei der Polycom GmbH in Hallbergmoos.

Die Studien-Ergebnisse des Unternehmens belegen diese Einschätzung. Dürfen Arbeitnehmer in Deutschland entscheiden, von wo aus sie ihre beruflichen Aufgaben erledigen, haben 71 Prozent automatisch eine bessere Kontrolle über ihre Work-Life-Balance als diejenigen, die Tag für Tag im Büro anwesend sind. Über 50 Prozent der Befragten gaben an, dass sie im Home-Office produktiver arbeiten können. 45 Prozent nutzen flexible Arbeitszeiten, um körperlich fit zu bleiben oder Hobbies nachzugehen. Weitere 41 Prozent profitieren davon, Kindererziehung und Beruf besser unter einen Hut zu bringen, während sich 21 Prozent der Pflege kranker Angehöriger widmen können.

Callaboration-Tools stützen Telearbeit

Allerdings sind längst noch nicht alle Beschäftigten hierzulande bekennende Anhänger der Telearbeit. Haben sie die Wahl, arbeiten 42 Prozent der Befragten am liebsten im Einzelbüro, nur 39 Prozent bevorzugen tatsächlich Home-Office, Cafés oder den Park. Die Gründe dafür sind unterschiedlich. 60 Prozent der deutschen Teilnehmer befürchten durch flexible Arbeitsmodelle und die „Always-On-Mentalität“ ungewollt Mehrarbeit leisten zu müssen. Gleichzeitig sind sie davon überzeugt, dass sich diese Problematik durch klare Richtlinien seitens des Arbeitgebers leicht aus dem Weg räumen lässt.

International betrachtet befürchten 62 Prozent der Befragten, dass sie im Home-Office als weniger fleißig gelten könnten als ihre Kollegen im Büro. Unter den Millennials teilen sogar 66 Prozent diese Ansicht. Für die Experten von Polycom ist das Ergebnis ein Beleg dafür, dass flexible Arbeitsmodelle nicht einfach ohne Weiteres eingeführt werden können. Stattdessen müssen Prozesse, Leitbilder und Führungskulturen in Unternehmen entsprechend angepasst und flexibles Arbeiten in den Arbeitsalltag integriert werden. Abhilfe soll ein Wandel des Führungsstils hin zu ergebnisorientiertem Denken, gestützt von modernen Collaboration-Tools schaffen.

Über 70 Prozent der befragten Deutschen nutzen Kollaborations-Technologien, um sich mit Kollegen an anderen Standorten auszutauschen. Über ein Drittel greift sogar mehr als dreimal pro Tag zur Videokamera. 87 Prozent bestätigen, dass solche Lösungen vor allem die Produktivität in Teams steigern, die über mehrere Standorte verteilt sind. Und 60 Prozent gaben an, dass Videokonferenzen dabei helfen, die Kollegen besser kennenzulernen und Beziehungen zu ihnen aufzubauen.

 

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