Fehlende Mitarbeiter-Bindung

Employer Branding als Lösung

Ausgabe-Nr.: 8/2019

Simone Brzoska, Head of Marketing, Executive Management Consultant und Coach bei Selecteam: „Der Schlüssel ist eine umfassende Lösung aus einem Guss für eine Personalsuche mit Potenzialanalyse und Assessment, gemeinsam mit Employer Branding und einer erfolgreichen Positionierung für maximale Performance.“

Durchschnittlich soll ein Unternehmen drei bis sechs Monate in eine neue Führungskraft investieren, bis diese voll im Betrieb integriert ist. Wenn der Mitarbeiter das Unternehmen kurz darauf wieder verlässt, kann dies mit einem Imageverlust und wirtschaftlichen Schaden einhergehen. Um die Identifikation der Beschäftigten mit dem Arbeitgeber zu stärken, raten Experten zu einem umfassenden Employer Branding.

„Etwa 70 Prozent der Mitarbeiter eines Unternehmens liefern gerade einmal die Hälfte der Leistung von dem ab, was sie erbringen könnten. Dahingegen bringen nur 15 Prozent der Mitarbeiter, die eine hohe emotionale Bindung zu ihrem Unternehmen haben, die volle Leistung. Diese erschreckenden Zahlen beweisen, dass viele Menschen innerlich bereits gekündigt haben“, sagt Simone Brzoska, Head of Marketing, Executive Management Consultant und Coach bei der Selecteam Deutschland GmbH in München. Kündigungen im ersten Arbeitsmonat oder unmittelbar vor dem Arbeitsantritt nehmen immer mehr zu. Gemäß dem ‚Gallup Engagement Index 2018‘ verfügen zirka 15 Prozent der Beschäftigten über keinerlei emotionale Bindung zu ihrem Arbeitgeber. Die Folge sind jährliche Leistungseinbußen von bis zu 60 Prozent.

Nach Meinung von Brzoska fokussieren sich die meisten Unternehmen noch zu sehr auf interne Anreize, wobei das optische Erscheinungsbild insgesamt vernachlässigt wird. Ein durchdachtes Corporate Design im Rahmen einer Employer-Branding-Strategie soll dies ändern. „Ein professionelles Corporate Design ist wie ein Maßanzug, der dem Unternehmen zu 100 Prozent sitzen muss. Erst dann entfaltet und verstärkt es seine positive Außenwirkung. Ein gutes Corporate Design muss durch alle Unternehmensbereiche konsequent durchgezogen werden. Dies betrifft alle Print-, Web- und Social-Media-Maßnahmen“, erklärt Wolfram Söll, Corporate Design Experte und Inhaber der Firma Designwerk in München.

Im Zusammenhang mit Employer Branding gilt es, die eigenen Zielgruppen zu analysieren und Fragen zu beantworten wie ‚Wofür steht das Unternehmen?‘, ‚Warum sollten Führungskräfte in das Unternehmen eintreten und ihm vor allem treu bleiben?‘, ‚Wie wird das Unternehmen als Arbeitgeber attraktiver?‘ oder ‚Wie ist es möglich, Mitarbeiter zu Höchstleistungen zu motivieren und die Zusammenarbeit zu verlängern?‘. Die Lösung liegt in einem professionellen Personal-Assessment und -Development. Den Mitarbeitern muss eine Plattform gegeben werden, auf der sie ihre Anliegen und emotionalen Bedürfnisse gegenüber dem Arbeitgeber frei äußern dürfen.

Laut der Expertin hilft jene Maßnahme dabei, Wertschätzung und Offenheit auszubilden, die wiederum die Grundlage für das Abrufen von Know-how und die Entstehung von Identifikation sind. Durch den Aufbau einer emotionalen Bindung an das Unternehmen soll sich die Fluktuationsrate verringern und die Zufriedenheit erhöhen. Motivierte und top ausgebildete Mitarbeiter tragen das positive Image des Arbeitgebers anschließend nach außen, so die Theorie. Dieser dadurch entstehende authentische ‚Unternehmens-Spirit‘ wirkt angeblich besser als klassische PR.

„Übergreifende Konzepte und Handlungsempfehlungen aus einer Hand sind nicht nur sinnvoll, sondern auch schneller und kostensparender. Ein persönlicher Ansprechpartner für mehrere Leistungen vermeidet Reibungsverluste und ermöglicht eine sinnvolle Strategie im Gesamtzusammenhang. Der Schlüssel ist eine umfassende Lösung aus einem Guss für eine Personalsuche mit Potenzialanalyse und Assessment, gemeinsam mit Employer Branding und einer erfolgreichen Positionierung für maximale Performance“, resümiert Brzoska.

 

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