Effiziente Personalauswahl

KI für das Vorstellungsgespräch

Ausgabe-Nr.: 8/2019

Sara Lindemann, Co-Founder und Head of Customer Success bei viasto: „Der große Mehrwert liegt darin, dass jetzt jeder Recruiter aus dem vielfältigen Spektrum valider, kompetenzbasierter Fragen schöpfen kann. Wo in der Vergangenheit mehr Qualität mit deutlich mehr Aufwand verbunden war, gilt jetzt: Höchste Qualität in Millisekunden für jeden.”

Die ‚viasto interview suite‘, eine webbasierte Software-as-a-Service (SaaS)-Lösung, soll Unternehmen mit Hilfe von smarter Video-Recruiting-Technologie in die Lage versetzen, ihre Personalauswahl zuverlässiger zu gestalten. Das System liefert dem Personaler angeblich in Millisekunden die passenden Fragen an den jeweiligen Bewerber.

„In der Entwicklung unseres Tools war es uns extrem wichtig, ein KI-Tool zu schaffen, das eine fairere und validere Personalauswahl ermöglicht. Entstanden ist eine Lösung, die schnell und unkompliziert eingesetzt werden kann und Personaler smart in ihrer Arbeit unterstützt. KI als Selbstzweck sollen andere verfolgen. Uns geht es um den gezielten Einsatz von KI, verbunden mit konkretem Praxisnutzen“, betont Sara Lindemann, Co-Founder und Head of Customer Success bei der viasto GmbH in Berlin.

Das Berliner Unternehmen ‚viasto‘ arbeitet in Kooperation mit externen Experten an der Entwicklung von KI-Anwendungen für das Recruiting. Die Erweiterung der ‚interview suite‘ soll nun abgestimmte Interviews für ein Vorstellungsgespräch generieren können. Dem Anbieter zufolge schlägt ein speziell entwickelter Algorithmus innerhalb weniger Augenblicke und per einfachem Knopfdruck einen optimalen Interview-Leitfaden für jede beliebige Stelle vor. Insgesamt ist das Tool in der Lage, mehr als 260 Millionen Kombinationen verschiedener Kompetenzen abzudecken und über 13.000 verschiedene Kategorien von Jobs zu unterscheiden. In der zweijährigen Entwicklungszeit wurden dafür mehr als 20.000 Stellenanzeigen analysiert und über 5.000 geführte Interviews ausgewertet. Anhand dieser Datengrundlage wird Personalern vor einem Vorstellungsgespräch angeblich die geeignete Kombination an Fragen – vom Azubi bis zur Führungskraft – aus mehr als 1.000 Fragen vorgeschlagen.

Die Funktionsweise im Detail: Personaler geben in der Vorbereitung auf ein Vorstellungsgespräch Rahmendaten zur Stelle in die Software ein. Das beginnt beim gewünschten Job-Level, geht über die spezifische Situation auf dem Bewerbermarkt und endet mit den Bewertungskriterien, anhand derer die Bewerber eingeschätzt werden sollen. Daraufhin gleicht der Algorithmus die Anforderungen mit personal-diagnostischen Erkenntnissen wie der Anzahl oder dem Schwierigkeitsgrad der Fragen ab und verfasst schließlich einen Vorschlag für ein passendes Interview. „Der große Mehrwert liegt darin, dass jetzt jeder Re­cruiter aus dem vielfältigen Spektrum valider, kompetenzbasierter Fragen schöpfen kann. Wo in der Vergangenheit mehr Qualität mit deutlich mehr Aufwand verbunden war, gilt jetzt: Höchste Qualität in Millisekunden für jeden”, behauptet Lindemann.

 

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