Digitale Lohnabrechnung

Rote Laterne in der Hand

Ausgabe-Nr.: 8/2019

Dr. Mark Eger, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei der SD Worx Deutschland: „Es wird deutlich, dass noch immer digitale Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft werden, weshalb HR-Aufgaben zu viele Ressourcen binden.“

In Sachen Online-Abwicklung bei den grundlegenden Verwaltungsaufgaben der Personalabteilung bilden deutsche Unternehmen im europäischen Vergleich das Schlusslicht. Über die Hälfte aller global agierenden Betriebe sind nicht in der Lage, ihre Vorgänge zur Lohn- und Gehaltsabrechnung einheitlich zu erfassen.

„Dabei ist es wesentlich, Betriebsabläufe zu digitalisieren, um Lohnstellen die notwendige Übersicht zu verschaffen und die Daten entsprechend nutzen zu können. Es wird deutlich, dass noch immer digitale Möglichkeiten nicht voll ausgeschöpft werden, weshalb HR-Aufgaben zu viele Ressourcen binden“, betont Dr. Mark Eger, Vorsitzender der Geschäftsleitung bei der SD Worx Deutschland GmbH in Dreieich. Der Anbieter von Dienstleistungen in den Bereichen Gehaltsabrechnung und Human Resources (HR) aus Dreieich lieferte dieses Ergebnis anhand einer Studie in Zusammenarbeit mit der Global Payroll Alliance in London.

An der Umfrage nahmen 158 Lohn- und Abrechnungs-Verantwortliche teil. Über 55 Prozent vertreten Organisationen, die mindestens 2.500 Mitarbeiter beschäftigen. Viele Konzerne verfügen derzeit über keine ausreichende Übersicht über ihre Lohnabrechnung. Dabei bietet die digitale Gehaltsabrechnung vor allem mehr Effizienz. Und sie ist wesentlich schneller und genauer.

Die Studie untersuchte die Herausforderungen, vor denen erfahrene Payroll-Experten in global agierenden Unternehmen stehen. So haben, trotz zunehmender Berücksichtigung von Compliance-Anforderungen, zum Beispiel in Bezug auf die Gleichberechtigung bei der Bezahlung von Frauen und Männern, viele multinationale Unternehmen noch immer keine ausreichende Übersicht über ihre Lohnabrechnung. Das Fehlen einer konsolidierten Berichterstattung zeigt, wie schwierig die Umsetzung einheitlicher Richtlinien und Prozesse ist.

Ein hoher Anteil verwaltet die Lohnabrechnungs-Prozesse und -Pläne manuell. Nur 13 Prozent erledigen diese Arbeit vollständig online. Immerhin versuchen 72 Prozent der befragten Firmen sich mit einer Mischung aus teils digitaler sowie teils manueller Bearbeitung zu behelfen.

Besonders auffällig sind international agierende Konzerne, bei denen sich durch zunehmende Vorschriften die Arbeitsbelastung weiter erhöht. Es zweifeln 38 Prozent daran, dass ihr Betrieb von der Nutzung einer digitalen Lohn- und Gehaltsabrechnung überhaupt profitieren kann.

Die Folge: Der Druck auf die Lohnstellen nimmt von Jahr zu Jahr zu. Ebenso die Aufwendungen bei den Lohn- und Gehaltsabrechnungen. „Wenn Unternehmen nicht bereit sind, kontinuierlich Neues zu lernen, riskieren sie, die Vorteile der neuen Technologie für die Abteilung und das ganze Unternehmen zu verlieren“, kritisiert Eger.

 

Weitere Artikel dieser Ausgabe