Bewerbungsverfahren

Mieser Eindruck, mieses Geschäft

Ausgabe-Nr.: 11/2018

ManpowerGroup-Solutions-Geschäftsführerin Silke Meyer: „Spricht nur ein Bewerber aufgrund seiner Erfahrungen schlecht über ein Unternehmen, kann das wie ein losgetretenes Schneebrett am Berggipfel sein.“

42 Prozent der Bewerber in Deutschland geben an, dass ein negatives Erlebnis im Bewerbungsverfahren ihr Kaufverhalten so verändert, dass sie nicht mehr die Produkte des entsprechenden Unternehmens kaufen oder dessen Dienstleistungen in Anspruch nehmen.  Der weltweite Durchschnitt liegt sogar bei 54 Prozent. In den  Vereinigten Staaten von Amerika und in Großbritannien sagten jeweils 58 Prozent der Berufstätigen, dass sie eher auf Waren und Services von Firmen verzichten, von denen sie bei der Jobsuche enttäuscht worden seien.

 

Das sind einige der Ergebnisse der bevölkerungsrepräsentativen Studie „Global Candidate Preferences“ der ManpowerGroup Solutions GmbH in Eschborn. Für diese Untersuchung wurden weltweit 17.994 Arbeitnehmer befragt. „Die Unternehmen in Deutschland sollten daher ihr Bewerbungsverfahren sehr genau unter die Lupe nehmen. Denn ein Bewerber, der sich schlecht behandelt fühlt, wird bestimmt kein guter Kunde“, sagt Geschäftsführerin Silke Meyer.

Doch ein zufriedener Kunde hat durchaus das Potenzial, ein interessierter Bewerber zu werden. So sagen 54 Prozent der deutschen Arbeitnehmer auf Jobsuche, dass sie eher für Unternehmen arbeiten wollen, deren Produkte und Dienstleistungen sie schätzen.

Ein schlechter Umgang mit einem Bewerber hat aber noch einen weiteren Effekt. „Spricht nur ein Bewerber aufgrund seiner Erfahrungen schlecht über ein Unternehmen, kann das wie ein losgetretenes Schneebrett am Berggipfel sein. Im Tal ist es eine Lawine, die viele potenzielle Kunden und Kandidaten davon abhält, die Produkte des Unternehmens zu kaufen oder sich dort zu bewerben“, behauptet Meyer.

60 Prozent der Jobsuchenden in Deutschland bejahten die Frage, ob sie anderen davon erzählten, wenn sie sich zum Beispiel aufgrund der Unternehmensvertreter im Gespräch unwohl gefühlt oder keine Antwort auf ein Bewerbungsschreiben bekommen hätten. Damit liegt die Bundesrepublik lediglich einen Prozentpunkt unter dem globalen Durchschnitt. 41 Prozent der deutschen Befragten gaben zudem an, dass sie Produkte und Dienstleistungen eines Unternehmens meiden, mit dem ein Freund unschöne Erfahrungen gemacht hat.

Anspruchslos verhalten sich die Deutschen noch bei der Jobsuche. Lediglich 46 Prozent erwarten, dass diese sich so gestaltet wie ein Buch- oder Schuhkauf online – sehr einfach und stark personalisiert.

 

 

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