Arbeitswelt der Zukunft

Lernen mit sozialen Medien

Ausgabe-Nr.: 03/2017

Oliver Back, Global COO der ROC Group: „Das Lernen hat eine zentrale Funktion für die Arbeit 4.0.“

Das Thema Lernen spielt eine Schlüsselrolle in der Arbeitswelt der Zukunft. Immer mehr deutsche Betriebe leben in dieser Hinsicht bereits den digitalen Fortschritt. Mindestens jeder dritte Arbeitnehmer gibt an, dass es in seiner Firma explizit erwünscht ist, Lerninhalte über soziale Medien zu nutzen. Das zeigt die internationale Studie ‚Arbeitswelt der Zukunft‘ der Unternehmensberatung ROC.

 

„Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass die ersten deutschen Unternehmen sich der modernen Arbeitswelt öffnen. Sie sind damit auf dem richtigen Weg, was sehr erfreulich ist. Das Lernen hat eine zentrale Funktion für die Arbeit 4.0. Deshalb werden sich neue, digitale Lernformen langfristig in sämtlichen Unternehmen etablieren“, sagt Oliver Back, Global COO der ROC Group in Taufkirchen.

Ein Arbeitnehmer lernt einen neuen Vorgang nicht im Seminarraum, sondern über ein Webinar oder Youtube-Video. Er diskutiert darüber im Gruppen-Chat mit Kollegen und dem jeweiligen Experten. Der wiederum veröffentlicht auf Facebook eine Literaturliste oder twittert einen Link zu seinem neuesten Aufsatz. Beim Lernen über soziale Medien in Unternehmen sind viele Varianten denkbar. Wie die ROC-Studie zeigt, werden diese auch praktiziert. Denn 36 Prozent der deutschen Beschäftigten sagen, dass das Nutzen von Lerninhalten über virtuelle Netzwerke bei ihren Arbeitgebern ausdrücklich erwünscht ist. Damit einhergehend stellen die Firmen nahezu jedem zweiten Arbeitnehmer (45 Prozent) zeitliche Freiräume sowie die Infrastrukturen zum eigenverantwortlichen Fortbilden und Wissensaustausch zur Verfügung.

Bereits heute spielt täglicher Wissenserwerb im Betrieb für zwei von drei Arbeitnehmern (67 Prozent) eine wichtige Rolle. Dennoch halten etliche deutsche Unternehmen auch an alten Gewohnheiten fest. So sagt jeder zweite Befragte (49 Prozent), Lernen fände in seiner Firma vor allem im Zusammenhang mit größeren Veränderungen statt. Und 64 Prozent der Angestellten geben zu Protokoll, bei ihren Arbeitgebern würden neue Fähigkeiten vor allem in Form von Weiterbildungsformaten wie zum Beispiel Seminaren erworben. „Auch wenn viele Unternehmen noch auf konventionelle Lernmethoden setzen, sind sie aufgeschlossen gegenüber der digitalen Transformation“, beobachtet Prof. Dr. Armin Trost, Studiendekan an der Hochschule Furtwangen (HFU), der die Studie wissenschaftlich begleitete.

Back appelliert an Führungskräfte, ihre Mitarbeiter für die Chancen durch digitale Lernformen zu sensibilisieren, sofern dies noch nicht geschehen ist. Er geht davon aus, dass die meisten Beschäftigten neugierig sein werden, diese Angebote anzunehmen, da sie die sozialen Medien in ihrer Freizeit ohnehin nutzen. Und wer erst einmal in seinem eigenen Tempo auf den virtuellen Plattformen gelernt hat, wird dem Manager zufolge keinen Frontalunterricht mehr in einem Seminarraum erleben wollen.

 

 

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