Arbeitsmarkt/Corona

Erste Signale der Entspannung

Ausgabe-Nr.: 8/2020

Für den Monat Juli meldet die Bundesagentur für Arbeit keinen weiteren Corona-bedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit. Ein klares Indiz dafür, dass sich die Wirtschaft auf dem Weg der Besserung befindet. Auch die Anzeigen für konjunkturelle Kurzarbeit gingen von über acht Millionen im April 2020 auf rund 190.000 drastisch zurück.

„Der Arbeitsmarkt steht wegen der Corona-Pandemie nach wie vor unter Druck, auch wenn sich die deutsche Wirtschaft auf Erholungskurs befindet. Der massive Einsatz von Kurzarbeit hat stärkere Anstiege der Arbeitslosigkeit und Beschäftigungsverluste verhindert“, erklärt Daniel Terzenbach, Vorstand Regionen bei der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg.

Die Zahl der Arbeitslosen stieg im vergangenen Monat um 57.000 auf 2,91 Millionen an. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Arbeitslosenzahl somit um 635.000. Die Arbeitslosenquote beträgt 6,3 Prozent (plus 1,3 Prozent im Vergleich zu Juli 2019). Der Corona-bedingte Anstieg der Jobsuchenden setzte sich allerdings nicht fort.

Zur Kurzarbeit: Es wurde vom 1. bis einschließlich 26. Juli für 190.000 Personen konjunkturelle Kurzarbeit angezeigt. Damit geht die Zahl der Personen, für die Kurzarbeit angezeigt wird, nach dem massiven Anstieg in März und April (über acht Millionen Anzeigen) deutlich zurück. Daten zur tatsächlichen Inanspruchnahme stehen bis Mai zur Verfügung. So wurde nach vorläufigen hochgerechneten Daten der Bundesagentur für Arbeit im Mai für 6,7 Millionen Arbeitnehmer konjunkturelles Kurzarbeitergeld gezahlt, nach 6,10 Millionen im April und 2,46 Millionen im März (-> Grafik 1).

Zur Arbeitskräfte-Nachfrage: Die Nachfrage nach neuen Arbeitskräften ging zu Beginn der Corona-Krise massiv zurück. Gegenwärtig stabilisiert sie sich auf einem niedrigen Niveau. Im Juli waren 573.000 Arbeitsstellen bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet (226.000 weniger als vor einem Jahr). Im Ausbildungs-Markt sind vor allem betriebliche Ausbildungsstellen in Metall- und Elektroberufen, im Friseurhandwerk, in der Gastronomie und Hotellerie sowie in Informatik- und kaufmännischen Berufen auffällig zurückgegangen.

 

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