Arbeitsmarkt

Spezialisierung und Flexibilisierung

Ausgabe-Nr.: 2/2019

Die Digitalisierung der Wirtschaft führt weiterhin zu einer nachhaltigen Veränderung der Arbeitsweisen in den Unternehmen, insbesondere im Hinblick auf das Erfordernis höherer Flexibilität durch mobiles Arbeiten. Zudem entsteht eine deutliche Steigerung der Nachfrage nach neuen Berufsprofilen.

„Veränderungen machen Angst. Das war schon immer so. Es wird auch so bleiben und gilt für die Deutschen ganz besonders. Entsprechend fürchten sich viele Arbeitnehmer vor den Folgen der Digitalisierung. Das hemmt die Entwicklung des einzelnen Angestellten ebenso wie die seines Arbeitgebers“, sagt Christian Umbs, Geschäftsführer beim Personaldienstleister Robert Half in München. Deshalb müssen die Arbeitgeber nach seiner Ansicht ihren Mitarbeitern die Angst vor der Digitalisierung nehmen: Sie müssen aufzeigen, welche neuen Jobs und Profile durch die Digitalisierung entstehen – generell und ganz besonders in der eigenen Firma. „Das gelingt am besten anhand von konkreten Beispielen und zeigt, wo Mitarbeiter Weiterentwicklungschancen finden.“

Nach einer Untersuchung der Robert Half zeigt sich, dass durch den technischen Fortschritt in der IT genauso wie im Finanz- und kaufmännischen Bereich neue Profile entstehen oder bestehende Spezialisierungen stärker nachgefragt werden. Personalverantwortliche erwarten, dass in der IT die neue Position des Chief IoT Officer an Bedeutung gewinnt, im kaufmännischen Bereich die des E-Learning- bzw. Digital-Learning-Managers.

Die befragten CFOs sind der Meinung, dass im Finanzwesen die Nachfrage nach Experten wie Steuerexperten und Risikomanagern steigt. Das passt zu der Erkenntnis, dass 49 Prozent der Befragten die verstärkte Spezialisierung von Jobs für einen der Top-Trends auf dem Arbeitsmarkt 2019 halten.

Darüber hinaus erwarten knapp die Hälfte der Verantwortlichen im Personal-Management, dass die Nachfrage nach flexibleren Arbeitsmöglichkeiten weiter steigt. Die Digitalisierung schafft dafür die nötigen Voraussetzungen. Doch ein Problem wird sich auch in diesem Jahr weiter fortsetzen: der Fachkräftemangel. Deshalb rät Christian Umbs: „Auch um Personal zu halten, ist es entscheidend, den Mitarbeitern ihre Karriere-Perspektiven in Zusammenhang mit der Digitalisierung zu verdeutlichen.“

Welche Jobprofile durch den technischen Fortschritt neu entstehen respektive welche Spezialisierungen hierdurch 2019 insbesondere gefragt sind, steht in Tabelle 1.

 

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