Weiterbildung/Personalentwicklung

System für „Lebenslanges Lernen“

Ausgabe-Nr.: 10/2019

Industrie 4.0, Künstliche Intelligenz (KI), Internet der Dinge (IoT) etc. treten immer stärker in den Gesellschafts- und Arbeits-Alltag. Viele Unternehmen hinken diesem Fortschritt jedoch noch immer hinterher. Zudem übersteigt der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern das Angebot bei Weitem. – Die Weiterbildung muss zum Inbegriff guter Unternehmensführung werden.

„Wir haben uns zu lange auf unserem Wohlstand ausgeruht. Nun droht der wirtschaftliche Abstieg in die zweite Liga“, lautet eine gängige Warnung von Experten aus der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt.

Bis zum Jahr 2035 werden in Deutschland voraussichtlich rund vier Millionen Jobs wegfallen. Gleichzeitig entstehen durch die digitale Transformation 3,3 Millionen neue Jobs. Wird nicht rechtzeitig in die nötigen Weiterbildungs-Maßnahmen investiert, kann es pro Jahr zu Produktionsausfällen von 100 Milliarden Euro kommen. Bereits heute gibt es etwa 1,4 Millionen unbesetzte Stellen.

Die gute Nachricht: Mit einer Arbeitslosenquote von unter fünf Prozent, erheblichen Steuereinnahmen und Exporten auf einem weiterhin guten Niveau sind die Möglichkeiten für entsprechende Veränderungen sehr wohl gegeben. Aber die Mentalität und der Mut zur Veränderung muss entwickelt werden. Um Absolventen und Mitarbeiter bei der digitalen Transformation mitzunehmen, müssen Regierung, Unternehmer und Ausbilder gemeinsam an einem Strang ziehen.

Immerhin: Bereits heute investiert die Wirtschaft jährlich 33 Milliarden Euro in Maßnahmen für die Weiterbildung. Mit einem zweiten Bildungssystem für „Lebenslanges Lernen“ könnten die Herausforderungen der Digitalisierung erfolgreich gemeistert werden.

Die Regierung will Verbünde für Weiterbildung fördern, innerhalb derer große und kleine Unternehmen miteinander kooperieren. Berufs- und Hochschulen sollen zudem stärker für die Investition in Weiterbildungen sensibilisiert werden. Die Anerkennung nicht formaler Qualifikationen soll erleichtert und „Vertrauensmentoren“ sollen installiert werden, bei denen Beschäftigte in kleinen und mittleren Betrieben Rat finden können. – Durch ein neues Gesetz der Regierung wird es Geringqualifizierten zukünftig möglich sein, einen Berufsabschluss nachzuholen. Zudem wird ein neues Onlineportal entstehen, welches sämtliche Weiterbildungsangebote bündelt.

Bei den Mitarbeitern in den Unternehmen wird eine hohe Bereitschaft registriert, einen eigenen Beitrag zum digitalen Wandel zu leisten. So will die Mehrheit der Beschäftigten auf Freizeit und Urlaub gegebenenfalls verzichten. Sie sind auch bereit, eigenes Geld in die Weiterbildung zu investieren. Außerdem wird über die innovative Idee des Midlife-Bafögs sowie eines Langzeitkontos zum Bildungssparen nachgedacht. Möglich wäre beispielsweise die Einrichtung eines Kontos für jeden Beschäftigten, über welches Weiterbildungen finanziert werden können.

 

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