Technologie am Arbeitsplatz

Mittelstand ist gefordert

Ausgabe-Nr.: 1/2020

Dilip Bhatia, Vice President Global User und Customer Experience bei Lenovo: „KMUs müssen darum bemüht sein, in zukünftige Tools und Technologien zu investieren, die mobil, vielseitig und integrativ sind.“

Mitarbeiter erwarten in einer zunehmend digitalisierten Gesellschaft einen Zugang zu modernen Technologien sowie mobilen Geräten. Der chinesische IT-Hersteller Lenovo fand nun im Rahmen einer globalen Studie heraus, dass die Mitarbeiter-Zufriedenheit in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) stark von der technischen Ausstattung abhängt. Insgesamt 40 Prozent der Beschäftigten sind mit ihrem gegenwärtigen Arbeitsumfeld unzufrieden.

„KMUs nehmen eine Vorreiterrolle bei den heute weit verbreiteten Ideen zu mobilen Arbeitskräften ein. Sie können ihren Mitarbeitern aber noch flexiblere Technologien für eine bessere Arbeitserfahrung anbieten. Finanzielle Anreize bleiben für die Gewinnung und Bindung von Mitarbeitern weiterhin wichtig. Jedoch müssen KMUs auch darum bemüht sein, in zukünftige Tools und Technologien zu investieren, die mobil, vielseitig und integrativ sind“, kommentiert Dilip Bhatia, Vice President Global User und Customer Experience bei der Lenovo Group Ltd. in Morrisville (North Carolina), die Untersuchungs-Ergebnisse.

In der Studie sammelte der Hersteller Antworten von 813 Beschäftigten und 803 Geräte-Einkäufern aus Unternehmen mit weniger als 1.000 Mitarbeitern. Zu den befragten 15 Märkten gehören Deutschland, Großbritannien, USA, Frankreich, Italien, Russland, Indien, Indonesien, Mexiko, Singapur, Südkorea, Taiwan, Thailand, Vietnam und Chile.

Lediglich 60 Prozent der Arbeitnehmer halten ihre Arbeitsumgebung für angemessen. 41 Prozent der Mitarbeiter geben an, dass ihnen die wichtigsten digitalen Instrumente für ein flexibles Arbeiten fehlen. Zudem sagen 38 Prozent der Befragten, dass Technologie-Probleme eine große Ablenkung darstellen, etwa bei langen Ladezeiten oder einer langsamen Datenübertragung. Demgegenüber vertreten 79 Prozent der Arbeitgeber den Standpunkt, dass ihre Unternehmen eine gute Mitarbeiter-Erfahrung bieten. Immerhin 77 Prozent räumen einer verbesserten Arbeitsumgebung eine hohe Priorität ein.

Einem früheren Forrester-Bericht zufolge zieht eine gesteigerte Mitarbeiter-Zufriedenheit eine höhere Arbeitsleistung, eine geringere Fluktuation und ein gehobenes Kundenerlebnis nach sich. Die Erhebung empfiehlt, dass KMUs aktiv auf Mitarbeiter-Feedbacks achten sollten. Die Verbesserung des Technologie-Einsatzes ist von zentraler Bedeutung, da 71 Prozent der Mitarbeiter nach wie vor Desktop-PCs als Hauptgeräte verwenden. 74 Prozent der Beschäftigten haben weder einen Zugang zu Cloud-basierten Tools noch die Flexibilität, Technologien auszuwählen, die für ihre Aufgaben am besten geeignet sind.

Für IT-Entscheidungsträger im Mittelstand wird es demnach entscheidend sein, mehr in mobile und tragbare Geräte wie Laptops, Smartphones oder 2-in-1-Devices und Tools der nächsten Generation wie Augmented Reality/Virtual Reality (AR/VR) oder smarte Büro-Setups zu investieren. Die Schaffung einer Umgebung, in der Mitarbeiter remote arbeiten und eine Work-Life-Balance erreichen können, gilt es voranzutreiben. So planten rund 30 Prozent der Geräte-Einkäufer, die Anschaffungen für intelligente Konferenzraum-Lösungen auszuweiten.

IT-Verantwortliche sehen sich jedoch häufig mit Schwierigkeiten konfrontiert, die Technologie am Arbeitsplatz auf den neuesten Stand zu bringen. 45 Prozent klagen darüber, dass ihr Budget nicht ausreicht, um alle Anforderungen zu erfüllen. Zu den weiteren Herausforderungen zählen interne IT-Teams, die nicht in der Lage sind, alle Geräte-Probleme nach dem Kauf zu verwalten, oder nicht über die entsprechenden Informationen der Geräte-Hersteller verfügen, was eine Differenzierung der Produktangebote erschwert.

Eine Umfrage zum Thema ‚Mitarbeiterbindung in Deutschland‘ des amerikanischen Anbieters Wrike beleuchtet diese Problematik ebenfalls. Das Unternehmen betreibt eine Plattform für Arbeitsmanagement und befragte im Zuge der Untersuchung 1.003 deutsche Vollzeitbeschäftigte. Nur 35 Prozent der Befragten geben an, dass ihr Arbeitgeber eine vollständige digitale Transformation vollzogen hat und ein integriertes System aus Lösungen für optimierte Arbeitsabläufe, Kommunikation und Prozesse benutzt. 26 Prozent behaupten sogar, dass ihre Firma immer noch auf veraltete Tools und Praktiken wie To-Do-Listen, Meetings und E-Mails setzt.

„Die meisten Mitarbeiter sind bei der Arbeit engagiert, haben aber immer noch das Gefühl, dass ihre Produktivität leidet, weil die vorhandene Technologie in ihrem Team Barrieren schafft, anstatt diese niederzureißen. Dieser Trend ist sicherlich beunruhigend, stellt aber auch eine große Chance für Unternehmen dar, sowohl das Engagement als auch die Produktivität zu steigern, indem sie Systeme vereinheitlichen und die Ausführung erleichtern“, sagt Andrew Filev, Gründer und CEO von Wrike Inc. in San José (Kalifornien).

 

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