Arbeitswelt anno 2030

Im Zeitalter von KI und XR

Ausgabe-Nr.: 1/2020

Mögliche, zukünftige XR-Anwendung: Mitarbeiter werden in Zukunft auf eine ganz andere Weise zusammenarbeiten, da Technologien wie XR sie mehr als je zuvor unterstützen werden.

Im Zuge der globalen Studie ‚Realizing 2030: Die Zukunft der Arbeit‘ benennt der amerikanische Hersteller Dell Herausforderungen, denen Arbeitnehmer und Unternehmen im nächsten Jahrzehnt gegenüberstehen werden. Chancen-Gleichheit im Beruf, digital qualifizierte Mitarbeiter und Künstliche Intelligenz (KI) sollen das Arbeitsumfeld von morgen prägen. Aus Sicht des ‚Institute for the Future (IFTF)‘ mit Sitz in Palo Alto (Kalifornien) ergeben sich künftig völlig neue Partnerschaften zwischen Mensch und Maschine.

Die Untersuchung identifiziert vier Technologien, die der kommenden Arbeitswelt ihren Stempel aufdrücken: kollaborative KI, multimodale Schnittstellen wie haptisches 3D-Feedback oder Gestenerkennung, sichere verteilte Ledger wie Blockchains und Extended Reality (XR). Diese werden entscheidend dafür sein, dass Menschen und Maschinen einerseits im Einklang miteinander arbeiten können, und sich die Menschen andererseits auf sinnvolle, kreative und nachhaltige Aufgaben konzentrieren können. Bei der Einführung von neuen Tools gilt es jedoch verschiedene Hürden zu meistern, wie etwa algorithmische Vorurteile, digitale Qualifikations-Lücken oder die Wahrung von Arbeitnehmer-Rechten.

Algorithmische Vorurteile: 67 Prozent der Führungskräfte (Deutschland: 51 Prozent) gehen davon aus, dass sie neue Technologien zur Beseitigung menschlicher Vorurteile einsetzen werden. Eine vollständige Transparenz der Kriterien, die in algorithmischen Einstellungs-Verfahren Verwendung finden, wird unerlässlich sein, um Vertrauen zwischen Unternehmen und Arbeitnehmern aufzubauen. Denn die Bewerber müssen verstehen, wie ihre Profile von Machine-Learning-Tools ausgewertet werden.

Grundsätzlich werden Partnerschaften zwischen Mensch und Maschine gerechtere Arbeitsplätze schaffen, da die Kandidaten nach ihren Fähigkeiten und nicht nach Geschlecht, Alter oder sonstigen Kriterien bewertet werden. So werden sich Unternehmen beispielsweise auf die KI verlassen, um menschliche Vorurteile im Einstellungs-Prozess zu reduzieren, die Bildung optimaler Teams zu steuern und Anreize zur Steigerung von Produktivität, Arbeitsmoral und Mitarbeiterbindung zu geben.

Lücken in der digitalen Kompetenz: 60 Prozent der Führungskräfte (Deutschland: 39 Prozent) glauben, dass ihre Mitarbeiter bis 2030 bei der Nutzung neuer Technologien fit sein müssen. Die Fähigkeit, erfahrene Arbeitskräfte umzuschulen und eine neue Generation von Arbeitskräften zu fördern, gewinnt demnach immer mehr an Bedeutung. Bereits heute fördern 46 Prozent der Führungskräfte (Deutschland: 37 Prozent) die Entwicklung der unternehmenseigenen digitalen Fähigkeiten und Talente, indem sie ihren Mitarbeitern beispielsweise Programmier-Kenntnisse vermitteln.

Mitarbeiter werden in Zukunft auf eine ganz andere Weise zusammenarbeiten, da Technologien wie XR sie mehr als je zuvor unterstützen werden. Verfahren zur Zusammenarbeit in Echtzeit, die bereits in Gaming-, Coding- und verteilten Communitys bekannt sind, werden auch zur Etablierung stärker vernetzter Arbeitsweisen eingesetzt. Teams können Arbeit gemeinsam angehen, ausführen und miteinander interagieren.

Arbeitnehmer-Rechte: Angesichts der sich ändernden Arbeitsbedingungen werden neue Richtlinien erforderlich sein, um den Schutz von Arbeitnehmern zu gewährleisten. Die Führungs­ebene muss Veränderungen in der Arbeitsorganisation vorantreiben, die mit dynamischen Arbeitsabläufen Schritt halten können. 44 Prozent der Befragten (Deutschland: 41 Prozent) fordern bereits eine KI-Regulierung und Klarheit über deren Verwendung.

KI wird die menschlichen Fähigkeiten ergänzen und erweitern. Mit KI vertraute Mitarbeiter setzen ihre Fähigkeiten ein, um Workflows zu managen, Aufgaben zu erledigen und die erfassten Daten leichter zu verstehen. Ein tiefer gehendes Verständnis der KI sowie der Mensch-Maschine-Systeme kann menschliches Potenzial freisetzen und die Mitarbeiter von der Masse abheben.

Trotz der vielfältigen Herausforderungen sind 83 Prozent der Befragten (Deutschland: lediglich 61 Prozent) der Meinung, dass sich die Art und Weise des Arbeitens aufgrund der neuen Technologien zum Besseren verändern wird. Viele sind zudem optimistisch, was die Chancen angeht, die sich aus der Partnerschaft zwischen Mensch und Maschine ergeben. 70 Prozent der Führungskräfte (Deutschland: 57 Prozent) würden es begrüßen, wenn Mitarbeiter mit Maschinen oder Robotern zusammenarbeiten, um dadurch menschliche Grenzen zu überwinden. 86 Prozent (Deutschland: 79 Prozent) planen den Einsatz neuer Technologien zur Steigerung der Produktivität.

 

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