TA Triumph-Adler

„Umfangreicher und immerwährender Prozess“

Ausgabe-Nr.: 44/2019

Christopher Rheidt, Geschäftsführer der TA Triumph-Adler GmbH: „Der digitale Wandel erfordert von den Mitarbeitern die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung, um sich neue Fähigkeiten anzueignen.“

Um mit einer bodenständigen und geerdeten Digitalisierung die Kunden von ihrem Leistungs-Angebot überzeugen zu können, setzt die Tochter-Gesellschaft des japanischen Kyocera-Konzerns die Erkenntnisse und die notwendigen Schritte im eigenen Unternehmen um. INFO-MARKT interviewte dazu TA-Geschäftsführer Christopher Rheidt.

INFO-MARKT: Wann haben Sie die Umstellung zur Digitalisierung vorgenommen?

Rheidt: Parallel zum Start unserer Berlin-Initiative zur Anreicherung unseres Portfolios mit neuen digitalen Lösungen rund um das Kerngeschäft haben wir auch intern den Wandel eingeleitet und damit begonnen, unsere Prozesse umzustellen und zu optimieren.

INFO-MARKT: Mit welchem Zeitraum rechnen Sie, bis in Ihrem Unternehmen dieser Prozess weitgehend abgeschlossen ist? In welchem Stadium befinden Sie sich derzeit in diesem Umstellungsprozess?

Rheidt: Die Digitalisierung ist ein sehr umfangreicher und immerwährender Prozess. Wir sehen in solchen Themen wie der Digitalisierung eine Chance, uns als Unternehmen fortlaufend zu verändern. Insofern sind wir der Ansicht, dass dieser Prozess niemals abgeschlossen sein kann.

Den Ansatz der bodenständigen Digitalisierung, den wir unseren Kunden empfehlen, haben wir auch auf uns angewandt. Das bedeutet, wir schauen ganz genau, welche Lösungen wir wirklich benötigen, und achten darauf, dass diese flexibel und skalierbar sind, um auf zukünftige Anforderungen reagieren zu können. Alles andere führt eine Organisation schnell in die Überforderung.

Seit gut einem Jahr arbeiten wir an der Optimierung unserer Basis-Tools. Dazu zählt unter anderem die Einführung eines neuen ERP-Systems. Im nächsten Schritt erweitern wird unsere ECM-Lösung. Damit schaffen wir die Grundlage für alle weiteren Entwicklungen. Angestoßen durch unsere interne Initiative „Innovation Powerhouse“ laufen zudem fortwährend zahlreiche, kleinere Projekte, getrieben durch die Kollegen, von denen viele zur weiteren Digitalisierung des Unternehmens beitragen.

INFO-MARKT: Was sind die größten Herausforderungen, die Ihr Unternehmen auf diesem Weg zu bewältigen hat?

Rheidt: Wir müssen einen möglichst strukturierten Ablauf parallel und ohne Störung zum Tagesgeschäft sicherstellen. Und auch wenn uns das gelingt, ist es vor dem Hintergrund unseres seit Jahren konstanten organischen Wachstums für alle Kollegen immer noch eine starke zusätzliche Belastung. Der derzeitige Arbeitsmarkt spielt uns dabei nicht in die Karten. Denn es ist schwierig, die Teams zeitnah aufzustocken und so für Entlastung zu sorgen.

Grundsätzlich stellen wir sämtliche Prozesse auf den Prüfstand und optimieren diese. Daraus ergeben sich neue Arbeitsabläufe, die auch ein Umdenken bei den Kollegen erfordern und mit einem permanenten Kulturwandel einhergehen.

INFO-MARKT: Wie viele Ihrer derzeit beschäftigten Mitarbeiter können Sie bei dieser Umstellung mitnehmen?

Rheidt: Kultureller Wandel ist nie einfach. Trotzdem ist es unser Ziel, alle Kollegen mitzunehmen. Das war einer der Gründe, warum wir unsere „Innovation Powerhouse“-Initiative ins Leben gerufen haben, in deren Rahmen sich jeder einbringen und aktiv mitgestalten kann.

INFO-MARKT: Welche wesentlichen Herausforderungen müssen Ihre Mitarbeiter bewältigen?

Rheidt: Wie bereits erwähnt, ist ein kultureller Wandel nie einfach und nicht jedem fällt es leicht, sich Neuem zu öffnen. Auch bringt die Digitalisierung eine Geschwindigkeit mit sich, die im ersten Moment verunsichern kann. Nicht zuletzt erfordert der digitale Wandel von den Mitarbeitern die Bereitschaft zur kontinuierlichen Weiterentwicklung, um sich neue Fähigkeiten anzueignen. Aufgrund der immer komplexeren Kunden-Anforderungen sind zum Beispiel in allen Bereichen Projektmanagement-Skills immer stärker gefragt.

 

Weitere Artikel dieser Ausgabe