Turbon/MFP-/Drucker-Branche

Durch Corona im Minus

Ausgabe-Nr.: 30/2020

Der Anbieter von wiederbefüllten Tonerkartuschen für Laserdrucker veröffentlichte im vergangenen Monat seine Geschäftszahlen für das erste Halbjahr 2020. Die Corona-Krise setzte der ohnehin schon angeschlagenen Unternehmens-Gruppe im Segment Printing stark zu. Sie verzeichnete hohe Verluste und dient somit als Indikator für die akute wirtschaftliche Lage, in der sich viele Branchen-Vertreter befinden.

„Die in den letzten drei Jahren ergriffenen Maßnahmen im Zuge der Restrukturierung des vormaligen Kerngeschäftes mit wiederaufbereiteten Laser Toner Cartridges (Segment Printing) und insbesondere die im Zuge der Maßnahmen erreichte weitgehende Entschuldung der Unternehmens-Gruppe verhinderten eine existentielle Gefährdung. Wir gehen davon aus, dass wir insgesamt gestärkt aus der Corona-Krise hervorgehen werden“, zeigt sich die Turbon AG aus Hattingen dogmatisch optimistisch. Angesichts der wirtschaftlichen Situation und der aktuellen Geschäftszahlen sind solche Aussagen wohl in die Kategorie ‚Galgen-Mentalität‘ einzuordnen.

In den ersten sechs Monaten dieses Jahres erzielte die Unternehmens-Gruppe einen Konzern-Umsatz in Höhe von 21,5 Millionen Euro (1. Halbjahr 2019: 29,5 Millionen Euro). Somit steht ein gravierender Verlust von acht Millionen Euro zu Buche. Dabei entfielen 14,9 Millionen Euro des Gesamtumsatzes auf das Segment Printing (1. Halbjahr 2019: 22,9 Millionen Euro) und innerhalb des Segments Printing 6,6 Millionen Euro (1. Halbjahr 2019: 13,9 Millionen Euro) auf das Geschäft mit wiederaufbereiteten Laser Toner Cartridges. Der Umsatz-Rückgang im Konzern betraf somit ausschließlich den Geschäfts-Bereich Printing und hier das ehemalige Kerngeschäft mit wiederaufbereiteten Laser Toner Cartridges.

Für das Gesamtjahr 2020 kalkuliert der Anbieter „auf Basis des heutigen Informationsstandes“ mit Erlösen zwischen 43 und 45 Millionen Euro. Die ursprüngliche Prognose lag zwischen 45 und 50 Millionen Euro. Im Printing-Segment wird mit einem Umsatz von 29 bis 30 Millionen Euro gerechnet. Das Unternehmen erwartet auch weiterhin anhaltend schwächere Umsätze im Druck-Bereich und vor allem im Geschäft mit recycelten Laser Toner Cartridges. Es setzt künftig auf das Electric-Segment und hofft, dass sich die durch Corona beschleunigte Digitalisierung positiv auf die Geschäfts-Entwicklung auswirken wird.

„Im Händlergeschäft mit wiederaufbereiteten Laser Toner Cartridges hat die Konzentration auf verbliebene lukrative Bereiche bereits begonnen. Dieses ist die Voraussetzung, um im Segment Printing ab 2021 die Zeit der Verluste endgültig zu beenden und unabhängig von der Umsatzgröße positive Ergebnisbeiträge und Liquiditäts-Zuflüsse zu erzielen“, lässt der Konzern abschließend verlauten. Mit anderen Worten: Nahezu der gesamte Geschäftszweig befindet sich in einer Abwärtsspirale und nur noch Nischen-Segmente versprechen die Aussicht auf Gewinne.

 

Weitere Artikel dieser Ausgabe