Salesforce/ISG

„Hoher Konsolidierungs-Bedarf“

Ausgabe-Nr.: 28/2020

Immer mehr Salesforce-Dienstleister konzentrieren sich auf die Bekämpfung des Software-Wildwuchses. Speziell große internationale Unternehmen sind derzeit dabei, ihre Salesforce-Anwendungen zu konsolidieren und beauftragen verstärkt Dienstleister. Den deutschen Service-Markt für Salesforce-Anwendungen teilen sich vor allem große Systemhäuser sowie kleinere spezialisierte Salesforce-Anbieter auf.

„Mit dem seit Jahren stürmischen Wachstum von Salesforce-Anwendungen und der Vielfalt des heutigen Angebots kommen Unternehmen heute kaum noch allein klar. Vor allem die großen, international tätigen Unternehmen wenden sich dabei an Salesforce-Anbieter, die ebenfalls weltweit präsent sind. Viele ganz auf Salesforce spezialisierte Anbieter behaupten ihre Marktposition. Es sei denn, sie werden von großen Systemhäusern akquiriert, was zuletzt auch häufiger der Fall war“, erläutert Heiko Henkes, Director & Principal Analyst bei der Information Services Group GmbH (ISG) in Frankfurt.

Bei der ISG handelt es sich um ein globales Marktforschungs- und Beratungs-Unternehmen im Technologie-Segment mit Sitz in Stamford, welches über 700 Kunden dabei unterstützt, „Operational Excellence“ und schnelleres Wachstum zu erzielen. Der Fokus der Analysten liegt auf Services im Kontext der digitalen Transformation, inklusive Automatisierung, Cloud und Daten-Analytik.

Die von der ISG veröffentlichte Studie ‚ISG Provider Lens Salesforce Ecosystem Partners Report Germany 2020‘ evaluierte die Fähigkeiten von 35 Providern in den vier Markt-Segmenten „Implementation and Integration Services“, „Implementation Services for Core Clouds“, „Implementation Services for Marketing Cloud“ und „Managed Application Services“. Den deutschen Service-Markt für Salesforce teilen sich laut dem Report vor allem große Systemhäuser sowie kleinere, ganz auf Salesforce spezialisierte Anbieter (sogenannte Boutiquen). In der Kategorie „Implementation and Integration Services“ positionieren sich zum Beispiel die folgenden Partner als Marktführer: Accenture, Capgemini, Cognizant, Deloitte, Deutsche Telekom, Infosys, Pricewaterhouse Coopers (PwC) und Tata Consultancy Services (TCS) (-> Grafik 1).

Bereits in den vergangenen Jahren übernahmen große System-Integratoren viele Nischen- und Spezialanbieter. Auf diese Weise konnten die IT-Dienstleister ihr Portfolio erweitern, um die Nachfrage nach den immer vielfältigeren Salesforce-Services zu bedienen, so die Beobachtung der ISG-Analysten. Besonders im Markt-Segment der Implementierungs- und Integrations-Services verfügen Systemhäuser über eine bedeutende Position.

Dabei gibt es durchaus signifikante Unterschiede bei der lokalen Verfügbarkeit deutschsprachiger Ressourcen. Deshalb sind hierzulande diejenigen Anbieter im Vorteil, die in ihrem globalen Liefermodell einen nennenswerten Anteil an Nearshore-Kapazitäten anbieten können. Diese sollen üblicherweise aus osteuropäischen Ländern kommen.

Viele Unternehmen betreiben zahlreiche, voneinander isolierte Salesforce-Installationen. Sie haben in der Regel Fachabteilungen ohne die Einbindung der IT geschaffen und über die Jahre erweitert. Für einige dieser komplexen Infrastrukturen steht nun eine Konsolidierung an. Salesforce baut seine Software-Features stetig aus (-> INFO-MARKT Nr. 34/2019, Nr. 17/2020 u. Nr. 25/2020) und bietet mittlerweile auch branchenspezifische Services an. So stehen zum Beispiel für das Gesundheitswesen, Finanzdienstleister oder für industrielle Fertiger eigene Service-Clouds zur Verfügung. Der Salesforce-eigene App-Store vertreibt zudem weitere Funktionen und Spezialanwendungen, die von Drittanbietern auf der Basis von Salesforce entwickelt werden.

Der ISG zufolge gibt es viele Spezialanbieter sowie Agenturen mit Fachwissen für die Salesforce Marketing Cloud. Sie tragen dazu bei, dass sich dieser gesamte Markt schnell entwickelt – noch einmal beschleunigt durch die COVID-19-Krise. Die Pandemie hebt aus Sicht der Markt-Experten die Digitalisierung im Marketing auf ein neues Level. Ziel sei es vor allem, digitale Ladenzeilen zu positionieren, um so die Geschäftseinbußen im herkömmlichen Markt zu kompensieren.

Mit Blick auf das Salesforce-Ökosystem stellt der ISG-Anbietervergleich fest, dass Dienstleister ein starkes Partnernetzwerk aus unabhängigen Software-Verkäufern benötigen: „Die Nachfrage nach branchenspezifischen Salesforce-Lösungen und Zusatzfunktionen steigt derzeit an. Über Partnerschaften mit unabhängigen Software-Anbietern lassen sich solche zusätzlichen Kundenwünsche leichter erfüllen.“

 

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