ProjektManagement

Scrum* ist Spitzenreiter

Ausgabe-Nr.: 36/2018

Der Einsatz agiler Methoden im Projektmanagement steigt von Jahr zu Jahr. Denn 65 Prozent der deutschen Unternehmen halten so genannte agile Projekte für erfolgversprechend. Sie erlauben demnach eine einfachere Zusammenarbeit mit freiberuflichen Spezialisten, die heute bereits rund ein Viertel des gesamten Arbeitsvolumens in IT-Projekten übernehmen. Das geht aus einer repräsentativen Befragung hervor, die von Bitkom Research im Auftrag des Personaldienstleisters Etengo (Deutschland) AG durchgeführt wurde.

 

Die Grundlage der Angaben ist eine repräsentative Befragung von 305 IT-Vorständen, CIOs oder IT-(Haupt-)Abteilungsleitern in Unternehmen ab 500 Mitarbeitern. Demnach ist jede zweite Firma im IT-Bereich bereits auf agiles Projektmanagement umgestiegen. Bei den Unternehmen mit 2.000 Beschäftigten und mehr sind es bereits 56 Prozent. Weitere 15 Prozent aller Betriebe planen den Einsatz in den kommenden 12 Monaten. Der König unter den Methoden des agilen Projektmanagements ist Scrum. Insbesondere im Handel ist diese Anwendung mit 91 Prozent ein klarer Spitzenreiter: 9 von 10 Unternehmen (91 Prozent), die agile Methoden anwenden, setzen auf Scrum.

Die Anwender von agilen Methoden sehen vor allem qualitativ bessere Projektergebnisse sowie die einfachere Zusammenarbeit mit IT-Freelancern als entscheidende Vorteile. Auch die schnellere Umsetzung von Projekten, das schnellere Erkennen und Reagieren auf auftretende Probleme sowie die höhere Flexibilität im Projekt sind Argumente, die klar für den Einsatz agiler Methoden sprechen. 38 Prozent der Unternehmen, die agiles Projektmanagement betreiben, meinen außerdem, dass die Motivation der Mitarbeiter durch mehr Verantwortung und selbstständiges Arbeiten steigt.

Für den reibungslosen Ablauf und die effiziente Umsetzung von IT-Projekten kommt es nicht nur auf das richtige Projektmanagement an, es braucht auch die richtige Manpower. Heute sind dafür häufig nicht mehr nur festangestellte Mitarbeiter gefragt, sondern auch eine Vielzahl externer Wissensträger, oftmals Freelancer. Die aktuelle Befragung zeigt, dass IT-Freelancer für Unternehmen immer wichtiger werden.

63 Prozent sagen, dass die Bedeutung der Freiberufler in den kommenden sechs Monaten weiter zunehmen wird. „In Deutschland wird es immer schwieriger, die dringend benötigten IT-Spezialisten zu finden. Experten werden auf dem Arbeitsmarkt händeringend gesucht“, sagt Dr. Axel Pols, Geschäftsführer der Bitkom Research. „Auch die wachsende Bedeutung von IT-Sicherheit treibt die Nachfrage nach IT-Freelancern. Unternehmen werden deshalb auch nach eigener Einschätzung in Zukunft immer häufiger auf IT-Freelancer zurückgreifen.“

Die Bedeutung der IT-Freelancer steigt. So leisteten Freiberufler in den vergangenen sechs Monaten bereits mehr als jede fünfte Arbeitsstunde bei IT-Projekten im Unternehmen. Bei großen Unternehmen mit 2.000 Beschäftigten und mehr waren es bereits 25 Prozent. Es wird geschätzt, dass in den nächsten sechs Monaten 29 Prozent der Arbeitsstunden von IT-Freelancern geleistet werden. Das ist ein Anstieg um sechs Prozentpunkte im Vergleich zum Vorhalbjahr. In 26 Prozent der befragten Firmen werden IT-Freiberufler dann bereits 40 Prozent oder mehr des IT-Arbeitsvolumens übernehmen. „Die Nachfrage im IT-Bereich ist momentan sehr hoch, denn die Digitalisierung tangiert nahezu alle Bereiche und Branchen und erstreckt sich natürlich auch auf das private Umfeld. Die Freiberuflichkeit hat sich für IT-Spezialisten längst zu einer sehr interessanten Karriereoption entwickelt“, betont Nikolaus Reuter, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Etengo. Der Ergebnisbericht ist kostenfrei bei der Bitkom erhältlich.

 

* Scrum ist eine Methode des Produktmanagements, insbesondere zur agilen Software-Entwicklung. Es wurde ursprünglich in der Softwaretechnik entwickelt, ist aber davon unabhängig. Scrum wird inzwischen in vielen anderen Bereichen eingesetzt. [1] Es ist eine Umsetzung von Lean Development für das Projektmanagement. [2][3]

 

 

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