Oracle

Tritt auf der Stelle

Ausgabe-Nr.: 23/2020

Oracle-Chairman Larry Ellison: Vor allem große Kunden, wie Banken oder Regierungen, die derzeit nicht planen, ihre kritischen Systeme in eine öffentliche Cloud zu verlagern, sollen angelockt werden.

Der amerikanische Software-Anbieter verzeichnete in der abgelaufenen Geschäftsperiode einen Rückgang seines Umsatzes. Beim Blick auf die Ergebnisse der letzten Jahre wird deutlich, dass das Unternehmen auch in Sachen Erlös-Steigerung nicht vom Fleck kommt. Andererseits liefert es seit Jahren stabile Zahlen ab – mit den Cloud-Diensten als Fundament.

„Unser Gesamtgeschäft entwickelte sich angesichts der Pandemie bemerkenswert gut. Im vierten Quartal erbrachten wir sowohl im Bereich Cloud-Infrastruktur als auch im Cloud-Anwendungsgeschäft starke Leistungen. Vorreiter waren hierbei unsere Suites Fu­sion Cloud ERP sowie Fusion Cloud HCM, die um 35 Prozent beziehungsweise 29 Prozent zulegten“, kommentiert Safra A. Catz, CEO der Oracle Corporation in Redwood City (Kalifornien), die aktuelle Geschäftslage.

Im Geschäftsjahr 2019/2020 erzielten die Amerikaner einen Umsatz in Höhe von 39,06 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahr (2018/2019: 39,5 Milliarden US-Dollar) (-> Tabelle 3). Die Erlöse mit Cloud-Diensten und aus dem Lizenzsupport nahmen um drei Prozent auf 27,4 Milliarden US-Dollar zu. Somit verdient das Unternehmen 70 Prozent seines Geldes allein mit diesem Posten. Die Einnahmen durch Cloud- und On-Premise-Lizenzen beliefen sich auf 5,1 Milliarden US-Dollar (Umsatz-Anteil von 13 Prozent). Ein Grund für die schleppende Geschäftsentwicklung könnte demnach die zunehmende Fokussierung auf die Cloud sein. Diese fungiert zwar einerseits als Wachstumsmotor. Doch andererseits ziehen es einige potenzielle Kunden-Kreise weiterhin vor, ihre Applikationen in den eigenen Rechenzentren zu betreiben.

„Im vierten Quartal haben wir eine verbesserte Version unseres Exadata Cloud@Customer Service eingeführt. Mit dieser können On-Premise-Datenbankkunden die Oracle Autonomous Database jetzt in ihrem eigenen Rechenzentrum ausführen. Bisher war sie nur in der Gen 2 Public Cloud verfügbar“, erklärt Larry Ellison, Chairman und Chief Technology Officer bei Oracle. Von diesem Schritt verspricht sich der Anbieter eine erhöhte Akzeptanz seiner autonomen Datenbank (-> INFO-MARKT Nr. 27/2019). Vor allem große Kunden, wie Banken oder Regierungen, die derzeit nicht planen, ihre kritischen Systeme in eine öffentliche Cloud zu verlagern, sollen angelockt werden.

 

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