MLF Mercator-Leasing

Hahn-Nachfolger an Bord

Ausgabe-Nr.: 19/2020

Neue MLF-Mercator-Leasing-Geschäftsführung mit Corona-Abstand: Hoppen ist in der Branche mit Blick auf seine Tätigkeit bei der BFL nicht unumstritten. (v.l.n.r.: Rolf Hahn, Vorsitzender der Geschäftsführung, Dr. Norman Hoppen, Leitung Business Development, Matthias Schneider, Geschäftsführer)

Bei der erfolgsverwöhnten Leasing-Gesellschaft wird die Nachfolge ab dem nächsten Jahr in trockenen Tüchern sein. Doch die personelle Regelung löst bei etlichen Branchen-Beobachtern Verwunderung aus, weil der neue Mercator-Manager von BFL kommt und dort nicht durch außergewöhnliche Heldentaten aufgefallen ist. Andererseits, so die Befürworter der Personalentscheidung, könnte in Schweinfurt ein neuer Knoten platzen und das Unternehmen zu neuen Ufern geführt werden.

„Dr. Norman Hoppen bringt genau das mit, was für unser Unternehmen und unsere Kunden wichtig ist: langjährige Erfahrung, ein ausgeprägtes Gespür für Marktentwicklungen und jede Menge Tatendrang“, kommentiert Rolf Hahn, Vorsitzender der Geschäftsführung, die neueste Personalie bei dem Leasing-Anbieter aus Schweinfurt.

Hoppen kommt von Nokia Siemens Networks und der Siemens AG, wechselte zur Deutschen Leasing Information Technology und als Bereichsleiter in die Geschäftsführung der BFL Leasing GmbH, früher eine hundertprozentige Tochter der VR-Leasing Gruppe. Seine Management-Fähigkeiten brachte er in den letzten Jahren als Mitglied der Geschäftsleitung bei der QuoVadis Trustlink Deutschland GmbH (heute DigiCert), einem globalen Anbieter von „Managed PKI Services“ (Public Key Infrastructure), ein, lautet die PR-Ansage.

Er verstärkt ab sofort das Management-Team bei MLF Mercator-Leasing und übernimmt zunächst die Leitung Business Development. Schwerpunkte seiner Aufgabe werden unter anderem die strategische und operative Weiterentwicklung vertrieblicher Aktivitäten des Unternehmens und der bestehenden Geschäftsfelder, der Aufbau strategischer Allianzen sowie die Pflege bestehender Partnerschaften sein. Für die Zukunft ist vorgesehen, dass Hoppen als Nachfolger von Rolf Hahn, der 2021 in den Ruhestand tritt, in die Geschäftsführung wechselt.

„Mit Hoppen gewinnen wir einen erfahrenen Manager, der über hervorragende Qualitäten im Vertriebsmanagement und ein ausgezeichnetes Netzwerk verfügt und den Aufbau und Roll­out neuer Geschäftsmodelle und Strukturen verantwortlich mitentwickeln wird. Wir sind sicher, dass er diese Expertisen zum Vorteil unserer Kunden einbringen wird“, lobt Hahn seinen designierten Nachfolger.

Indes: Hoppen ist in der Branche nicht unumstritten. Marktbeobachter konnten mit Blick auf seine Tätigkeit bei der VR-Leasing-Tochter „jede Menge Tatendrang“ (Hahn) nicht wahrnehmen. Der Grund: Der BFL-Umsatz rutschte von 365 Millionen Euro in 2012 auf 234 Millionen Euro und die Anzahl der BFL-Mitglieder stagnierte zwischen 135 und 147 Fachhändlern, von der Ertrags-Entwicklung erst gar nicht zu reden.

Doch es gibt auch andere Sichtweisen: Ein Insider bezeichnet Hoppen als „engagierten und analytisch guten Manager“, der ganz stark in die VR-Leasing Gruppe eingebettet war und mit seinen Ideen und mit seinem Einfluss völlig limitiert wurde. Andere zu lösende Probleme werden vorrangig behandelt, soll eine VR-Ansage in Richtung BFL gelautet haben.

Als Hoppen den Bankern in der Mutter-Gesellschaft den Rücken kehrte, fand zwar mit der Ernennung seines Nachfolgers Sascha Lerchl eine bemerkenswerte Veränderung statt. Aber der neue BFL-Manager durfte wohl die Beine nur deswegen breiter aufstellen, um das Leasing-Unternehmen an einen Investor zu übergeben. – Eine vorsichtige Vorgehensweise bei der Auswahl der potenziellen Kauf-Interessenten war offenbar nicht vorgesehen, wie unsere Berichterstattung über die BFL im letzten Jahr dokumentiert (-> INFO-
MARKT Nr. 1/2019 ff).

Man darf nun gespannt sein, ob Hoppen seine Kritiker Lügen straft, in Schweinfurt ein neuer Knoten platzt und er das Unternehmen zu neuen Ufern führt.

 

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