Messebericht Fespa

Hohe Investitions-Bereitschaft

Ausgabe-Nr.: 18/2019

Messe-Besucher auf der Fespa 2019 in München: 30 Prozent der Befragten der Fespa-Studie gaben an, dass Investitionen innerhalb der nächsten zwei Jahre in Farbmanagement-Technologie und -Schulungen vorgesehen sind.

Auf der weltweit größten Messe für die Markt-Einführung technologischer Innovationen im Sieb-, Digital- und Textildruck, die in diesem Monat in München stattfand, zeigten die Aussteller nicht nur ihre neuen Produkte. Zum ersten Mal präsentierten die Veranstalter auch die Ergebnisse einer Umfrage aus ihrer Zielgruppe. Aus den Antworten von Druckdienstleistern, Designern, Print-Einkäufern, Einzelhändlern, Inneneinrichtern und Modeprofis aus dem In- und Ausland lassen sich die aktuellen Trends im Großfortmat-Druck erkennen.

„Die Einführung von Colour L*A*B* ist eine direkte Reaktion auf das Feedback der Fespa-Community, die angesichts steigender Kunden-Erwartungen und einer wachsenden Vielfalt an Druckerzeugnissen und Substraten großes Interesse an fachkundiger Beratung und Information zum Thema Farbtreue und Farbkonstanz bekundet“, sagte Roz Guarnori, Ausstellungs-Direktorin. Der Hintergrund: Auf der Münchner Veranstaltung wurden die Resultate einer so genannten „Print-Volkszählung“ veröffentlicht, die die Organisatoren zusammen mit den Besuchern auf der letzten Messe in Berlin durchführten.

Dabei stellte sich heraus, dass der aktuelle Markt für Großformat-Anwendungen von folgenden Trends bestimmt wird: Textildruck, starke Nachfrage nach digitalen Technologien, Umwelt, Nachhaltigkeit, Kunden-Bedürfnisse, Produktmix und eine hohe Investitions-Bereitschaft. Die Ergebnisse der Umfrage mündeten auf der diesjährigen Fespa in einen Technologie-Showcase und ein Konferenzprogramm.

30 Prozent der Befragten der ­Fespa-Studie gaben an, dass Investitionen innerhalb der nächsten zwei Jahre in Farbmanagement-Technologie und -Schulungen vorgesehen sind. So wurde das Seminarprogramm der Ausstellung in diesem Jahr deutlich verstärkt. „Das diesjährige Trend-Theatre-Programm umfasste 38 Einzelsitzungen und wurde anhand der Bedürfnisse und Interessen der globalen Fespa-­Spezialdruck-Community zusammengestellt und lieferte wichtige Erkenntnisse zu einer Vielzahl von Themen, darunter Workflow, Zustand der Großformat-Industrie, Textilien und Dekorations-Anwendungen sowie Verpackungen“, erklärte Guarnori. – In unserer letzten Ausgabe berichteten wir über mehrere Hersteller, nachstehend liefern wir weitere Informationen über die Fespa-Aussteller:

Fujifilm: Im letzten Jahr feierte das Fuji-System Acuity Ultra auf der Fespa in Berlin sein Debüt. Nun stand das UV-Rollensystem, das in fünf Meter und 3,2 Meter Breite arbeitet, erneut im Mittelpunkt des Messe-Auftrittes. Der UV-Superweit-Formatdrucker für hochwertige Innengrafiken und Außenbeschilderungen bietet Großformatdruck-Anbietern nahezu fotografische Qualität bei höheren Geschwindigkeiten und niedrigeren Betriebskosten.

Agfa: Der Aussteller demonstrierte den Jeti-Tauro-H3300 LED-Sechsfarben-Hybrid, der einen geringen Tintenverbrauch für UV-gehärtete Drucke mit einer Breite von bis zu 3,3 Metern bietet. Er kann mit Geschwindigkeiten von bis zu 453 m2/h in verschiedenen Lademodi drucken: manuell, Master-Rolle-zu-Rolle, halbautomatisch und vollautomatisch. Die Konfiguration mit bis zu 60 Ricoh-Tintenstrahl-Druckköpfen ist möglich. Die weiteren Verkaufsargumente: Sehr gute Bildqualität, hohes Tempo und vier Automatisierungs-Stufen.

Ebenfalls neu: das Anapurna H3200i LED, ein Mid-Range-Hybrid-LED-Tintenstrahlsystem mit sechs Farben und Weiß, das für eine Vielzahl starrer und flexibler Substrate bis zu 3,2 Meter für Innen- und Außenanwendungen geeignet ist.

Mimaki Europe: Der neue ­großformatige UV-Flachbett-Inkjetdrucker JFX200-2513 EX ist mit einem neuen Druckmodus und einem zusätzlichen Druckkopf ausgestattet und ist nach Angabe des Herstellers äußerst produktiv. „Druckdienstleister können jetzt erstmals ohne langwierige Dateivorbereitung großformatige Digitaldrucke mit mehrdimensionalen Struktureffekten anbieten, die man unbedingt anfassen möchte“, sagt Danna Drion, Senior Marketing Manager EMEA bei Mimaki Europe.

Ein weiteres Messe-Highlight der japanischen Entwickler: der 3-D-Drucker 3DFF-222. Die neueste 3-D-Drucklösung von Mimaki soll es ermöglichen, dass Schilder- und Display-Hersteller ihre Kosten senken. Praktisches Feature: Die 3-D-Druck-App von Mimaki kann den 3-D-Drucker per Fernüberwachung mit dem Smartphone oder Tablet steuern. Der 3-D-Printer arbeitet mit einem Geräuschpegel von 45 Dezibel sehr leise.

EFI: Das Unternehmen nutzte die Messe als globale Startrampe für seinen zweiten „echten“ Flachbett-Drucker. Der LED-UV-EFI Pro 30f ist drei mal zwei Meter groß und in der Lage, 210 Quadratmeter pro Stunde zu drucken. Er ist fast doppelt so produktiv wie das kleinere Modell und verfügt mit 100 Millimeter über die doppelte maximale Medienhöhe. „Das erweitert das Spektrum erheblich, insbesondere im Hinblick auf die industriellen Anwendungen“, sagte Ken Hanulec, Vizepräsident Marketing für Inkjet, EFI.

Europa-Premiere feierte in München der Vutek h5. Die 126-Zoll-Drucker dieser Serie bieten acht Farben plus Weiß und drucken mit der UltraDrop-Technologie von EFI. Das bedeutet eine besondere Glätte bei Schatten, Verläufen und Übergängen. Die Serie ist in zwei Modellen erhältlich: der neue Vutek h5 mit einer Geschwindigkeit von bis zu 109 Boards pro Stunde; und die Vutek-h3-Version, die bis zu 74 Karten pro Stunde druckt.

Die neuen Versionen der digitalen EFI-Fiery-Front-Ends (DFEs) für Supergroßformat-Drucker bringen jetzt die doppelte Leistung. Der neue Server ist jetzt laut Hersteller die schnellste Lösung für die Druckproduktion. Darüber hinaus unterstützt die aktualisierte Software über 70 neue Drucksysteme anderer Hersteller. „Wir werden die Leistungsdaten unserer Fiery-DFEs kontinuierlich verbessern“, erklärte John Henze, der Vize-Präsident für Vertrieb und Marketing.

Massivit 3D: Der Anbieter für großformatige 3-D-Drucklösungen zeigte sein Modell Massivit 1800 Pro erstmals in Europa. Zu den Ausdrucken auf der Messe gehörten eine gigantische Smart-Watch, ein riesiger Schuh sowie per 2-D-/3-D-Druck produzierte Displays aus Wellpappe. Besonderer Blickfang: ein Flugzeug, das weithin sichtbar über dem Messestand schwebte.

Der Massivit 1800 Pro bietet eine variable Auflösung, die angeblich für einen äußerst kostengünstigen Produktionsprozess sorgt. Der Druckmodus mit Auflösungsstufe und Schichtstärke lässt sich während des Druckvorgangs ändern, um je nach Modellabschnitt unterschiedliche Anforderungen abzudecken. Mit der GDP-Technologie (Gel Dispensing Printing) lassen sich leichtgewichtige, hohle 3-D-Druckmodelle bis zu einer Höhe von 1,8 Metern schnell und wirtschaftlich produzieren.

 

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