IT-Recycling

Deutlich reduzierte CO2-Emissionen

Ausgabe-Nr.: 16/2020

Inrego-„Rettungsstation“: Nicht funktionierende Einheiten werden zur „Rettungsstation“ geschickt, wo sie entweder repariert oder zerlegt werden. Dies ermöglicht es, eine große Auswahl an Bauteilen wiederzuverwenden und den Kunden anzubieten.

Das schwedische Unternehmen Inrego stellt einen neuen Standard zur Messung ökologischer Gewinne bei der Wiederverwendung von IT-Produkten vor. Zusammen mit dem Umweltforschungs-Institut ‚IVL Svenska Miljöinstitutet‘ entwarf der Anbieter ein offenes Datenbank-Modell, welches der gesamten IT-Recyclingbranche kostenlos zur Verfügung steht und auch von anderen Interessierten genutzt werden kann. Es soll den Einkauf und die Veräußerung von IT-Ausrüstung erleichtern.

„Wir beschäftigen uns seit mehr als 25 Jahren mit der Wiederverwendung von IT-Ausrüstung. Dabei zeigt sich, dass die Einkäufer zunehmend mehr Wert auf Nachhaltigkeit legen. Deswegen freuen wir uns, jetzt ein Werkzeug vorlegen zu können, mit dem alle IT-Investoren auf einfache Weise erkennen, welche ökonomischen und ökologischen Vorteile der Einsatz aufbereiteter Produkte hat. Wir hoffen darauf, dass unser Tool für diese Art von Berechnungen zum Standard wird und dann branchenweit eingesetzt wird“, sagt Erik Pettersson, Umweltchef bei der Inrego AB in Täby bei Stockholm (Schweden).

Das Unternehmen wurde 1995 gegründet, verfügt über 170 Mitarbeiter und generiert einen Umsatz von rund 400 Millionen Schwedischen Kronen (etwa 39 Millionen Euro). Es beliefert Abnehmer in 90 Ländern und soll in Schweden Marktführer beim Recycling von Computern, Mobiltelefonen und anderen IT-Produkten sein. Im Jahr 2018 überholte der Anbieter 300.000 IT-Geräte und senkte die Klima-Auswirkungen seiner Kunden damit um 4.400 Tonnen Kohlendioxid.

Die neue Datenbank dient zur Berechnung der Umwelteffekte von IT-Ausrüstung und -Bauteilen. Das Modell enthält Angaben zu unterschiedlichen Kategorien von Produkten, darunter Notebooks, Monitore, Smartphones, Tablets, Drucker, Adapter, Tastaturen oder Arbeitsspeicher. Die Wiederverwendung von IT-Geräten bringt sowohl wirtschaftlichen als auch ökologischen Nutzen. Die Berechnungen setzen voraus, dass die Überholung eines Produktes dazu führt, dass keine Neuware angeschafft oder hergestellt wird.

Der Erwerb eines aufbereiteten Notebooks statt eines Neugerätes mindert die Kohlendioxid-Emissionen um durchschnittlich 280 Kilogramm (-> Tabelle 1). Die Wiederverwendung von Monitoren besitzt sogar noch größeres Einsparpotenzial von durchschnittlich 520 Kilogramm. Das Datenbank-Modell analysiert die Auswirkungen sämtlicher Komponenten. Zudem lässt es sich um neue Produkte erweitern, sobald diese auf dem Markt sind. Dieses Tool eröffnet Einkäufern bei Investitionen umfassende Möglichkeiten, die jeweiligen Klima-Auswirkungen zu ermitteln.

Das Werkzeug ist in Berichtsform auf den Websites von Inrego und IVL abrufbar. Es lässt sich ebenfalls dafür verwenden, Umwelt-Einsparungen anderer Sektoren zu berechnen, in denen Recycling gleichermaßen möglich ist. Außer der Datenbank gibt es eine strukturierte Beschreibung, wie sich von anderen Akteuren und Branchen entsprechende Datenbanken entwickeln lassen.

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