IT-/MFP-/Drucker@Markt 11/2019

Namen und Nachrichten

Ausgabe-Nr.: 11/2019

SAP

„Anwenders Alptraum.“ Unter diesem Titel veröffentlichte die ‚Wirtschafts-Woche‘ in ihrer Ausgabe Nr. 11 vom 8. März 2019 einen Artikel darüber, warum eine Umstellung auf die meistverkaufte Unternehmens-Software von SAP „Kunden, Mitarbeiter und Chefs so oft in den Wahnsinn treibt“. INFO-MARKT hat sich mit diesem Thema bereits im Februar beschäftigt (Ausgabe Nr. 5/2019) und berichtete über den Süßwaren-Produzent Haribo. Der Gummibärchen-Spezialist aus Bonn stieg Ende des vergangenen Jahres global auf das ERP-System S/4 HANA als zentrale betriebswirtschaftliche Software um, also auf eine komplett neue IT-Infrastruktur. Dabei handelte er sich Probleme mit der Warenwirtschaft ein, die bei dem weltweit größten Hersteller von Fruchtgummi und Lakritz-Artikeln die Produktion empfindlich störten, so dass der Absatz der Goldbären 2018 zeitweise um 25 Prozent zurückging.

Das Wirtschafts-Magazin aus Düsseldorf erweiterte die Liste der SAP-Geschädigten noch um weitere Kandidaten und nannte den Otto-Versand, Deutsche Bank, Lidl, Edeka, Deutsche Post sowie DocMorris und warf dem Weltmarkt-Führer aus Walldorf vor, dass viele SAP-Projekte „länger als geplant dauern, deutlich teurer sind oder sogar ganz scheitern“. Zitiert wird auch Frank Ferchau, Chef der Able Group aus Gummersbach. Sein Statement: „Die SAP-Einführung war eine Leidensphase, in der wir regelrecht die Zähne zusammenbeißen mussten.“


Start-up-Politik

Der Branchenverband Bitkom e. V. in Berlin zieht Bilanz bei den Projekten, die die Regierung sich im Koalitionsvertrag auf die Fahnen geschrieben hat. Nach einem Jahr sind von 25 Maßnahmen vier umgesetzt, zwölf teilweise, aber bei neun ist noch gar nichts passiert. „Im Koalitionsvertrag wurden starke Akzente rund um Start-ups gesetzt. Allerdings sind bislang vor allem Vorhaben umgesetzt, bei denen bestehende Maßnahmen fortgeführt werden. „Das Jahr 2019 muss deshalb jetzt wirklich zu einem Start-up-Jahr werden, in dem die großen Ankündigungen auch auf den Weg gebracht werden“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg.

Bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels, der für deutsche Start-ups momentan eine der größten Herausforderungen darstellt, sind einige Fortschritte erzielt worden. Der Entwurf eines Fachkräfte-Einwanderungsgesetzes liegt vor, die Verabschiedung ist noch für dieses Jahr geplant. Zudem wird eine Nationale Weiterbildungs-Strategie erarbeitet, die auf dem bereits verabschiedeten Qualifizierungs-Chancengesetz aufbaut.

Beim Abbau bürokratischer Auflagen für Start-ups und der Erleichterung von Gründungen geht es hingegen kam voran. Die Befreiung von der monatlichen Voranmeldung der Umsatzsteuer oder Entlastungen bei Statistik-Pflichten sind bisher nicht umgesetzt. Fehlanzeige auch bei der Digitalisierung von Verwaltungs-Dienstleistungen mit den viel zu kleinen Fortschritten. Die Beta-Version des Online-Bürgerportals, auf dem künftig alle Verwaltungs-Dienstleistungen und auch Online-Gründungen möglich sein sollen, wurde im September 2018 live geschaltet. Bisher kann jedoch nur ein Bruchteil der Verwaltungs-Kommunikation über die Plattform abgewickelt werden.


All for One Steeb

Die Hauptversammlung des IT- und Beratungshauses aus Filderstadt beschloss mit großer Mehrheit die Umfirmierung der AG. Sie heißt künftig All for One Group AG. 99,99 Prozent votierten für die Maßnahme. Beifall gab es auch für den strategischen Kurs. „Unsere Strategieoffensive 2022 ist planmäßig gestartet und auf gutem Weg. Die entscheidenden Weichenstellungen erfolgen im laufenden Geschäftsjahr 2018/19. Bereits für 2022/23 rechnen wir mit Umsätzen im Bereich von 550 bis 600 Millionen Euro und einer EBIT-Marge von über 7 Prozent“, versichert Vorstandssprecher Lars Landwehrkamp und verspricht sich von dem neuen Marktauftritt neue Impulse. „Mit der Eins als neuer Bildmarke und unserem neuen Claim – one idea ahead – bringen wir unseren Anspruch perfekt auf den Punkt: Wir wollen unsere Kunden zur Nummer eins machen“, sagt Landwehrkamp.

Der Launch des neuen Marktauftritts als All for One Group AG erfolgt voraussichtlich im Verlaufe des Aprils 2019. Bereits Anfang dieses Monats bezog die Gesellschaft ihr neues Headquarter am Standort Filderstadt bei Stuttgart.


Canon

Mit imageSKIN stellen die Krefelder ein neues Produkt vor, das Individualität in die Büro-Umgebung bringen soll. „Wie eine zweite Haut werden hochwertige, selbstklebende Folien nach den Anforderungen des Kunden auf die Bürosysteme aufgebracht. Denn Individualität und Wiedererkennungswert sind für Unternehmen wichtige Aspekte, um als Marke im Gedächtnis zu bleiben. Aber nicht nur der Markenaspekt spielt beim Wunsch nach Individualisierung der Druckerflotte im Büro eine Rolle. Eine freundlich gestaltete Arbeitsumgebung trägt zu einer positiven Stimmung bei und fördert so auch die Produktivität und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter“, argumentiert Canon.

Die Individualisierung ist für das gesamte Canon-Portfolio möglich. Die Folien sind passgenau auf die jeweiligen Drucksysteme zugeschnitten und lassen sich bei Bedarf rückstandsfrei entfernen. Als Teil der Vorkonfiguration wird imageSKIN aufgebracht und das individualisierte Drucksystem fertig ausgeliefert.

Die Darstellung des eigenen Firmenlogos oder die eigenen Produkte eines Unternehmens, eine laufende Kampagne oder die Anleitung zur Benutzung von MFP-Geräten sind als Motive möglich. Anwender können mit dem imageSKIN Standard Service entweder ein eigenes Motiv bereitstellen oder den imageSKIN Full Service nutzen. Bei Letzterem übernimmt Canon, in Abstimmung mit dem unternehmensspezifischen Corporate Design, Bildauswahl und -beschaffung sowie die Motiv-Gestaltung.


Avast

Der Anbieter von digitalen Sicherheitsprodukten stellt mit Avast Business Secure Web Gateway nach eigener Darstellung das erste sichere Web Gateway der Enterprise-Klasse vor. Es wurde speziell für die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) entwickelt und steht als Cloud Service (SaaS) zur Verfügung, sodass es keine Hardware oder virtuelle Appliance zu konfigurieren oder zu verwalten gibt. Bei Bedarf lässt sich die Lösung einfach skalieren und ermöglicht damit eine flexible Anpassung bei Veränderungen der Unternehmensgröße. Sie ist Teil der Avast Business CloudCare-Plattform, die Unternehmen mehrere Sicherheitsebenen bietet, darunter Endpunkt- und Netzwerksicherheit.

Mit der Einrichtung in drei einfachen Schritten können KMUs das Avast Business Secure Web Gateway innerhalb weniger Minuten in Betrieb nehmen und Malware sowie andere gefährliche Inhalte blockieren. Die Anwendung blockiert darüber hinaus den Zugriff auf bekannte bösartige Websites, Downloads und Standorte. Zudem werden sämtliche Internetrichtlinien für alle Geräte im Netzwerk und für Roaming-PCs durchgesetzt.

Die Lösung stellt weiterhin die Avast-Business-CloudCare-Plattform zur Verfügung und sorgt für vollständige Netzwerk- und Endpunkt-Transparenz über eine Konsole. Darüber hinaus bietet das Gateway, das über die Cloud bereitgestellt und verwaltet wird, KMUs eine flexible und skalierbare Lösung für ein sicheres Netzwerk ohne die Kosten und Komplexität herkömmlicher oder virtueller Appliances.

„KMUs haben nicht die Zeit oder das Fachpersonal, die sie für die Wartung von Sicherheits-Appliances aufwenden müssen. Da Letztere oft Engpässe im Web-Traffic verursachen, schalten viele Unternehmen wichtige Sicherheitsfunktionen aus, was sie anfällig für eine Vielzahl von webbasierten Bedrohungen macht. Mit der Einführung von Avast Business Secure Web Gateway bieten wir KMUs auf der ganzen Welt Internet-Sicherheit auf Enterprise-Niveau, die innerhalb eines Cloud-Services (SaaS) bereitgestellt wird, der flexibel und skalierbar ist“, argumentiert Kevin Chapman, Senior Vice President und General Manager von Avast Business.


Spitch

Die Schweizer präsentierten ihre KI-Spracherkennung auf der Call Center World (CCW) in Berlin. Der Sprach-Spezialist stellte den Einsatz Künstlicher Intelligenz bei Sprach-Systemen für Call- und Contact-Center in den Mittelpunkt seines Messe-Auftritts. Der Hersteller will seine Präsenz im deutschen Markt massiv erhöhen und setzt dabei auf eine fortschrittliche Technologie sowie ein stark wachsendes Netzwerk an Partnern.


ELO

Der ECM-Hersteller wird von März bis Mai an mehreren Messen und Veranstaltungen zum Thema ‚Digitalisierung‘ teilnehmen. So präsentiert das Stuttgarter Softwarehaus seine Branchen- und Fachbereichs-Lösungen auf der ‚Zukunft Personal Süd (09./10.04.)‘ und der ‚Gesundheits-IT-Messe DMEA (09.–11.04.)‘. Aber auch auf den Mittelstands-Events ‚Business Digital (16.05.)‘, ‚Thüringer IT-Leistungsschau (28.03.)‘ und ‚Fachforum für Enterprise-Information-Management DiALOG (16.–17.05.)‘ ist das Unternehmen vertreten.


Ricoh

Die Japaner stellen ihre neue High-Speed-Inkjet-Druckplattform Ricoh Pro VC20000 vor, die Druckdienstleistern die wirtschaftliche Produktion mit einer Vielzahl von Anwendungen ermöglicht. Diese reichen vom Transaktionsdruck von Rechnungen, Kontoauszügen und Policen bis hin zu Buchdruck und Direct-Mail-Anwendungen. Die Druckplattform soll eine wettbewerbsfähige Farbproduktion für bestehende Anwender von Endlosdruck-Plattformen sowie für Nutzer von Einzelblatt-Drucksystemen gewährleisten, die die Ausgabe mehrerer Systeme auf einer einzigen Plattform konsolidieren möchten.

Weiterhin ist das Pro VC20000-Inkjet-Drucksystem mit einer Vielzahl von Papieren kompatibel und kann über Inline-Finishing-Lösungen zusätzlich optimiert werden. Mit diesen Anwendungen kann die Geschwindigkeit an die Leistungsfähigkeit der einzelnen Systeme angepasst werden, um so die Produktion zu maximieren und den Papierverlust zu minimieren.

Der Pro VC20000 besitzt eine Grundfläche von 4,3 Quadratmetern und erweitert die beiden Mono-Rollendrucksysteme ‚Ricoh Pro V20000 mit 75 Metern pro Minute und 600 x 600 dpi‘ und ‚Ricoh Pro V20100 mit 150 Metern pro Minute und 600 x 600 dpi‘.


Trend Micro

Der Anbieter von IT-Sicherheitslösungen gibt im Bericht ‚Cybersecurity Risks in Complex IoT Environments: Threats to Smart Homes, Buildings and Other Structures‘ neue Ergebnisse bekannt. Sie zeigen, dass IoT-Automatisierungs-Plattformen in Smart Buildings Angreifern neue Möglichkeiten für physische und datenbezogene Gefährdungen bieten. Mit den Attacken auf die Unternehmen kann nicht nur das Ausspionieren von relevanten Daten, sondern auch das Entriegeln von Türen betrieben werden.

Die Forscher fanden heraus, dass das größte Problem bei Automatisierungs-Regeln darin besteht, dass sie immer komplexer werden, je mehr Geräte und Funktionen eingebunden sind. Sie neigen zur Anfälligkeit für Logikfehler und es wird immer schwieriger, Funktionen zu verwalten, zu verfolgen und zu debuggen. Insbesondere wenn es funktionale Überschneidungen zwischen Regeln gibt.

Darüber hinaus zeigt der Bericht eine Vielzahl neuer Bedrohungen, die speziell für komplexe IoT-Umgebungen relevant sind. Dazu gehört das Klonen der Stimme eines Anwenders, um Befehle über einen Sprachassistenten zu erteilen, das Hinzufügen einer Phantom-Vorrichtung, um die Anwesenheits-Erkennung zum Entriegeln gesicherter Türen zu überlisten, und das Einfügen von Logikfehlern, um intelligente Alarme und mehr auszuschalten.

Der Bericht warnt auch davor, dass viele IoT-Automatisierungs-Server im öffentlichen Internet zugänglich sind, darunter 6.200 Home-Assistant-Server, die über eine einfache Shodan-Suche gefunden wurden. Angreifer könnten diese Sicherheits-Aufsicht nutzen, um in Smart Buildings einzudringen oder Automatisierungs-Regeln neu zu programmieren, hartcodierte sensible Daten einschließlich Router-Logins zu stehlen, neue Geräte hinzuzufügen, Geräte mit Malware zu infizieren oder Geräte in Botnets einzubinden.

Das Unternehmen empfiehlt die folgende Liste an Vorsichts-Maßnahmen, um die neuen Bedrohungen von komplexen IoT-Umgebungen zu minimieren: (1) Passwortschutz aktivieren, (2) Standardeinstellungen ändern, (3) Keine Jailbreaks von Geräten oder Installationen von Anwendungen nicht verifizierter Marktplätze Dritter, (4) Geräte-Firmware aktualisieren, (5) Verschlüsselung sowohl in Festplatten als auch in Kommunikations-Plattformen aktivieren, (6) Regelmäßige Back­ups der Konfigurations- und Automatisierungs-Regeldateien des IoT-Automatisierungs-Servers erstellen.

 

 

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