IT-Berufsausbildung

Neuordnung der IT-Berufe

Ausgabe-Nr.: 27/2020

Bitkom-Bildungsexpertin Nina Brandau: „Die rasante Entwicklung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz, Virtual Reality oder Quanten-Computing macht es notwendig, die in die Jahre gekommenen Ausbildungs-Verordnungen anzupassen.“

Mit dem neuen Ausbildungsjahr können Auszubildende im Bereich Informationstechnik aus vier neu gestalteten Berufen wählen. Die bestehenden Berufe wurden von Grund auf umstrukturiert und an aktuelle wirtschaftliche und technologische Entwicklungen angepasst. Der Digitalverband Bitkom wirkte an der Neufassung der Verordnungen mit. In allen Berufen werden die Themen Datenschutz und IT-Sicherheit fachübergreifend vertieft. Außerdem spielen künftig soziale Kompetenzen eine größere Rolle. Die Abschlussprüfung wird in zwei Prüfungen geteilt, die zu zwei Zeitpunkten in der Ausbildung stattfinden.

„Wer sich heute für eine IT-Ausbildung entscheidet, hat die allerbesten Berufschancen. In Deutschland fehlen schon heute mehr als 100.000 IT-Experten, Tendenz steigend. Die rasante Entwicklung neuer Technologien wie Künstliche Intelligenz, Virtual Reality oder Quanten-Computing macht es notwendig, die in die Jahre gekommenen Ausbildungs-Verordnungen anzupassen. Wer eine IT-Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hat, soll mit seinem Wissen auch sofort in der Praxis loslegen können“, sagt Bitkom-Bildungsexpertin Nina Brandau. Es können ab dem 1. August 2020 folgende IT-Berufe erlernt werden:

Fachinformatiker/-in: Sie sind Computer-Experten und erste Ansprechpartner bei technischen Fragen rund um Software. Die Ausbildung wird um zwei weitere Spezialisierungs-Möglichkeiten erweitert. Neben Anwendungs-Entwicklung und Systemintegration können sich diese Mitarbeiter künftig auch in digitaler Vernetzung sowie Daten- und Prozessanalyse spezialisieren.

Kaufmann/-frau für IT-System-Management: Sie entwickeln IT-Lösungskonzepte, beraten Kunden, bieten IT-Systeme an und beschaffen die Hard- sowie Software. Außerdem erledigen sie kaufmännische Tätigkeiten in Bereichen wie Marketing und Vertrieb. In der Ausbildung werden fortan brancheninterne Vermarktung und Management von IT schwerpunktmäßig vermittelt.

Kaufmann/-frau für Digitalisierungs-Management: Sie analysieren Daten und Prozesse und entwickeln digitale Geschäfts- sowie Wertschöpfungs-Prozesse weiter. Sie beschaffen IT-Systeme und fungieren als Schnittstelle zwischen dem kaufmännischen und dem IT-Bereich. In der Ausbildung liegt der Fokus künftig verstärkt auf einem branchenübergreifenden Management von IT-Prozessen, um den wirtschaftlichen Nutzen für Unternehmen aus der Digitalisierung zu ziehen.

IT-System-Elektroniker/-innen: Sie planen beziehungsweise installieren kundenspezifische Systeme der IT, konfigurieren sie und nehmen sie in Betrieb. Sie warten die Systeme, analysieren Fehler und beseitigen Störungen. Daneben beraten und schulen sie Kunden. Neu in der Ausbildung sind die elektrotechnischen Inhalte, die überarbeitet und aktualisiert wurden.

Für Ausbildungsberufe gelten bundesweite Standards, die in entsprechenden Verordnungen geregelt sind. Diese wurden im Zuge eines Sachverständigen-Verfahrens bis Juli 2019 überarbeitet und neu formuliert. Nach der Prüfung durch die zuständigen Gremien, unter anderem im Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und im Länderkoordinierungsausschuss, wurden die neuen Verordnungen am 5. März 2020 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht.

 

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